Im Interview mit dem Online-Magazin „The European“ hat Klaus Wowereit (SPD) erklärt, zwischen seiner religiösen und seiner sexuellen Identität keinen Widerspruch zu sehen. „Das ist für mich kein Widerspruch, und ich bin mit dieser Kombination sicherlich nicht alleine auf der Welt“, so Wowereit wörtlich. „Wenn auch meistens im Verborgenen“, gäbe es noch mehr Menschen wie ihn in der Kirche. Wowereit machte somit seine Kenntnis davon deutlich, dass in der Kirche arbeitende und lebende Menschen dies wegen ihrer geschlechtlichen Identität „im Verborgenen“ tun müssen.
„Damit habe ich also überhaupt keine Probleme“, zog er sein Fazit zur Frage nach Zusammenhang von Kirchenmitgliedschaft und religiösem Bekenntnis. Der Regierende Bürgermeister von Berlin äußerte schließlich seinen Wunsch, dass die Katholiken weltweit mit „bestimmten antiquierten Vorstellungen“ aufräumen sollten.
Wo der interne Dialog zwischen Kirchenführung und Mitgliedern wie Klaus Wowereit steht, wurde kurz vorher deutlich. Dem homosexuellen Theologen und Philosophen David Berger, allerdings in Diensten der Kirche, wurde Anfang Mai die Lehrerlaubnis entzogen. Bis dahin arbeitete Berger als Religionslehrer an einer öffentlichen Schule. In einer Erklärung des Erzbistums Köln wird der Schritt begründet.
Der promovierte Theologe verlor danach seine Lehrerlaubnis, „weil Dr. Berger durch seine Veröffentlichungen und Äußerungen in den Medien selbst den unwidersprochenen Anschein gesetzt hat, in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche nicht übereinzustimmen.“ David Berger hatte im Vorfeld starke Kritik am Umgang der Kirche mit Homosexuellen geäußert und gemutmaßt, dass der Großteil der katholischen Kleriker homosexuell veranlagt wäre. Zudem bemühte er sich nicht, seine Sexualität in seiner Lebensführung zu kaschieren.
Als Reaktion auf Bergers Entlassung demonstrierten 500 Schüler gegen die Homophobie in der katholischen Kirche. Der Demonstrationszug führte auch am Sitz des zuständigen Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner vorbei. Beim Portal gayösterreich.at heißt es, das Erzbistum habe sich von der großen Teilnehmerzahl nicht beeindrucken lassen. Weiter wurde berichtet, dass Berger nicht wegen seiner Homosexualität aus dem Lehramt entlassen worden sei. „Vielmehr könne jemand, der die Kirche kritisiere, nicht gleichzeitig als Religionslehrer für die Kirche eintreten“, gibt gayösterreich.at die Position der Kirche wieder.
SPD-Politiker Klaus Wowereit hofft jedenfalls laut „The European“ bei diesem Thema auf Debatten am Rande des Papstbesuchs, wobei Benedikt XVI. als Staatsoberhaupt in der deutschen Hauptstadt „selbstverständlich herzlich willkommen“ sei.















Ich frage mich, welchen Teil von “Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen” Wowereit nicht versteht. Oder von “Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind”. – Beides aus dem Katechismus der RKK, Nr. 2359 und 2357.
Für mich ein besonders markantes und zugleich trauriges Beispiel, wie sich ein Politiker bis zur Selbstverleugnung geradezu spiralförmig verbiegt und krümmt, um möglichst vielen Wählern attraktiv zu erscheinen.
Yepp, Skydaddy hat recht. Die Katholiban sind kein “Wünsch-Dir-Was” mit Marketing und bidirektionalem Customer Relationship Management. Nein, es ist mehr so eine Art Frontalvertrieb. Und da wir in Mitteleuropa im Jahr 2011 sind, darf man auch einfach “Nein” sagen. Fertig. Man DARF gehen. Einfach so und ohne die Christliche Trinität aus Steinigung, Kreuzigung und Verbrennung. Lebend darf man gehen. “Es gibt ein Leben VOR dem Tod”
Der Politiker, der sowohl die Teilnehmer der gay pride-Paraden als auch die Rom-Pilger erreichen will, ist nicht zu beneiden. Genau genommen eher eine “arme Sau”, die sich richtig verbiegen muss.
Typisch Politiker!
Irgenwie habe ich ihn ja mal bewundert, aber
jetzt ist er tief in meiner Achtung gesunken!