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“Blasphemie”: Ex-Muslim muss für 30 Monate ins Gefängnis

Atheist Alliance International verurteilte Gerichtsentscheidung in Indonesien und rief zur Unterstützung von Alexander Aans Familie auf.

Menschenrechte – Der indonesische Atheist und Ex-Muslim Alexander Aan ist von einem Gericht der Regentschaft Sijunjung im westlichen Teil der Insel Sumatra am Donnerstag zu einer mehr als zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er religionskritische Inhalte im Internet veröffentlichte. Das Strafurteil wurde damit begründet, dass er „bewusst Informationen verbreitet hat, die religiösen Hass und Feindseligkeit hervorrufen“, berichteten englischsprachige Medien.

Aan wurde Mitte Januar 2012 verhaftet, nachdem er Bilder und Äußerungen mit Bezug zu einem islamischen Propheten unter anderem auf der Facebookseite „Ateis Minang“ veröffentlicht hatte. Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt, die zwar mehrheitlich von modernistischen Strömungen bestimmt wird.

Aber die Verfassung des Landes sieht vor, dass sich jeder Einwohner zu einer von sechs Religionen bekennen muss. Und es gibt auch dort Gesetze, die für religionskritische Ungläubige wie Alexander Aan ohne weiteres zum Verhängnis werden können.

Der 32-Jährige hat nun nicht nur seinen Anstellung, sondern auch seine Freiheit verloren. Noch im April hatte die Menschenrechtsorganisation Asian Human Rights Commission an den UN-Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, Heiner Bielefeldt, appelliert und dazu aufgerufen, sich für einen Stopp des Verfahrens einzusetzen.
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Der entscheidende Richter Eka Prasetya Budi Dharma meinte zur Urteilsverkündung, dass Alexander Aan mit den islamischen Propheten Mohammed herabsetzenden Bildern sowie dem Satz „Gott existiert nicht“ in der Bevölkerung Unruhe verursacht und den Islam diffamiert habe. Das Urteil des Richters fiel niedriger aus als von der Anklage gefordert, die eine Gefängnisstrafe von 3,5 Jahren verlangt hatte.

Die Entscheidung des indonesischen Gerichts ist von der Atheist Alliance International (AAI) verurteilt worden. AAI-Präsident Carlos A. Diaz stellte fest, dass Alexander Aan lediglich seine persönliche Ansichten zu einem religiösen Thema geäußert habe. „Dieses Urteil ist ein Affront gegenüber den Prinzipien der Meinungs- und Gewissensfreiheit.“ Die indonesische Blasphemiegesetzgebung sei archaisch, so Diaz, für ein Land, welches danach zu streben scheine, ein Teil der entwickelten Welt zu werden. Diese Gesetze müssten umgehend aufgehoben werden.

Die AAI hat außerdem gebeten, sich an der Begleichung der Anwaltskosten und der Unterstützung von Aans Familie zu beteiligen. Und sie rief dazu auf, an die indonesischen Behörden zu schreiben, um die Gefängnisstrafe zu verurteilen und die Abschaffung der Gesetze gegen „Blasphemie“ zu fordern. Die AAI hat dafür ein Dokument auf ihrer Internetseite zur Verfügung gestellt.

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    Mit Wehmut schaut der Papst nach Indonesien und wünscht sich, das auch in Deutschland Atheisten ins
    Gefängnis kommen.
    Aber so viele Gefängnisse können sie gar nicht bauen und dann wäre auch kaum noch jemand da, der alle notwendigen Arbeiten verrichtet. Beten ist zwecklos.

 
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