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Wikipedia: Atheistisches Nachrichtenportal unerwünscht

Ein Artikel über den Humanistischen Pressedienst wurde in der freien Enzyklopädie vorläufig endgültig abgelehnt – welche Rolle spielen engagierte Christen?

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Die Wikipedia will eine freie Enzyklopädie sein. Doch wie frei kann sie wirklich sein?
Bild: wissenrockt.de / Montage

Zusätzlich sollen „Indizien“ herangezogen werden, wenn eine Einzelfallentscheidung nach allgemeinen Relevanzkriterien nicht eindeutig möglich ist. Zu den positiven Indizien, welche die Chance darauf erhöhen können, dass ein Artikel als relevant eingestuft wird, zählt „ein hohes Ranking auf Traffic-Messungsseiten wie Alexa Internet“. Vergleichsmaßstäbe sind dafür in der Wikipedia vorhanden.

Die Katholische Presseagentur Österreich besitzt zwar ein deutlich professionelleres Erscheinungsbild als der hpd, hat im Alexa-Ranking allerdings einen deutlich schlechteren Stand. Ähnlich die Lage von Jesus.de, einem evangelikalen Communityportal. Es schneidet zwar in der Bewertung signifikant schlechter ab, für die Wikipedianer ist es jedenfalls relevant genug. Noch klarer ist die Bilanz im Vergleich mit den „Göttinger Predigten im Internet“.

Auch andere Versuche von Wikipedianern, dem hpd eine Relevanz in diesem Mikrokosmos des angeblich freien Wissens abzusprechen, wirken erst einmal ziemlich unplausibel. Dazu gehört die Argumentation, dass der hpd e.V. als Verein zu klein ist. Das Online-Portal kath.net wiederrum ist ebenfalls als Verein in Österreich eingetragen, finanziert sich durch Spenden und Sponsoren. Es hat allerdings wiederrum ein deutlich höheres Ranking, den Alexa-Daten zufolge. Und auch kreuz.net hat dieser Analyse nach eine höhere Reichweite – beschreibt sich aber lediglich als „Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee, die hauptberuflich im kirchlichen Dienst tätig sind.“

Sind nun die Relevanzkriterien für Vereine oder Websites tauglich oder ist eine Kombination aus beiden im Fall des hpd angebracht? Die in der Wikipedia tätigen Autoren sind gespalten, wie die langen Diskussionen um den Artikel zeigen. Deutlich wird aber: je nachdem, wie es passender erscheint, wurden die Argumente der Befürworter eines Artikels in der Vergangenheit konsequent abgeschmettert. Die Debatten wurden lang und nicht ohne Emotionen geführt.

„Für mich bleibt als einzige Erklärung für die einseitige Behandlung des Artikels gegenüber den anderen Pressediensten, dass der Artikel aus weltanschaulichen Gründen nicht geduldet wird, weil er für einen atheistischen, kirchenkritischen Informationsdienst steht, im deutschsprachigen Raum aber die Mehrheit der Bürger einer christlichen Kirche angehört“, meinte ein Wikipedia-Autor nach dem nun vor wenigen Wochen ein Schiedsgericht zur endgültigen Entscheidung angerufen wurde. Zu einer echten Entscheidung kam das Schiedsgericht aber schließlich doch nicht. „Der Fall ist abgelehnt, da die nötige Anzahl von fünf Schiedsrichtern für die Fallannahme nicht mehr zustande kommen kann“, erklärte ein Administrator schließlich. Zehn alteingesessene Wikipedianer bilden das Schiedsgericht. Das Urteil lautete nun: „Der Fall ist abgeschlossen und wird nicht mehr diskutiert.“

Vorgänge wie diese sind es, die selbst eingefleischte Wikipedianer an der Neutralität und der Authentizität dieser Welt des freien Wissens zweifeln lassen. Ein Autor, der wie viele der heute Entscheidungsbefugten im Netzwerk der Wikipedianer im Jahr 2004 auf das faszinierende Projekt stieß, erklärt zunächst: „Es ist eine ungeheure Arbeitsbelastung. Bei 1,3 Millionen Artikeln und etwa 2000 aktiven Autoren ist rechnerisch jeder für 600 Beiträge zuständig.“ Als er im Telefonat die Schwächen der Wikipedia schildert, möchte er anonym bleiben. Er will sich vor Sanktionen von Administratoren wegen unbequemer Äußerungen schützen. An Kritikpunkten mangelt es jedenfalls nicht.

Deshalb verlassen schon seit Jahren immer mehr Autoren die Wikipedia aus den unterschiedlichsten Gründen und oft im Streit. Auch der allgemeine Mitmachwille in der Bevölkerung sinkt. Für die Neutralität der Wikipedia eine große Gefahr, erklärt er.

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Diskussion - Bisher 11 Kommentare - Kommentar schreiben
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    “Die Artikel über Internetseiten wie kreuz.net bleiben also aller Wahrscheinlichkeit nach vorläufig drin und der über das Nachrichtenportal hpd draußen”

    Ungefähr so war meine Erfahrung zu der Absage eines Leserbriefes den ich in der Sächsischen Zeitung schrieb.

    Mir wurde vorgeworfen auf den religiösen Gefühlen von Gläubigen herumzutreten, deshalb könne mein Artikel mit Einladung zur Gründung eines religionsfreien Stammtisches nicht gedruckt werden aber das x.te mal wurde zur Bischofsweihe eingeladen.

    Die eine Einladung wurde gedruckt die Andere nicht.

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    Die Relevanzkriterien der Wp sind eindeutig: wird ein Verein mehrmals in den Medien erwähnt, ist Relevanz unstrittig. Womöglich hat der Autor vergessen, die Erwähnung in den Medien im Artikel zu erwähnen und zu zitieren, und das in der richtigen Form? Einfach ein zwei Sätze abliefern und hoffen, dass jemand weitermacht, geht einfach nicht mehr.

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    Mir scheint es nicht sehr wichtig bei Wiki gelistet zu sein, oder dort einen Bitrag über sich selbst posten zu dürfen. Viele Artikel von Wiki werden in der realen Welt sowieso als unstimmig gewertet. Insofern wenn Wiki lieber glaubt als denkt…..

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    Einfach mal die Liste unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:RK durchgehen und alle Punkte, die zutreffen zusammentragen. Das Problem ist, dass leider viel lieber Polemik benutzt wird (von beiden Seiten).

    Übrigens, auf eurer “Gegenseite” werden die Wikipedia und die Wikipedianer immer als Atheisten bezeichnet, weil wir so Artikel wie “Evolution” haben.

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    ein lohnenswerter link, für alle die einen einblick in den religiösen habitus der deuten wikipedia haben möchten

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder/Verwendung_des_genealogischen_Kreuzzeichens

 
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