
YouTube: Salafisten mobilisieren im Namen Allahs.
Religion – „Der politische Islam ist eine faschistische Bewegung“, sagt die Islamkritikerin und Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, Mina Ahadi, in der neuen Episode von Es werde Licht.
Vor diesem Faschismus hätten die Menschen Angst, so Ahadi. Und die Opfer seien nicht nur christliche Gläubige oder nichtreligiöse Menschen, sondern vor allem Anhänger dieser Religion selbst. „Im Iran werden sehr viele Muslime umgebracht“, erinnerte sie.
Auf den ersten Blick scheinen die Begriffe Islam und Faschismus sehr gegensätzlich zu sein. Gerade Islamkritikern wird oft unterstellt, ein besonderes Naheverhältnis zu Rechter nationalistischer Ideologie zu haben.
Zugleich werde vielfach übersehen, dass Wertvorstellungen des konservativen und orthodoxen Islam mit faschistischem Gedankengut korrelieren und frappierende Gemeinsamkeiten aufweisen, meint unter anderem der Soziologe Hartmut Krauss, Redakteur der Zeitschrift „Hintergrund”. Er beschäftigt sich in den letzten Jahren vorrangig mit Islamkritik, und ist Herausgeber und Autor mehrerer Bücher, die das Spannungsfeld Islamismus, Faschismus und Islamkritik thematisieren.
Wie kann sich nun eine an Aufklärung und Humanismus orientierte Islamkritik von Rassisten und Kreuzrittern nach dem Modell der österreichischen FPÖ-Politikers Heinz-Christian Strache und den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders abgrenzen? Was kennzeichnet den islamischen Faschismus und wie sehr haben muslimische Frauen auch bei uns in Europa darunter zu leiden?
Über all das und noch mehr diskutieren Jorit D. Posset und Sarah Al-Hashimi in der neuesten Episode mit Hartmut Krauss und Mina Ahadi, die in ihrem Heimatland Iran 1981 wegen ihres politischen Engagements gegen das Regime zu Tode verurteilt wurde und nach mehreren Jahren im Untergrund nach Österreich flüchtete. Seit 1996 lebt sie in Deutschland.
Aus Sicht von Hartmut Krauss ist die islamische Religion eine „religiöse Weltanschauung“ mit Orientierungen für Individuen und Gesellschaft, die „systematisch“ mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung kollidieren. Das Christentum habe hingegen bis heute eine „Verentabsolutierung“ erleiden müssen. Ein Prozess, der im Islam fehle.
Der islamische Faschismus habe so besonders in vielen von muslimischen Bevölkerungsmehrheiten geprägten Ländern und in breiteren Kreisen Fuß fassen können, heißt es weiter. Deshalb sind es die fundamentalistischsten Diktaturen, allen voran der Iran und Saudi-Arabien, welche eine ideologische, aber auch wirtschaftliche Vormachtstellung in der muslimischen Welt beanspruchen.
Auch hier in Europa sind die Auswirkungen dieser religiös-reaktionären Strömungen zu spüren. Allen voran für muslimische Gläubige und besonders jene weiblichen Geschlechts.
Obgleich fundamentalistische Muslime in Europa eine Minderheit unter jenen darstellen, die von Islamverbänden als Muslime vereinnahmt werden, werden sie als eine latente Bedrohung für eine auf säkularen und humanistischen Vorstellungen basierende demokratische Gesellschaft gesehen. Jüngste Gewaltakte von Salafisten in Deutschland haben dazu beigetragen, diese Auffassungen zu stützen.
Trotzdem gibt es in allen europäischen Ländern eine Vielzahl von Apologeten, welche die islamische Religion mit teils fadenscheinigen Argumenten verteidigen und die rechtsradikalen Tendenzen von Islamverbänden und Islamisten bagatellisieren.
„Das deutsche Staatskirchenrecht ist der Honigtopf, der die Islamverbände anzieht“, so Krauss. Ferner meint er, man könne den Islam nicht verteidigen und gleichzeitig von sich sagen, links zu sein. „Das ist ein viereckiger Kreis.“
Rechte Kräfte würden den Islam hingegen nicht aus einer progressiven, herrschaftskritischen und wissenschaftlichen Sicht heraus kritisieren, „sondern als Konkurrenzreligion, als Konkurrenzkonservatismus“.
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Abgrenzung von den Rechten? Nein, im Gegenteil, die beiden Gäste kollaborieren bereitwillig mit ihnen: 2010 erschien im Hintergrund-Verlag “Feindbild Islamkritik”. Einer der Autoren dieses Sammelbandes ist Conny Axel Meier, der Bundesgeschäftsführer der ultra-rechten Bürgerbewegung Pax Europa e.V. höchstpersönlich (siehe auch die Unterzeichner des eindeutigen Manifests der “Aktion Linkstrend-stoppen!”) Ein weiterer Autor ist Felix Struening”, Redakteur des Magazins “Citizen Times” citizentimes.eu, der national-liberalen Gustav Stresemann Stiftung e. V. für die Freiheit. Hartmut Krauss ist der wissende Herausgeber. Und Mina Ahadi sagt doch glatt im Video: “Wir unterstützen Menschen die gegen einen Moscheenbau sind.” Damit meint sie Pro-Köln. Von Abgrenzung merke ich hier herzlich wenig! Enttäuschend.
@Adah: Dann stelle ich dir nun die selbe Frage, die wir auch an Hartmut Krauss in unserer Diskussion gerichtet haben: Was sollen humanistische Islamkritiker tun, um nicht in den Verdacht zu geraten aus der rechten Ecke heraus eine subversive Agenda zu verfolgen?
Oder anders gefragt: Was erwartest du denn von Hartmut Krauss und Mina Ahadi in Bezug auf eine Abgrenzung nach „Rechts“?
Wer Pax Europa wissentlich eine Plattform bietet, und bei BPE Vorträge hält, braucht “Rechts” nicht unter Anführungszeichen setzen. Hartmut Krauss ist der Antwort ja auch schwammig ausgewichen. Mina Ahadi, der ich jetzt einmal unterstelle, dass sie Verbündete sucht und dabei nicht genau hinguckt, differenziert wenigstens noch, indem sie vom “politischen Islam” spricht. Für Hartmut Krauss ist das alles ein und das Gleiche, eine untrennbare Ideologie der Eroberung des Westens (typisch freiheitlicher Wortlaut á la Spencer, Giordano, Wilders, Hirsi, Kelek, Broder, Mannheimer und all jenen, die sich andauernd gegenseitig zitieren.)
Da hilft nur eine unmissverständliche deutliche und öffentliche Positionierung oder Abbruch der Zusammenarbeit.
Ob Mina Ahadi wohl Leute unterstützen würde, die z.B. gegen den Bau eines buddhistischen Tempels, einer Synagoge, oder eines Königreichsaals der Zeugen Jehovas protestieren möchten?
Was Faschismus ist, wissen wir aus der eigenen Vergangenheit ziemlich gut: Führerprinzip, Volksgemeinschaft, Gottgläubigkeit, Verbindung von genetischen Merkmalen mit kulturellem Fortschritt usw. Für die Kritik am Islam ist das aber unfruchtbar und lenkt vom Kern ab. Der Kern der Islamkritik sollte immer das Verweisen auf die Zustände in den vielen sogenannten islamischen Ländern sein. Daraus folgt die Einstellung, dass wir mit den Gemeinden der Muslime in unserem Staat freundlich zusammen leben, solange sie klein sind und unseren Staat nicht in einen abstoßenden “Gottesstaat” umwandeln wollen. Also z.B. keine Förderung von Islamgemeinden, indem wir saudische Millionen Dollar an diese Gemeinden fließen lassen. Keine Förderung der Gemeinden, indem wir ausländische Imame in unser Land lassen, die vor den Muslimem unsere demokratische Ordnung schlecht machen. Es gibt eine ganze Reihe von Privilegien, die wieder zurückgenommem werden müssen. Intergration wie in allen weltweit bewährten Einwanderungsländern: 1.Sprache, 2.Arbeit für den eigenen Lebensunterhalt, 3.Heirat mit einem Ehepartner des aufnehmenden Kulturkreises.
Was soll dabei das Suchen nach gemeinsamen Merkmalen mit dem Faschismus?
“Ob Mina Ahadi wohl Leute unterstützen würde, die z.B. gegen den Bau eines buddhistischen Tempels, einer Synagoge, oder eines Königreichsaals der Zeugen Jehovas protestieren möchten?”
Eine Moschee ist aber keine Synagoge und eine Kirche ist auch kein buddhistischer Tempel. Da Islam nicht Christentum ist und das Judentum auch nicht der Hinduismus. Natürlich gibt es da Unterschiede und die Unterschiede rechtfertigen scheinbar für die einen, dass sie gegen das eine sind und gegen das andere nicht.