Menschenrechte – Der Militärbischof Franz-Josef Overbeck kommt nicht raus aus der Kritik. Overbeck löste zuletzt Empörung aus, weil er in einer Rede vor Bundeswehrangehörigen anlässlich der Soldatenwallfahrt in Lourdes nichtreligiösen Menschen das Menschsein abgesprochen hatte. „Ohne Religion und gelebte Praxis von Religion gibt es kein Menschsein“, sagte der Bischof.
Doch nicht nur gegenüber Konfessionsfreien und Atheisten lässt der ranghohe Truppenseelsorger erneut eine erschreckende Haltung erkennen.
Am Rande der Soldatenwallfahrt, die am vergangenen Dienstag zu Ende gegangen war, äußerte sich Overbeck auch über homosexuelle Menschen in der Bundeswehr. Auf die Frage angesprochen, ob sich schwule Soldaten outen sollten, meinte der Bischof, dass „man möglichst klar zu seinen Überzeugungen stehen sollte“.
Die Erklärungen des Militärbischofs halten Beobachter für vollkommen unglaubwürdig. Nicht nur, weil Overbeck in der Vergangenheit die Homosexualität als „Sünde“ bezeichnet hatte. Auch mit seinen jüngsten Aussagen machte der Bundeswehr-Theologe klar, dass er kein Verständnis für die tatsächliche Situation hat: Denn ob ein Soldat oder eine Soldatin homosexuell ist, entspringt eben so wenig einer Gewissensentscheidung wie die sexuelle Identität der heterosexuellen Bundeswehrangehörigen.
Wo der Bischof von Homosexualität als „Überzeugung“ spricht, unterminiert er im gleichen Atemzug das für Toleranz und Respekt erforderliche Verständnis in der Truppe.
Dementsprechend wenige Sympathien gibt es für solche Versuche einer Beschwichtigung, wie der Kölner Psychologe Frank Hichert unterstrich. Er ist unter anderem Gründer einer Stiftung, welche jährlich den Literaturpreis Julit :))) für junge Schwulen und Lesben vergibt.
„Weltweit liegt der Hauptantrieb für Homosexuellenfeindlichkeit im religiösen Denken“, betonte Hichert mit Blick auf die Äußerungen des Militärbischofs. Dessen Erklärungen beurteilte er als „eine weitere nichtssagende Wortgirlande, während die Diskriminierung Homosexueller durch die römisch-katholische Kirche ungemindert andauert.“
Zugleich formulierte Hichert eine grundsätzlichere Kritik: Militärbischöfe seien prinzipiell ein Anachronismus.
„Militärseelsorger werden vom Staat, also vom Steuerzahler bezahlt, sind jedoch weltanschaulich nicht neutral, sondern einseitig gebunden. Sie sollten durch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ersetzt werden, die wissenschaftlich fundiert und weltanschaulich neutral Beratung und Betreuung für Soldatinnen und Soldaten anbieten können. Unabhängig von deren persönlicher Konfession“.
Tatsächlich beläuft sich der Etat für diese Betreuung in der Bundeswehr auf einen Betrag in mehrfacher Millionenhöhe, obwohl die verfassungsrechtliche Legitimation für die Zahlungen umstritten ist.
Nicht nur daher stoßen die Äußerungen des katholischen Geistlichen vielen Beobachtern sauer auf: Franz-Josef Overbeck ist außerdem für den Lebenskundlichen Unterricht verantwortlich, welcher unter anderem der „Persönlichkeitsentwicklung und der Schärfung der politischen und ethischen Urteilsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten“ dienen soll.














Wie jemand an anderer Stelle meinte:
Die Aufforderung, zu seiner Homosexualität zu stehen, kann Overbeck ja mal an seine eigenen Priester richten!
Man kann sich nur darüber ärgern, dass solche Knallchargen noch ernst genommen werden.
Diese Knalltüte muss weg – aber dann steht die nächste da. Bis die nur zu berechtigten Forderungen wahr werden ….. bin ich zumindest in Rente.
Wer Homosexuallität als “Sünde” ansieht, ist im höchsten Maße sexuell verklemmt. Gleichzeitig zieht er dadurch die Gefühle von Menschen auf das entsprechende Niveau des Bahnhofviertels einer deutschen Großstadt herab. Es ist immer wieder erstaunlich, zu beobachten, wie sich kirchliche “Würdenträger” geistig entblößen. Sie scheinen gar nicht zu merken, dass gerade bei ihnen ihr Geist stets auf dem Prüfstand steht, ein Prüfstand, der sie häufig als minder intelligent ausweist.