wissenrockt.de

wissenrockt.de

Startseite » Es werde Licht | TV » Islamkritik zwischen Apologetik und Rassismus

Islamkritik zwischen Apologetik und Rassismus

Es werde Licht | TV - Episode 6

Rechtsradikaler Populist: Heinz-Christian Strache (FPÖ) warb in Österreich erfolgreich mit islamkritischen Slogans.

Eine seit Jahren währende Debatte in der Öffentlichkeit und den Medien zeigt deutlich zu zeigen: Wer über die islamische Religion diskutieren will, findet sich schnell auf dem schmalen Grat zwischen sowohl einfältiger wie gefährlicher Stimmungsmache und blauäugigem und nicht weniger gefährlichem Relativismus wieder. Eine aufklärende Balance zu finden scheint schwierig, denn Vorurteile oder Unwissen sind weit verbreitet. Zudem erhitzt kaum ein Thema mehr die Gemüter als Kritik am Islam.

Die sechste Episode von Es werde Licht ist jetzt zu sehen und will den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Sendungen bilden, die sich eingehender mit dem Thema „Islamkritik“ beschäftigen sollen. Ganz neu ist, dass die Episoden von Es werde Licht zukünftig 45 statt bisher 30 Minuten lang sind. Zukünftig gibt es also deutlich mehr Raum zur kontroversen Debatte.

In der neuen Episode diskutieren nun Moderator Jorit D. Posset und Cahit Kaya mit Stefan Beig und Sreten Colic. Beig studierte Philosophie an der Universität Wien und arbeitet heute als Journalist für das Ressort Integration bei der Wiener Zeitung. Der aus Belgrad stammende Journalist Colic war Redakteur des Wiener Stadtmagazins biber, in dessen Mittelpunkt multiethnische Communities stehen. Unter dem Pseudonym Bogumil Balkansky veröffentlichte Sreten Colic kritische Kommentare zu den Themen Integration und Religiosität von Zuwanderern.

Die Diskussion knüpfte unter anderem an die Verurteilung von Elisabeth Sabaditsch-Wolff an. Sie wurde in Österreich zu einer Geldstrafe von 480 Euro wegen der Herabwürdigung religiöser Lehren verurteilt. In einem Vortrag für FPÖ-Wähler hatte sie zur im Mittelpunkt des Islam stehenden historischen Figur Mohammed gemeint, dieser habe einen „relativ großen Frauenverschleiß“ gezeigt und zur überlieferten Verheiratung mit minderjährigen Mädchen gemeint, der islamische Prophet habe „gerne mit Kindern ein bisschen was“ gehabt.

Das Oberlandesgericht in Wien bestätigte Ende Dezember 2011 das Urteil über Sabaditsch-Wolff. Die FPÖ-Politikerin Susanne Winter war 2009 sogar zu drei Monaten Haft und 24.000 Euro Geldstrafe verurteilt wurden, weil sie dem Propheten Mohammed eine sexuelle Beziehung zu Minderjährigen nachsagte. Und der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache machte Wahlwerbung mit Slogans wie „Daham (Daheim) statt Islam“.

Sreten Colic kritisiert unter anderem, dass populistische Slogans in Politik und Öffentlichkeit eine redliche Diskussion unterminieren. Er sagt über ein Problem bei den Kontroversen: „Wir haben das Problem, dass aufrechte Religionskritiker nicht eingeladen werden“, beispielsweise in Sendungen im Fernsehen. „Und die Leute, mit denen wir gern diskutieren würden, sind nicht interessiert daran, mit uns zu reden. Weil wir ihnen unangenehme Wahrheiten sagen und keine hilflosen Journalisten sind.“
.

Das Team von Es werde Licht will außerdem die Zuschauer darüber abstimmen lassen, welche Teilbereiche der Islamkritik in den nächsten Episoden behandelt werden können.

Dabei gibt es sogar etwas zu gewinnen. Über ein Exemplar des Buchs Feindbild Islamkritik – Wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden vom Sozialwissenschaftler Hartmut Krauss kann sich der- oder diejenige freuen, die für einen Vorschlag auf der Pinnwand der Facebookseite von Es werde Licht am häufigsten Zuspruch erhält. Jeweils ein Buch erhalten die Vorschläge mit den meisten und den zweitmeisten Stimmen. Mehr über die Gäste und Hintergründe der Sendung erfahren Sie hier.

Datenschutzinformation
Diskussion - Bisher ein Kommentar - Kommentar schreiben

 
Zuschauer
Schaufenster