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Atheisten haben mehr Spaß am Sex

Eine Umfrage unter rund 10.000 nichtreligiösen Menschen zeigt: Ungläubige haben nicht mehr Sex, sondern besseren.

Untersuchung legt nahe: Wenn das Begehren für fiese Gewissensbisse sorgt, könnte der Glaube eine Ursache dafür sein. Foto: Robert McDon / Flickr / CC-BY-SA

Wie hängen religiöser Glaube und das Sex-Leben von Menschen zusammen? Schon lange ist bekannt, dass Ideengebäude und Regeln vorherrschender Religionen maßgeblich auf die Kontrolle der menschlichen Libido zugeschnitten sind. Welche Effekte Frömmigkeit und die Tradition von Rollenmodellen im demographischen Wettstreit der verschiedenen Glaubensrichtungen haben, wird ebenfalls zunehmend offener diskutiert. Doch welche konkreten Auswirkungen der Abschied vom religiösen Glauben auf die angeblich schönste Nebensache der Welt für den Einzelnen hat, konnte bislang nur gemutmaßt werden. Der US-amerikanische Psychologe und Buchautor Darrel Ray hat diese Frage genauer untersucht.

Rund 9.400 nichtreligiöse Menschen nahmen dazu an einer anonymen Online-Umfrage teil, für die Darrel Ray und seine Mitarbeiterin Amanda Brown, Studentin an der Universität Kansas, in sozialen Netzwerken oder mit Hilfe von populären Bloggern wie PZ Myers werben konnten. Die Betrachtung der Geschlechterverteilung ergab, dass 69,4 Prozent der Teilnehmer männlich und 29,7 Prozent weiblich waren – womit das Ergebnis anderen Erhebungen zum „Gender gap“ unter säkularen Communities wie Atheist Nexus gleichkam. Über 60 Prozent der Befragten waren jünger als 35 Jahre. Zwei Drittel waren Anhänger einer christlichen Konfession, bevor sie Abschied vom religiösen Glauben genommen hatten. Neun von zehn Umfrageteilnehmern bezeichneten sich nun als Atheisten oder Agnostiker, die anderen als Humanisten, spirituell, Säkularisten oder „sonstige“. Die Antworten kamen aus insgesamt 94 Ländern.

Die Studie zeigte, dass besonders für sehr religiöse Menschen der Glaube stark mit dem Sex-Leben verbunden ist. Auf einer Skala von 1 bis 10 gaben die stark religiös sozialisierten Menschen Werte zwischen 6 und 10 an, während die weniger religiös und säkular sozialisierten Befragten durchschnittlich knapp 2 Punkte abgaben.

Ein Teil der Untersuchung umfasste die Frage, welche Rolle die Vermittlung von Schuldgefühlen spielt. Es zeigte sich, dass die Verknüpfung von Sündenbewusstsein und Sex vor allem in konservativen Glaubensrichtungen eine zentrale Stellung einnimmt. Mormonen und Jehovas Zeugen rangieren mit mehr als 8 Punkten Zustimmung in den Ergebnissen auf Spitzenplätzen, während ehemalige Angehörige des Judentums oder unitarischer Glaubensrichtung die sexuelle Sozialisation als noch weniger schuldverstrickt (etwas mehr 4 Punkte) einschätzten als diejenigen, die nichtreligiös aufwuchsen.

Dass religiöse Sozialisation nicht per se zu Gewissensbissen wegen sexueller Handlungen oder Wünsche führen muss, ergaben die Antworten auf eine andere Frage. Dabei zeigte sich, dass solche Schuldgefühle vor allem in stark religiösen Elternhäusern beheimatet sind. Vier von fünf Teilnehmern aus tiefreligiösen Familien bejahten Komplexe, während drei Viertel der Befragten aus liberal-religiösen und säkularen Familien sie verneinten.

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