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Nigeria: Leo Igwe befreit “Hexen-Mädchen”

"Operation Tötet die Hexen" - Die "Hexen-Jagd" wird in Nigeria auch von evangelikalen Gruppen betrieben. Foto: Rhys / Flickr / CC-BY-ND

Der IHEU-Repräsentant für Süd- und Westafrika, Leo Igwe, konnte einen Erfolg vermelden. Laut einem Bericht vom Dienstag ist es Igwe gelungen, ein 8-jähriges Mädchen in Sicherheit zu bringen, dem „Hexerei“ vorgeworfen wurde.

Esther Obot Moses, so ihr Name, wurde zuvor von ihrer Familie wegen dieses in der Öffentlichkeit laut gewordenen Vorwurfs verlassen.

Laut Bericht von Igwe wurde Esther in einem entlegenen Dorf von Mitarbeitern der hiesigen Polizei aus der Gewalt eines 40 Jahre alten Mannes befreit, der sie zuvor von ihrem Schlafplatz auf einem Markt entführt hatte. Igwe berichtete weiter, er habe das Mädchen seit letztem Jahr in der Gewalt gehabt und sie mehrfach vergewaltigt.

Leo Igwe und Esther.

Nachdem Esther und ihr Kidnapper gegenüber den örtlichen Sicherheitsbehörden ihre Aussagen gemacht hatten, wurde Esther in die Obhut des Ministeriums für Frauen und Wohlfahrt gegeben. Zudem habe sie eine Malariaprophylaxe erhalten.

Der Vorwurf der „Hexerei“ ist in Afrika ein weitverbreitetes Phänomen, dem jährlich Tausende Frauen und Mädchen zum Opfer fallen. In Folge dessen sie regelmäßig missbraucht, verlassen und aus den örtlichen Gemeinschaften ausgeschlossen werden. Der Großteil der Schicksale bleibt für die europäische Öffentlichkeit unbekannt.

Igwe, der ebenfalls der hiesige Vertreter der weltweiten Skeptikerbewegung ist, sah sich wegen seiner Aktivitäten zur Bekämpfung von Aberglauben und Menschenrechtsverletzungen in Nigeria wiederholt selbst massiven Bedrohungen ausgesetzt. Auch seine Familie wird immer wieder in Mitleidenschaft gezogen. Seine Arbeit wird durch Spenden an die IHEU finanziert, in der unter anderem auch der Humanistische Verband Deutschlands Mitglied ist.

Zuletzt wurde Leo Igwe im Zusammenhang der Befreiung Esthers gemeinsam mit zwei Mitstreitern mehrere Tage selbst inhaftiert. Zweck der Festnahme war, ihn anschließend gegen die Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß zu setzen. Diesmal jedoch vergebens, berichtete Igwe über seine Freilassung.

Das Verfahren der Inhaftierung zur anschließenden Freilassung gegen die Zahlung von Geld wird von den Sicherheitsbehörden teilweise zur Sicherung des eigenen Einkommens eingesetzt. Ein ausführlicher Bericht über die Ereignisse liegt  auf den Seiten der IHEU in englischer Sprache vor.

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