Menschenrechte – Seit zwei Monaten muss sich der indische Bürgerrechtler und Präsident der Indian Rationalist Association, Sanal Edamaruku, verstecken. Der Grund dafür sind Anzeigen wegen „Blasphemie“, den Vertreter der katholischen Kirche in Indien gegen Edamaruku gestellt hatten.
Der Anlass dafür war, dass er ein vermeintliches Wunder an einem populären Pilgerort entzaubert und den Kirchenvertretern im Fernsehen vorgeworfen hatte, die Leichtgläubigkeit der Bevölkerung finanziell auszunutzen. Kurze Zeit später erhielt Sanal Edamaruku die polizeiliche Aufforderung, bei der Behörde zu erscheinen, um in Untersuchungshaft genommen zu werden.
Dagegen protestierten Menschenrechtler und säkulare Organisationen, die in den „Blasphemie“-Anklagen einen Missbrauch des indischen Rechts sehen. Bislang ergebnislos, denn trotz seines jahrelangen und unermüdlichen Einsatzes für die Wissenschaft und gegen abergläubisches Denken, muss Sanal Edamaruku sich weiter verstecken, wenn er der Haft entgehen will.
Die britische Rationalist Association will deswegen mit einer Petition an den Erzbischof von Bombay, Oswald Gracias, und die indische Bischofskonferenz erreichen, die Vorwürfe fallen zu lassen. Edamaruku dürfe nicht einer langen Gefängnisstrafe unterzogen werden, weil er einem scheinbaren Wunder auf wissenschaftliche Weise den Schleier entzogen habe.
In ihrer Petition appellieren die britischen Rationalisten an den Vatikan und die globale katholische Community, den Missbrauch der indischen Gesetzgebung nicht zuzulassen. „Indien litt lange unter sektiererischem Hass und Gewalt“, heißt es in der Petition zu den Hintergründen der Entstehungsgeschichte des Strafgesetzbuchparaphen 295(a), mit dem Edamaraku der Prozess gemacht werden soll. Der Abschnitt will Reden vorbeugen, die Hass und Unruhe verbreiten.
„Er ist nicht dazu geschaffen, damit mächtige religiöse Institutionen diejenigen mundtot machen können, die für sie unbequeme Botschaften aussprechen“, so die Rationalisten. Sie appellieren auch an die indische Regierung, welche die größte Demokratie der Welt repräsentiere, die freie Rede zu schützen. Die Gesetze des Landes sollten nicht dazu benutzt werden dürfen, wissenschaftliche Erkenntnisse und vernünftige Kritik an religiösen Mythen zu unterdrücken.
Die Rationalisten im Vereinigten Königreich betonten in einer Mitteilung auf dem Blog des Magazins New Humanist, dass es lebenswichtig sei, dass die Kenntnis der Notlage von Sanal und der Missbrauch der indischen Gesetze durch die katholische Kirche weltweit gehört wird. Bislang sind erst rund die Hälfte der für die Petition vorgesehenen Stimmen abgegeben worden.














Ein römischer Kaiser (wenn ich nicht irre Hadrian) wurde auf einen Fall von Blasphemie aufmerksam gemacht. Angewidert und auch gelangweilt zog er sich geschickt aus der Affäre. Er bestand darauf, dass dies doch bitteschön die Götter selbst erledigen sollten.
Ja wenn es die Götter stören würde,wenn es sie denn geben würde, hätten sie das Problem wohl schon selbst gelöst.Die Menschen glauben zwar an einen allmächtigen Gott trauen ihm aber andererseits nicht mal zu sich ohne ihre Hilfe selbst zu schützen. Ich frage mich immer wieder wie soviel ungereimte Gedanken in einen einzigen Kopf passen?