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Religionskritiker und Humanisten eine Gefahr?

„Bisher nur provozierende Einzelstimmen“ – EZW-Leiter warnte vor weiterem Wachstum der säkularen Bewegung.

Bild: Screenshot / Pro

Medien – Im Interview mit dem christlichen Medienmagazin Pro hat Reinhard Hempelmann, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), die säkulare Bewegung als potentielle Gefahr bezeichnet. Im Mittelpunkt des Beitrags stand die Frage, wie atheistische, humanistische und andere säkulare Organisationen in Deutschland aus kirchlicher Sicht einzuschätzen sind.

Hempelmann meinte zunächst, dass Atheismus „sichtbarer“ geworden sei und er verwies auf die 2009 in Deutschland durchgeführte Buskampagne sowie andere aufsehenerregende Aktionen, die in der Vergangenheit weithin wirkende Denkanstöße lieferten oder über die Risiken und Nebenwirkungen der Religion aufklärten. Er unterschied dabei zwischen einem „sanften Atheismus“ und einem „Atheismus, der sich ablehnend und kritisch zur Religion äußert und in gewisser Weise respektlos auf ein gläubiges Bewusstsein herabschaut.“

Zur Veranschaulichung wurde ein Absatz aus dem Manifest des evolutionären Humanismus zitiert, in dem der Autor und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, vor einigen Jahren nochmals feststellte, dass der Gott der abrahamitischen Religionen nicht als ethisches Vorbild tauge.

„Wäre die Bibel tatsächlich ‚Gottes Wort‘, müsste man den in ihr wirkenden göttlichen Tyrannen gleich mehrfach wegen kolossaler Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen“, so Schmidt-Salomon damals. Tatsächlich liegt heute bereits gegen Benedikt XVI., den katholischen Papst und aus jedenfalls vatikanischer Sicht höchsten irdischen Stellvertreter des biblischen Gottes, eine Strafanzeige beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, die Anwälte von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester im Februar 2011 eingereicht hatten.

EZW-Leiter Hempelmann sagte über die von Schmidt-Salomon im „Manifest“ formulierten Überzeugungen, dass er provozierende und respektlose Einzelstimmen mit „einer gewissen Gelassenheit“ ertragen könne. „Eine Gefahr stellt das natürlich dar, wenn eine solche Bewegung zahlenmäßig sehr groß werden würde“, warnte der Theologe. Humanistinnen und Humanisten auf einer potentiellen Risikostufe mit fundamentalistischen Muslimen und Nazis? Aus Perspektive der EZW scheint das der Fall zu sein.

Man dürfe die säkularen Organisationen aber weder unter- noch überschätzen, so Hempelmann schließlich. „Ihre Mitgliederbasis ist sehr begrenzt“, zudem gebe es eine Vielzahl von Gruppierungen, die nicht über einen Kamm geschert werden sollten. Die Aktivitäten atheistischer und humanistischer Organisationen sollten außerdem von den Kirchen als Anlass genommen werden, ihre eigenen Anliegen ebenfalls nachdrücklicher in der Gesellschaft zu vertreten und ihre „missionarische Ausstrahlungskraft“ zu verbessern. Ein ausführlicheres Interview mit Reinhard Hempelmann gibt es in der aktuellen Print-Ausgabe von Pro zu lesen, die online kostenfrei bestellt werden kann.
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Diskussion - Bisher 8 Kommentare - Kommentar schreiben
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    Ein Hampelmann, der Angst vor Hartz IV hat.
    Aber wir lassen ja niemanden verhungern.
    Auch wenn er immer noch im Geiste von vor der Aufklärung ist.

  • Wolfgang Klosterhalfen
     

    Das Video mit Susi Neunmalklug, in dem diese den Lehrer Hempelmann verspottet, scheint Herrn Hempelmann ja beeindruckt zu haben. Immer diese aggressiven Atheisten…

    Hier das ganze Video:

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    In diese Debatte möchte ich das berühmte Jess-Wort einbringen, dass derjenige, der eine andere Frau begehrlich ansieht, die Ehe schon gebrochen habe. .

    Diese Passage erscheint mir als problematisch, weil Jesus den Unterschied zwischen Impuls und Tat leugnete.

    Wer also als Christ den Impuls zu einer bösen Tat verspürt, hat nun eigentlich keinen Grund mehr, sie nicht zu tun, denn beides ist g l e i c h schlecht.

    Ich nehme einmal an, dass dieses Wort für unzählige christliche Untaten verantwortlich sein könnte, und dass die Annahme, dass der Zimmermannssohn aus Nazereth der vollkommenste Morallehrer war, doch etwas übertrieben sein dürfte.

    In aufgeklärten Ethiken geht es gerade darum, vor dem Hintergrund von Vernunft und Empathie die menschlichen Impulse zu kultivieren.

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    Seine Einschätzung ist “aus kirchlicher Sicht” und damit liegt er vielleicht richtig. Die “säkulare Bewegung ist eine potentielle Gefahr”. Für die Kirchen! Nicht für die Gesellschaft. Von solcher Gefahr redet einer, der keine Vielfalt an Meinungen vertragen kann und der befürchtet, dass ihm die Mitglieder weglaufen sowie Einfluss verloren geht.

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    Die Angst vor dem Atheismus ist ja größer, als vor dem christlichen Teufel. Atheismus ist auch nicht neu, den gab es schon vor der Zeitrechnung. Kein christlicher Gott hilft und die Gebete bleiben auch unerhört.

 
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