
Religion – Chad C. Pecknold, Assistenzprofessor für Theologie an der Katholischen Universität von Washington, hat mit deutlichen Worten vor der säkularen Bewegung gewarnt. Wie der Nachrichtendienst Catholic News Service (CNS) berichtete, nannte Pecknold „militante Atheisten“ die größte Gefahr für die Zivilgesellschaft.
Der Säkularismus, so Pecknold weiter, sei eine größere Bedrohung für die Menschheit als für die katholische Kirche, denn er könne zu großen sozialen Unruhen und gesellschaftlicher Zersplitterung führen. Als Beispiel der Intoleranz säkularer Gruppen führte er die Verunglimpfung von Muslimen an, die es nach den Angriffen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten gegeben habe.
Der Theologe verwies auch auf Aussagen in Richard Dawkins Buch „Der Gotteswahn“, in denen Dawkins die Religion als gefährlich bezeichnete. Dawkins begründete das damit, dass religiöse Vorstellungen den Menschen unerschütterliche Überzeugungen in ihr eigenes Handeln vermitteln und ihnen oft einen falschen Mut verleihen, wie es sich unter anderem in Selbstmordanschlägen zeigt.
Diese Ausführungen, so Pecknold, würden die große Abneigung der säkularen Bewegung gegenüber den gläubigen Menschen illustrieren und seien Beispiele eines Versuchs zu sehen, zivile Unruhen zu erzeugen. „Das könnte tatsächlich zu immer größeren zivilen Unruhen führen und einem Kulturkampf eventuell so viel Kraft verleihen, dass wir zu einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft werden“, sagte er gegenüber CNS.
Und auch die rechtskonservative Tea-Party-Bewegung, welche für einen radikalen Individualismus eintrete, sei in ökonomischer und philosophischer Hinsicht eine Art praktischer Atheismus, hieß es.
Der Anlass für Pecknolds Warnungen war unter anderem die Teilnahme einer jungen Absolventin einer katholischen Hochschule, die sich als Atheistin bezeichnete, an der vor kurzem von säkularen Organisationen in den Vereinigten Staaten veranstalteten „Reason Rally“. Dort waren rund 20.000 Menschen in Washington D.C. zusammengekommen, um auch auf die Notwendigkeit der Trennung von Staat und Religion aufmerksam zu machen.
Menschen ohne religiösen Glauben rangieren nicht nur in den Vereinigten Staaten ganz unten im gesellschaftlichen Ansehen.
Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Pew Forum on Religion & Public Life unter evangelikalen Christen, die im Oktober 2010 an einer Konferenz zum Thema Evangelisation teilnahmen, ergab sich, dass rund 70 Prozent der Teilnehmer erklärten, „sehr wenig“ oder „gar keine“ Sympathie für atheistischen, agnostische und andere nichtgläubige Menschen zu haben. Auch von evangelikaler Seite wurde die säkulare Bewegung damals als größte gesellschaftliche Bedrohung eingestuft, noch vor Themen wie Sex und Gewalt in der Gegenwartskultur und dem Einfluss des Islam.















Die “Anfeindungen” des Islam in den USA als beispielk heranzuziehen, kommt für Pecknold faktisch einem Eigentor gleich, denn:
- diese Anfeindungen in den USA sind bekanntlich dort am ausgeprägtesten, wo traditionell die “christlichsten” US-Amerikaner leben.
- Die bekanntesten, öffentlichen “Islamfeinde” der USA sind selbst Priester oder selbsterklärte “treue” Christen.
- Die Regierung Bush selbst hat den von ihr angezettelten Angriffskrieg gegen den Irak bereits als “göttliche Aufgabe” (der “christlichen” USA) verkauft – womöglich sogar ernsthaft selbst so verstanden. Nicht wenige US-Amerikaner waren und sind der Überzeugung das IHR Land das “von Gott höchstselbst” bevorzugte bzw. privilegierte sei und sehen darin auch die Motivation sich weltweit einmischen wie alle und alles bevormunden zu dürfen, das eigene Recht über das anderer stellen zu dürfen. Wenn man schon Gott auf seiner Seite hat, dann hat man natürlich auch immer das Recht auf seiner Seite, nicht wahr?
- US-Patriotismus und konservatives Christentum gehen im kaum einem Land so eng Hand in Hand wie den USA. Der bis heute einflußreiche Ku Klux Klan versteht sich als Instanz des westlichen Kreuzrittertums gegen alles Fremde und erst recht Andersgläubige.
- In einigen besonders “christlich geprägten” Regionen der USA lebt man inzwischen nicht ungefährlich, wenn man sich öffentlich als Nichtgläubig bekennt oder gar Dinge wie die religiöse Neutralität des Staates fordert. Nicht wenige Amis sehen das Christentum als Basis für die gesamte Kultur der USA – und alles Nichtchristliche als Gefahr für dieses “schönste Land unter Gott”.
Wen die “christliche Stimmungslage” in den sich für christlich erklärenden Gesellschaftsschichten der USA nur etwas besser verstehen will, dem sei die Studie der ganzen Bibel, Gottes und Religionssender auf Satellit zu empfehlen, die mit jedem digitalen Satempfänger auch in DE empfangbar sind, wo sich selbst für “gottesnah” erklärte “Christen-Gurus” mittels Glaube von Millionen zum Milliardär hochhypen.
K.A. mit was sich Theologen so angeblich “wissenschaftlich” befassen – Fakten können es jedenfalls nichts ein…
gut gesprochen, da kann ich mich nut anschließen
Islamfeindliches kommt in erster Linie von Christen. Man schaue sich in einschlägigen Foren um.
Dazu gibt es noch selbst ernannte Kreuzzügler, im Extrem an Breivik zu sehen. Atheisten ist die Religion doch völlig wurscht, nur Religiöse mit alleinigem Wahrheitsanspruch haben Probleme mit anderen Religionen.
Don’t feed the trolls.
Feindbild Atheismus, soso. Ein Mann mit bester Reputation geht als Testimonial für den richtigen Glauben, indem er das Feindbild plakatiert. Und er wirft den Brocken hin, die Atheisten wären offenbar samt und sonders islam und überhaupt feindlich. Es gibt sicherlich viele Leser von Dawkins oft erwähntem Buch, doch gibt das jetzt vor, was Atheismus, Säkularismus oder Humanismus wäre? Ich denke nicht. Es würde auch niemand von Schuld freisprechen, sich zu einer bestimmten Bewegung zu bekennen. Das ist die Suggestion, dass “das Christentum” das Richtige täte und wolle und tolerant wäre. Was bleibt ihm denn über? Kann er “den Islam” tolerant nennen? “Die Juden”? Hindus etc.? Da ist es doch leicht getan, das Böse an sich bei denen zu suchen, die sich von religiöser Indoktrination fern halten. Nicht, weil diese böse wären, sondern weil die eigenen Anhänger das glauben sollen. Neu ist das nicht, das ist keine Entdeckung, bestenfalls wärmt er auf, was die Kirche seit ihrem Bestehen brät. Zur Fortsetzung geeignet wären Sodomie, Hexerei und schwarze Magie. Vielleicht findet sich auch ein Prediger, der Dawkins Bücher am Scheiterhaufen verbrennt. Im Zeichen von Mitgefühl und Nächstenliebe.