
Menschenrechte – Seit schon insgesamt sechs Monaten sitzt Alexander Aan in einem indonesischen Gefängnis, weil sich der 31-jährige Atheist „blasphemisch“ im Internet geäußert hatte. Nachdem er Mitte Januar in Untersuchungshaft genommen wurde, verurteilte ihn im vergangenen Monat ein Gericht zu einer 30 Monate langen Haftstrafe.
Nun hat er sich am vergangenen Dienstag erstmals mit einem Brief aus dem Gefängnis gemeldet und darin seinen Unterstützern und Unterstützern auf der ganzen Welt gedankt, wie der Präsident des irischen Atheistenverbandes, Michael Nugent, am vergangenen Wochenende mitteilte.
Michael Nugent erhielt nach eigener Auskunft den Brief von einem indonesischen Aktivisten, der Aan vor kurzem im Gefängnis besuchte. Es gebe keine Gründe, an der Echtheit zu zweifeln, so Nugent auf Nachfrage.
Im Brief berichtete Alexander, dass er seine Brüder und Schwestern vermisse. Weiter hieß es, dass er aber nichts an seinen Überzeugungen ändern könne und betonte, dass er sich stets um die Menschlichkeit und Wissenschaft bemühen werde. Zu seinen Unterstützern in Indonesien und weltweit sagte er: „Danke für eure Unterstützung und Liebe. Ohne sie würde ich mich allein fühlen.“
In den vergangenen Wochen hatte unter anderem die Atheist Alliance International dazu aufgerufen, sich für eine Freilassung von Alexander Aan und die Unterstützung seiner Familie einzusetzen. In den Vereinigten Staaten führte die US-Skeptikerorganisation Center for Inquiry wiederholt Protestdemonstrationen vor der indonesischen Botschaft in Washington D.C. durch. Zum Erfolg geführt hatte es bislang nicht.
Auch Appelle asiatischer Menschenrechtsorganisationen an den UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Heiner Bielefeldt, der zuletzt Aufmerksamkeit wegen seiner harschen Kritik am sogenannten Beschneidungsurteil der Landgerichts Köln erregt hatte, halfen bisher nicht, eine Verbesserung der Lage für den inhaftierten Atheisten herbeizuführen. Proteste von Amnesty International versandten ebenfalls ergebnislos.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat laut Medienberichten versucht, bei ihrem Besuch in Indonesien während der vergangenen Woche den Fall von Alexander Aan anzusprechen. Merkel hatte im Zuge einer Asienreise ein Treffen mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono absolviert, zusammen mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde.
Laut Berichten indonesischer Medien erkundigte sich Merkel während des Besuchs in einer protestantischen Kirche in der Hauptstadt Jakarta laut dem Vorsitzenden der Indonesian Church Communion, Andreas Anangguru Yewangoe, ob in Indonesien das Recht existiert, keiner Religion anzugehören.
Yewangoe habe der deutschen Bundeskanzlerin daraufhin erklärt, dass den Grundsätzen der Menschenrechte nach jeder das Recht habe, nicht an eine bestimmte Religion zu glauben. Trotzdem gehöre es zu den Verfassungsprinzipien des Landes, dass alle Bürgerinnen und Bürger sich zu einer von mehreren Religionen bekennen müssen.
Die Zeitung „Jarkata Post“ berichtete außerdem, dass der Präsident des indonesischen Verfassungsgerichtes, Mohammad Mahfud, gegenüber Angela Merkel zu ihrer Frage nach Religionsfreiheit und Demokratie erklärte, dass die indonesische Verfassung die Freiheit schütze, ein Atheist oder Kommunist zu sein. Diese Äußerungen seien in der Öffentlichkeit teilweise schockiert aufgenommen worden, berichtete die „Jakarta Post“. Mahfud sagte weiter, dass Atheisten und Kommunisten in Indonesien aber auch die Menschen respektieren müssten, welche sich für eine Religion entschieden haben.














Religionsfreiheit a la DDR:
Wir haben da drei erlaubte Religionen – Du bist frei und darfst Dir eine aussuchen.
Amüsiert hat mich der Satz zu Merkel, sie “hätte es versucht”, wobei ich mal davon ausgehe, das sie es nicht GETAN hat…
Frau Merkel ist die Tochter eines Pfarrers, hatte eine Menge Privilegien in der DDR – z.B. sie konnte studieren und promovieren (das konnten nur Leute, die der DDR-Regierung genehm waren). Wer fragt den da mal nach? Diese Dame zeigt keinen Respekt vor der Würde des Bundestages – versucht über 4 Ecken Gesetze durch-
zudrücken, die einer öffentlichen Diskussion nicht standhalten !!! Mit “Keep smiling” ist auf Dauer keine vernatwortungsvolle Politik zu machen.