
Dresdner Humanisten warben für einen aufgeklärten Umgang mit Religion und verwickelten die Salafisten und Rechtspopulisten in Diskussionen. Foto: privat
Aktion – Die flächendeckende Verteilung von Koran-Exemplaren durch fundamentalistische Salafisten rief bislang nicht nur ein großes Echo in Medien und bei Politikern hervor, sondern lieferte auch dem rechten Populismus in Deutschland eine Menge neuen Nährstoff.
Islamfeindliche christliche Nachrichtenportale zielen darauf, aus der umstrittenen Marketingaktion möglichst viel Kapital zu schlagen und die Angst von Menschen für ihre Zwecke auszubeuten. Vertreter von CDU/CSU wie politische Splittergruppen nehmen die Auftritte islamischer Gottesanhänger zum Anlass, um für die eigene Partei Stimmung zu machen.
So auch am vergangenen Sonntag, wo auf der Prager Straße in Dresden mehrere Salafisten versuchten, der ganz überwiegend konfessionsfreien und nichtreligiösen einheimischen Bevölkerung eine Religion schmackhaft zu machen, in deren Namen einige Tausend Kilometer weiter unzählige Menschen verfolgt und getötet werden, weil sie nicht glauben oder an religiösen Meinungen eine Kritik äußern.
Humanisten der Dresdner Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), der Gesellschaft zur Förderung von Aufklärung, Humanismus und Religions-Freiheit (GeFAHR) e.V. waren auch unterwegs und wollten sich die Aktion der Salafisten zunächst eigentlich nur mal anschauen.
Doch die Verteilung der Korane rief prompt einige Anhänger der Nischenpartei „Die Freiheit“ auf den Plan, die sich sofort mit ihren Transparenten in der Nähe der Salafisten aufstellten und für ausländerfeindliche Politik nach dem Vorbild des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders warben.
In der so zugespitzten Stimmung auf der Prager Straße ergriffen daher die für eine echte Aufklärung engagierten Fans der gbs die Initiative, um die Situation zu moderieren und den Passanten eine sinnvolle Alternative zur Auseinandersetzung mit diesen zwei Gruppen zu bieten.
Als Alternative zu den vermeintlich heiligen Büchern und den platten Slogans der Rechtspopulisten verteilten sie Broschüren und Faltblätter mit Informationen zur Giordano-Bruno-Stiftung, um den Beobachtern vernünftige Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit Salafismus und Rechtspopulismus zu ermöglichen.
„Entsprechend unserem Selbstverständnis hissten wir ein kleines Plakat mit der Aufschrift ‚FÜR Religionsfreiheit, GEGEN Extremismus‘“, berichtete Michael Brade, Schatzmeister des 2009 gegründeten Vereins.
Im Zuge der aufklärerischen Aktion kam es wie zu erwarten dann auch zu einer Menge höchst unterschiedlicher Begegnungen. Darunter Personen, die auf Internetseiten wie pi-news.net keine Extreme erkennen konnten wie auch einem Religionslehrer, der keine Zusammenhänge zwischen Bibel und Koran erkennen wollte.
„Die Gespräche waren durchaus interessant“, bilanzierte ein gbs-Aktivist seine Erfahrungen. „Am meisten erheiternd war das Verteilen der Flyer“, lachte er. „Man hielt uns mal für die eine Seite, mal für die andere“, wobei sich die Teilnahme letztlich „durchaus gelohnt habe und wir auch ein paar neue Freunde gewinnen konnten“ – einschließlich einer ebenfalls anwesenden Losverkäuferin.
Michael Brade zu seinen Erfahrungen mit dem Publikum in Dresden: „Unsere Flyer und Broschüren gingen jedenfalls weg wie warme Semmeln, die Korane dagegen nicht.“














Klasse Aktion, Streetwork mitten drin im Wahnsinn!
Liest sich gut – so positioniert sich die GBS richtig, gerade weil sie gegen beide extremen Positionen gerichtet ist. Und die Vernunft betont.
*Gefällt mir* …sehr gut!
Gerade weil der Rechtspopulismus in Sachsen vermutlich mehr Anhänger als die einschlägigen Religionen hat, ist eine humanistisch orientierte, fundierte Aufklärung nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Klasse Aktion!
Was ist denn bitte an den Slogans der Partei DIE FREIHEIT platt?
Vermutlich haben die wenigsten dieser selbsternannten “Humanisten” sich mit Parteien wie der Freiheit beschäftigt – plappern lieber nach was sie durch die linken Mainstream-Medien erzählt bekommen.
Wir dürfen eine aggressiv auftretende Religion wie den Islam nicht gewähren lassen.
Die Länder die keine Gegenwehr geleistet haben sind heute mit der Scharia gesegnet.