
Wachsam-kritische Eulenaugen sind zum Markenzeichen von EsoWatch geworden.
Medien – Mittlerweile rund fünf Jahre im Netz, ist das Projekt EsoWatch, ein Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme, heute das vielleicht einflussreichste freie Portal im Bereich Verbraucherschutz und ein kritisches und umfangreiches Nachschlagewerk zu Themen rund um Esoterik, Alternativmedizin und Verschwörungstheorien. Das Motto des Projekts lautet: Realismus als Chance.
In einschlägigen Webrankings rangiert EsoWatch bei den Zugriffszahlen nur mit knappem Abstand hinter der populären Stiftung Warentest und noch weit vor anderen Webseiten mit aufklärerischem Anspruch, wie dem Blog der GWUP oder dem renommierten Wissenschaftsmagazin Spektrum. Mehr als 2.300 deutschsprachige Artikel bietet allein das Wiki, unzählige Blogeinträge nicht eingerechnet.
Zugleich ist EsoWatch eine der im Netz umstrittensten und auch am mysteriösesten wirkenden Seiten, denn die Projektbetreiber unterziehen nicht nur irrationale oder unbelegte Behauptungen fundierten und harten Urteilen, die Mitglieder des internationalen Teams hinter EsoWatch verraten auch ihre Namen nicht. Warum, erklären sie in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Skeptikers.
„Wir werden bedroht, verflucht, beschimpft und von Spinnern gehasst“, schildern sie dort unter anderem die alltäglichen Reaktionen auf ihre Tätigkeit, mit denen sie immer wieder fragwürdige Behauptungen als groben Unfug entlarven und zweifelhaften Verkaufsprodukten den Boden entziehen. Außerdem sprechen sie über Maßstäbe in der gemeinsamen Arbeit, Verbindungen zu Anonymous sowie ihre Erfolge, denn sogar Gerichte berufen sich mittlerweile auf die Arbeit des Projekts.
Zu den maßgeblichen Motiven dafür sagen sie: „Für Verbraucher wird es zunehmend schwieriger, zwischen Nützlichem und Unsinn zu unterscheiden.“ Zudem würden kritische Äußerungen mit Abmahnungen und Klagen zu unterdrücken versucht. Denn die Lust und der Wille, echte Wirksamkeitsbelege zu erbringen, rangieren oft hinter dem Ansatz, unbequeme Beurteilungen auf juristischem Wege zu bezwingen.
„Unser Ziel ist es, eine kritische Gegenstimme im Netz zu sein“, so EsoWatch weiter. Verbraucherschutz auf Basis von Realismus und Wissenschaft stünde deshalb im Mittelpunkt. Dabei wird stets ganz genau hingeschaut – sogar ein Ernährungsratgeber eines Beiratsmitglieds der Giordano-Bruno-Stiftung geriet so in der Vergangenheit schon ins Visier der Betreiber.
Das größte Problem sei heute aus Sicht von EsoWatch schließlich keine spezifische para- oder pseudo-wissenschaftliche Strömung, „sondern eine, wie uns scheint, zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit“.
Unwissenschaftliche Erklärungsmodelle würden den Menschen zwar oft eine Geborgenheit und sichere Hilfe versprechen, doch „sobald sich die Menschen von der Realität entfernen, wird es gefährlich“. Religionskritik stehe aber nicht im Mittelpunkt, denn „jeder soll glauben, was er will, solange es nicht mit gesichertem Wissen kollidiert.“
Und trotzdem viele EsoWatch-Autoren keinen Götterglauben brauchen, gäbe es auch gläubige Mitarbeiter: „Vernunft ist zum Glück kein Alleinstellungsmerkmal von Atheisten.“
Ein weiteres Thema der neuen Ausgabe des Skeptiker-Magazins beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Kopfform und Persönlichkeit, der sogenannten Phrenologie bzw. Physiognomik. Zum Teil darunter Lehren, die während der Nazi-Zeit zum Verhängnis für viele Menschen wurden.
Noch heute sind diese Lehrgebäude für einige Menschen aktuell. Männer mit breiten Gesichtern sind als Manager besonders erfolgreich, lautete zu mindestens ein Ergebnis einer aktuellen Studie zum Thema. Lassen sich also doch Charakterzüge aus der Gesichtsform herauslesen?
Uwe Kanning, Wirtschaftspsychologe und Fachmann für Personaldiagnostik, erklärt im Skeptiker, warum Personaler auch in Zukunft bei Bewerbungsgesprächen das Zentimetermaß besser in der Schublade lassen. Welche Rolle die Charakterdeutung anhand von Körpermerkmalen beim Recruiting spielt, darüber spricht ein Personalmanager.
Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit dem Vormarsch der Paramedizin und wie Marktschreier mit der Zeit zu Medizinern wurden. Denn mit ihren Versprechungen einer sanften, natürlichen Medizin bedienen die „Alternativheiler“ Sehnsüchte des modernen Menschen. Sie stehen nicht allein: Immer mehr Ärzte, Krankenkassen und Hochschulen fördern Homöopathie und andere wirkungslose Methoden. Im zweiten und abschließenden Teil seiner Artikelserie zieht der Biologe und Wissenschaftsjournalist Markus C. Schulte von Drach eine Bilanz des Quacksalber-Booms.
Außerdem wird in der Ausgabe mit Irrtümern über die angeblich alternative Medizin aufgeräumt. Darunter Fragen wie: Kann Komplementärmedizin eine sinnvolle Ergänzung der Schulmedizin sein? Können Placebos als Heilmittel gelten? Zählt sanfte Natur statt aggressiver Chemie? Alles oft gehört und gern geglaubt. Zwei Medizinprofessoren, Manfred Anlauf und Klaus-Dietrich Bock, entzaubern die Phrasen der „Alternativheiler“ und plädieren für eine Medizin auf wissenschaftlicher Grundlage, die neben den körperlichen auch die emotionalen Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt.














Das ist schon eine wirre Welt, die wir hier haben. Auf der einen Seite stellen wir fest, wie stark uns die Konzerne mittlerweile im Griff haben und an uns beliebig verdienen können, weil unsere Politiker inzwischen Teil dieses Profitmaximierungssytems sind, und es Menschen gibt, die um Aufklärung darüber bemüht sind. Und dann gibt es diese illegal (kein Impressum) arbeitende EsoWatch-Plattfrom, die genau die Aufklärenden wieder diffarmiert und verleumdet, um das aktuelle Ausbeutungssystem aufrechtzuerhalten. Siehe die Aufklärung über die Aufklärung der Aufklärung: EselWatch
Können Sie Ihre Mutmaßungen auch belegen?
Darunter verstehe ich allerdings etwas anderes als den Link auf ein ebenso anonymes “Aufklärungs”portal…
Conflict of interests scheint es bei Ihnen selbst natürlich keineswegs zu geben, oder?
@wissenrockt:
Sehr schöne Zusammenfassung und eine echte Motivation, den Rest des Skeptikers zu lesen.
@Bartonitz:
Nun sagen Sie nicht, es fällt Ihnen schwer, die Natur von EselWatch zu erkennen.
Getroffene Hunde bellen ;)
Herr Bartonitz,
mich würde ja gerne interressieren welche Aufklärer denn nun genau diffamiert werden.
Zum einen damit diese illegalen Schreiberlinge diesen Fauxpax sofort rückgängig machen zum anderen damit ich auf diesselben Schreiberlinge schimpfen darf!
Also ganz konkret Name der Aufklärer und wenns ging gaaaanz kurz beschreiben worin sie sich den der Aufklärung verdient gemacht haben sollten.
MfG
@Bartonitz:
Könne sie erklären, warum sie auf einer anonymen Seite verlinken die ihrerseits Personen verleumdet und diffarmiert?