Wichtig für das Verstehen der Ablehnung von Atheisten sei daher, als welche Gefahr sie betrachtet werden. Auch Ergebnisse nicht-evolutionärwissenschaftlicher Forschung hätten gezeigt und Belege dafür geliefert, dass unter bestimmten Umständen religiöses Denken gruppeninterne Kooperation und Vertrauen erhöhen. Das sei bei Atheisten nicht gewährleistet. Die Verbindung der zwei Perspektiven lege nahe, dass Misstrauen zentrales Motiv für anti-atheistische Vorurteile darstellt.
Während der durchgeführten Untersuchungen zeigte sich nun etwa, dass homosexuelle Menschen vergleichsweise zwar mehr Abscheu als Atheisten auf sich beziehen, aber weniger Misstrauen. Als mit Probanden Tests zur Beschreibung einer vertrauensunwürdigen Person durchgeführt wurden und sie einschätzen sollten, wer diese Person ist, wurden Christen am seltensten genannt, Muslime etwas häufiger, viele entschieden sich für die Person eines Vergewaltigers und noch mehr für einen Atheisten. Bei der Möglichkeit, eine Darstellung einer kriminellen und vertrauensunwürdigen Person als typisch für einen Juden, eine Feministin oder einen Atheisten einzuschätzen, entschieden sich die Wenigsten für die jüdische Identität, häufiger wurde eine Feministin gemutmaßt und erneut fiel die Zuordnung als Atheist besonders häufig aus.
Deutlich wurde auch, dass sich viele Teilnehmer eher für die Einbindung in soziale Ebenen aussprechen, wo großes Vertrauen keine große Rolle spielt und weniger für eine Einbindung, wenn großes Vertrauen eine große Rolle spielt. Bemerkenswert war schließlich auch, dass sogar Personen ohne konfessionelles Bekenntnis, die Gruppe der nichtreligiösen, ein großes Misstrauen gegenüber Atheisten zeige. Zudem habe sich durchgehend gezeigt, dass Misstrauen gegenüber Atheisten und das Denken an die Rolle übernatürlicher Moralinstanzen Hand in Hand gehen.
Weitere Faktoren sind für die Entstehung von Misstrauen gegenüber Atheisten denkbar, hieß es schließlich außerdem. Der für die Studie entwickelte Ansatz müsse nicht der einzige zur Erklärung sein. Ein Problem könnte auch sein, dass religiöse Individuen vom Glauben des anderen zu wenig wissen. Während ein Christ gegenüber einem Muslim in der Frage moralischer Normen sich mitunter ein ungefähres Bild mache könnte, bleibe man über Atheisten möglicherweise vollkommen im Unklaren.















Es ist ein beliebtes Argument der Kirche, den Massenmörder Adolf Hitler als Atheisten hinzustellen. Dabei ist es ein Faktum, dass dieser bis zuletzt katholisch war. Und auf dem Koppelschloss der Wehrmacht stand bis zuletzt “Gott mit uns”. Hitler wurde nie exkommuniziert, und sein Machwerk “Mein Kampf” stand nie auf dem Index der katholischen Kirche. So schaut die Wahrheit aus, nicht die göttliche Wahrheit, sondern die tatsächliche.
Guter Artikel, gute Studie. Ich glaube, dass das Misstrauen vor allem in der Unkenntnis von Religiösen gegenüber Nichtreligiösen zu suchen ist. Ich habe als Humanist schon mit vielen religiösen Menschen (einschließlich Bischöfen) gesprochen, die bis dahin nie oder nur selten mit Atheisten gesprochen hatten. Sie waren häufig überrascht, dass ich für Werte eintrete. Grundlage für einen solchen Dialog ist, die humanistischen Werte zu betonen, nicht die Werte der Religion zu widerlegen.
Dein Wort in Gottes Ohr. Aber wie willst Du das Frömmlern und Religionshassern klar machen? Im Moment rasen sie mit aller Kraft aufeinander zu…
Mein Wort in Gottes Ohr? Ich bin schon froh, wenn ich die Ohren der Gläubigen erreiche. So selten ist das aber gar nicht. Meinen Ansatz stelle ich hier da: http://offene-religionspolitik.de/warum-ich-als-humanist-fur-offene-religionspolitik-bin/
Die christliche Kirche hat einen Wahrheitsanspruch, nach dem alle Götter der Vergangenheit und auch der Gegenwart nicht existent waren und sind, nur den Gott der Christen, den gibt es wirklich, sagt sie. Die Wunder des Mohammed, alles Lüge, aber die beschriebenen Wunder von Jesus, alles Wahrheit. Schon das müsste eigentlich einem kritischen Geist zu denken geben.
Das Paradies mit einem ersten Menschenpaar, die Verkörperung des Bösen auf der Welt, die Christen sprechen vom Teufel, die Sintflut, das Jüngste Gericht, die Auferstehung der Toten – alles schon mal dagewesen. Und die Christen haben es abgekupfert.
Die Kreuzigung eines Gottes, seine Auferstehung und anschließende Himmelfahrt, und vieles mehr, auch das alles war schon mal dagewesen. All dies ist historisch belegt. Warum wissen das die Gläubigen nicht, oder wollen sie das nicht wahrhaben?