
Fleckcheck an der Soutane: Für die pfiffigsten Erklärungen gibt es derzeit Exemplare dieser historischen Titanic-Ausgabe zu gewinnen.
Medien – Was darf Satire? Nicht alles, sagt die katholische Kirche. Denn durch das aktuelle Cover der Satire-Zeitschrift Titanic fühlt sich der katholische Papst Benedikt XVI. in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Wie die Redaktion der Titanic am Dienstag bekannt gab, übermittelte der Erzbischof Angelo Becciu daher dem Bonner Rechtsanwalt Gernot Lehr am vergangenen Donnerstag den Auftrag des sogenannten „Heiligen Vaters“, gegen die Veröffentlichung vorzugehen.
Anlass für den Rechtsstreit um die Ausgabe scheint die Abbildung des katholischen Kirchenführers in einer fleckigen Soutane auf den Umschlagseiten der Zeitschrift zu sein. Auf dem Titelbild steht außerdem in Anspielung auf den „Vatileaks“-Skandal: „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“
Laut Angaben des Chefredakteurs der Titanic, Leo Fischer, sei es das erste Mal, dass ein Papst zivilrechtlich gegen das Magazin vorgehe. Damit kann die aktuelle Titanic schon jetzt als historische Ausgabe gelten.
Gegenüber dem Mediendienst dwdl.de bestätigte Chefredakteur Leo Fischer ferner, dass die Angelegenheit kein Scherz sei. Zum Vorgehen der Kirche sagte er: „Wir haben den Eingang des Faxes zunächst selbst für einen Scherz gehalten.“
Auch bei der Deutschen Bischofskonferenz hat man bereits Stellung bezogen. Titelbild und Rückseite der aktuellen Titanic-Ausgabe seien rechtswidrig und verletzen den Heiligen Vater in seinen Persönlichkeitsrechten, rezitierte ein DBK-Sprecher die Meinung der Kirchenleitung. Mittlerweile soll eine einstweilige Verfügung gegen das Magazin vor dem Landgericht Hamburg erstritten worden sein.
Bei der Titanic wurden die Vorwürfe zurück gewiesen. „Benedikt muss uns missverstanden haben“, so Chefredakteur Leo Fischer. Der Titel zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre („Vatileaks“) feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat: „Es ist allgemein bekannt, dass der Papst ein großer Freund des Erfrischungsgetränks ‚Fanta‘ ist.“ Das Vorgehen der Kirche basiere auf einem großen Irrtum, betonte Fischer. Auch nach dem Erlass der einstweiligen Verfügung hoffe man nun auf ein persönliches Gespräch mit dem Papst, um Missverständnisse auszuräumen.
Benedikt XVI., gegen den derzeit weiter eine Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen der jahrzehntelangen Vertuschung priesterlichen Missbrauchs anhängig ist, kann jedenfalls einen vorläufigen Teilerfolg verzeichnen.
Dass die Titelbilder tatsächlich von verschütteter Limonade herrühren sollen, scheint auch unter säkularen Beobachtern unklar. Nicht jeder zeigte Verständnis für die offenbar kontroverse Darstellung mit den zwei mysteriösen und rätselhaften Flecken auf der Soutane, welche den Chef des Vatikans in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt haben könnten.
„Ich finde den Witz einfach nur flach und unlustig“, kommentierte ein Beobachter bei Facebook den Vorgang. Aber: „Da Katholiken weder gezwungen werden, das Blatt zu kaufen, noch beim Vorbeigehen seelischen Schaden erleiden – da können sie Schauspielern wie sie wollen – müssen sie das hinnehmen“, so der Leser weiter. „Man sollte auch meinen, der Vatikan hätte dringendere Probleme als einen schlechten Witz“, lautete ein anderer Kommentar.
Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, beurteilte eine gerichtliche Verfügung als überzogen. „Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Darstellung fällt unter die Freiheit der Satire“, so Konken. Zudem wäre es nicht die erste Entscheidung des Landgerichts Hamburg gegen ein Medium, die keinen Bestand hätte.
Der Oberbayer Benedikt XVI. ist aber nicht der einzige Gläubige, der mit unbequemen Publikationen härter ins Gericht gehen will. Der Schriftsteller und Büchnerpreisträger Martin Mosebach forderte kürzlich, entschiedener „blasphemische“ und vergleichbar lästerliche Darstellungen zu sanktionieren.
Wie die umstrittenen Titelbilder, die den katholischen Papst Benedikt XVI. möglicherweise in seinen Persönlichkeitsrechten verletzten, tatsächlich zu verstehen sind, bleibt weiterhin eine interessante Frage. Dabei mithelfen, das Rätsel um die mysteriösen Flecken zu lösen, können nun auch die Leserinnen und Leser von wissenrockt.de.
Gesucht werden die fünf plausibelsten Erklärungen, wie das verbotene Cover zu deuten sei, die bis zum Mittwoch, dem 11. Juli, um 23.59 Uhr schriftlich an die E-Mailadresse fleckcheck@wissenrockt.de eingereicht werden. Aus allen Einsendungen werden dann die Urheber der fünf pfiffigsten Vorschläge ausgewählt, welche als Prämie kostenfrei ein Exemplar dieser historischen Titanic-Ausgabe zugesandt bekommen.














Der soll sich mal nich ins Hemd machen, der Papst…
Jetzt erwarte ich aber von der Titanic einen vollgeschissenen Mohammed im weißen Beduinengewand auf dem Titelblatt. Die Folgen könnten erschütternd sein.
Nur zur Erinnerung…Mohammed ist eine historische Figur aus dem Orient, in etwa wie Jesus. B16 ist ein real existierender Machthaber in einem real existierenden Unternehmen aus Europa…
Papst?
WELCHER Papst?
Etwa der Vorstandsvorsitzende der Watschikan AG?
Der soll sich mal lieber um Abt-Reibung kümmern. Also ich meine, was gegen Abt-Reibung tun.