Sex vor und außerhalb der Ehe ist ein klassisches Tabu in bekannten monotheistischen Religionen, aber tatsächlich gibt es große Unterschiede. Denn vor allem in den sehr religiösen Gemeinschaften der Kindheit der Umfrageteilnehmer wurden sexuelle Aktivitäten außerhalb der traditionellen Paarbindung als unmoralisch und sündhaft gelehrt. 88,7 Prozent aus dieser Gruppe bestätigten das, während nur 13 Prozent derjenigen zustimmten, die aus säkulareren Elternhäusern kamen.
Überraschend könnte daher sein, dass zwischen in liberal-religiösen und konservativ-religiösen Familien aufgewachsenen Menschen in der Praxis von populären „Sünden“ fast keine Unterschiede zu verzeichnen waren. Jeweils rund 45 Prozent hatten im Alter von 15 Jahren schon masturbiert, ab 18 Jahren waren es jeweils über 80 Prozent. Mit sexuellen Aktivitäten, die als Oralsex bezeichnet werden können, hatten sowohl ein Fünftel der weniger wie auch starkreligiös sozialisierten Umfrageteilnehmer bereits mit 15 Jahren empirische Erfahrung gesammelt. Ab dem Alter von 18 Jahren waren es jeweils 62,5 bzw. 55,1 Prozent. Ähnliche Ergebnisse und vergleichbar geringe Abweichungen gab es beim „ersten Mal“. Spätestens im Alter von 21 Jahren glichen sich die Daten an: 87,9 Prozent aus der Gruppe der am wenigsten religiösen Befragten hatten hier schon „echten“ Sex erlebt, und bei der Gruppe der am religiösesten Sozialisierten waren es 84 Prozent.
Es zeigte sich also, dass die Lehren der verschiedenen Glaubensrichtungen wenig Einfluss auf das tatsächliche Verhalten der an der Untersuchung beteiligten Menschen hatten. Höher war lediglich das damit verbundene Schuldbewusstsein der Heranwachsenden, eine „Sünde“ begangen zu haben.
Darrel Ray und seine Kollegin hatten schließlich auch gefragt, wie sich das Sex-Leben nach dem Abschied vom Kindheitsglauben veränderte. Deutlich wurde: je religiöser die Erziehung in der Jugend, desto positiver wurde die Entwicklung beurteilt. Fast zwei Drittel der Menschen aus tiefreligiösen Elternhäusern hatten eine enorme Verbesserung erfahren während die Werte bei den weniger religiösen fast unverändert blieben oder sich nur leicht verbesserten. Im Gesamtergebnis beurteilten 54,6 Prozent der 9.400 Befragten die Effekte des Abschieds von der Religion als sehr positiv – unabhängig vom Geschlecht. Aber immerhin 2,2 Prozent meinten auch, ihr Sex-Leben habe sich verschlechtert.
In der Bilanz stellen die beiden Forscher fest: Ihre frühere Hypothese, dass religiöse Sozialisation auch nach dem Abfall vom Glauben der Eltern bleibende Effekte hinterlässt, ließ sich in ihrer Umfrage nicht belegen. Deutlich wurde aber, dass Religion und sexuelle Sozialisation eng miteinander verknüpft sind. Je religiöser das Elternhaus, desto stärker der Einfluss auf das Sündenbewusstsein. Auswirkungen auf die Praxis gibt es hingegen wenig. Herausgefunden hatten Darrel Ray und Amanda Brown schließlich auch, dass die Defizite der dem Kindheitsglauben abtrünnig gewordenen Umfrageteilnehmer gegenüber ihren säkular erzogenen Mitmenschen schnell wettgemacht werden konnten. Es scheint, dass sich die Schuldbotschaften nicht lange halten, heißt es. Ihre gesamten Ergebnisse sollen Ende des Jahres ausführlicher kommentiert als Buch erscheinen.















Mal ehrlich, was unter anderem in dieser Welt noch glücklich macht, ist Sex. Geld ist das andere.
Das sind ja mal gute Nachrichten. Habe kürzlich auch darüber geschrieben, den größeren Spaß daran meine ich. http://tiny.cc/appu1
Den besten Sex bekommen immer noch die, welche die 20 Jahre Aufwärmphase in einer verbindlichen Beziehung (Ehe) durchhalten. Und da sind Gläubige meiner Überzeugung nach besser dran.
also meiner Meinung nach haben den besten Sex immer noch die bösen “rückständigen” Heiden ;)
Bi- un Homosexualität, Gruppenorgien mit Met und Musik, freie Liebe und Polyamorie wie in Antiken Zeiten… ;););)