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Studien und Umfragen: Was glauben Muslime?

Westliche Muslime sind moderater als die Brüder und Schwestern in Ländern mit einer Bevölkerungsmehrheit. Foto: Ranoush / CC-BY-SA

Der Islam ist eine Religion und eine totalitäre Ideologie, die sowohl für das Privatleben wie für die Politik absolute Regeln für alle Muslime vorschreibt und auch für deren Verhalten gegenüber Nicht-Muslimen.

Anders als das Christentum etwa kennt der Islam keine Trennung von Kirche und Staat. Da sich Kulturen und Ideen gegenseitig beeinflussen, kann man jedoch nicht davon ausgehen, dass alle Muslime zu 100 Prozent mit dieser Ideologie einverstanden sind.

Was Menschen, die sich als Muslime identifzieren, tatsächlich glauben und was irgendjemand außer uns selbst tatsächlich glaubt, wissen wir letzten Endes nicht.

Wir können allerdings Maßstäbe dafür finden, was Muslime laut ihrer eigenen Aussage glauben, weil es viele empirische Umfragen darüber gibt. Deshalb sollen einige Daten und Fakten präsentiert werden.

Muslime in der islamischen Welt Eine Studie vom Dezember 2002 zeigt auf, dass die Mehrheit der Libaneser und die Mehrheit jener, die in Nigeria und in Bangladesch ihre Meinung zum Thema abgegeben haben, Selbstmordattentate unterstützen.

Laut einer Umfrage vom Mai 2003 forderte die Bevölkerungsmehrheit in Marokko, Jordanien, in den Palästinensergebieten, in Kuweit, im Libanon, in Indonesien und in Pakistan das Ende des Staates Israel. Im März 2004 unterstützte die Mehrheit der Marokkaner und Jordanier Selbstmordattentate auf Juden.

Sind Muslime in islamischen Ländern seitdem moderater geworden? Eine Umfrage vom März 2008 zeigt auf, dass 84 Prozent der Palästinenser die Ermordung jüdischer Zivilisten befürworteten.

Eine umfassende Studie vom Februar 2009 kommt zu folgendem Ergebnis: Jeweils 76 Prozent der Pakistanis und der Marokkaner möchten eine strikte Auslegung der Scharia in jedem islamischen Land.

Und 90 Prozent der Palästinenser unterstützten die Ermordung von amerikanischen Truppen im Irak. Derweil geben die Vereinigten Staaten den Palästinensern eine Milliarde Dollar Entwicklungshilfe.

83 Prozent der Ägypter unterstützen angeblich die Ermordung von amerikanischen Truppen im Irak. Die USA zahlen an den Staat Ägypten zwei Milliarden Dollar Entwicklungshilfe jährlich.

Ebenso unterstützen 68 Prozent der Marokkaner und 40 Prozent der Menschen in der Türkei die Ermordung der amerikanischen Truppen im Irak. Und die USA fordern die Aufnahme der Türkei in die EU.

Muslime in Europa Sind wenigstens die europäischen Muslime liberaler als ihre Brüder und Schwestern in islamischen Ländern?

Laut einer Umfrage von 2006 lehnen 78 Prozent der französischen Muslime die Steinigung von ehebrecherischen Frauen ab, zwölf Prozent sind dafür.

73 Prozent unterstützen die Trennung von Staat und Religion, 21 Prozent sind dagegen. Insgesamt sind die Muslime im laizistischen Frankreich also recht gut integriert.

Weniger gut machen sich irische Muslime in einer Umfrage vom selben Jahr: 37 Prozent wollen aus Irland einen Staat auf Grundlage der Scharia machen, aber immerhin 50 Prozent lehnen das explizit ab.

Die junge Generation ist radikaler: 57 Prozent der unter 26-jährigen Muslime möchte, dass Irland wie ein islamischer Staat regiert wird.

Am schlechtesten integriert sind marokkanische Jugendliche in den Niederlanden: 40 Prozent lehnen 2006 die Demokratie und westliche Werte ab, die Mehrheit ist für ein Verbot von Islamkritik. Auch den militanten Antisemitismus bringen radikale Muslime nach Europa zurück.

Studiensammlung Aus der Studiensammlung „Muslime in Europa“ des großen Meinungsforschungsinstituts Gallup möchte ich hier einige Ergebnisse vorstellen.

Wer auf die farbigen Überschriften klickt, gelangt jeweils zu den Quellen.

Da gibt es zunächst die Wertefragen 64 Prozent der Franzosen und 55 Prozent der Engländer sind der Meinung, dass die Entfernung des Gesichtsschleiers für eine erfolgreiche Integration notwendig sei.

Dies glauben jedoch nur 13 Prozent der Londoner Muslime und 18 Prozent der Pariser Muslime. In Berlin sind es 49 Prozent der allgemeinen Bevölkerung und immerhin 43 Prozent der Muslime.

Es ist hier nicht die Rede vom Kopftuch, sondern wirklich vom gesichtsverhüllenden Schleier.

Die Frage über den Gesichtsschleier ist ambivalent, denn vielleicht (auch wenn das nicht sehr plausibel klingt) sind die genannten Muslime nur der Meinung, dass die Entfernung eines freiwillig getragenen Gesichtsschleiers für die Integration nicht unbedingt notwendig sei.

Schon deutlicher wird es allerdings bei der Frage, ob homosexuelle Handlungen moralisch akzeptabel sind. Dies glauben 81 Prozent der Franzosen, 68 Prozent der Deutschen und 66 Prozent der Engländer. Aber nur 18 Prozent, 26 Prozent und vier Prozent der Muslime sind dieser Meinung.

Mit anderen Worten glaubt die große Mehrheit der französischen, deutschen und englischen Muslime, dass homosexuelle Handlungen moralisch nicht akzeptabel sind.

Was die Frage betrifft, ob Schwangerschaftsabbrüche moralisch akzeptabel ist, sehen die Antworten ganz ähnlich aus. 58 Prozent der Engländer, 77 Prozent der Franzosen und 52 Prozent der Deutschen sind dieser Meinung.

Jedoch gilt dies nur für zehn Prozent der Muslime in England, für 24 Prozent der Muslime in Frankreich und für 34 Prozent der Muslime in Deutschland.

Detailliertere Umfragen gibt es über die Wertevorstellungen der Londoner Muslime. Folgende Dinge hielten Muslime im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung für moralisch akzeptabel.

Sex außerhalb der Ehe sehen elf Prozent der Muslime als akzeptabel an und 82 Prozent der allgemeinen Bevölkerung.

Pornos ansehen finden vier Prozent in Ordnung im Vergleich zu 29 Prozent aller Menschen in London. Ehrenmorde finden bei immerhin drei Prozent der Muslime Zuspruch, der gesellschaftliche Durchschnitt liegt hier bei einem Prozent.

Die Londoner Muslime sind also sehr wertkonservativ, aber mit drei Prozent ist die Unterstützung von Ehrenmorden relativ gering.

Wie hängen Religion und Nationalismus zusammen? 68 Prozent der Pariser Muslime, 88 Prozent der Londoner Muslime und 85 Prozent der Berliner Muslime sagen, dass Religion eine wichtige Rolle in ihrem Alltagsleben spiele.

In der allgemeinen Bevölkerung sind das nur 23 Prozent der Franzosen, 36 Prozent der Engländer und 41 Prozent der Deutschen.

Generell ist eine hohe Meinung über Religiosität unter Londoner Muslimen festzustellen. Rund 44 Prozent der Londoner Muslime haben eine positive Meinung über christliche Fundamentalisten, im Vergleich zu nur drei Prozent, die eine explizit negative Meinung hatten.

Allerdings haben auch 60 Prozent der allgemeinen Bevölkerung Londons eine positive Meinung über christliche Fundamentalisten und nur 7 Prozent eine negative.

Wenn Menschen  gefragt wurden, ob sie glauben, dass die Muslime, die in ihren Ländern leben, dem jeweiligen Land loyal gegenüber sind, stimmten nur zwischen 35 und 45 Prozent der Deutschen, Franzosen und Briten zu.

Jedoch sagen 73 Prozent der Pariser Muslime, 74 Prozent der Londoner Muslime und 72 Prozent der Berliner Muslime, sie wären ihrem Land gegenüber loyal.

Außerdem zeigen Muslime in England und Frankreich ein höheres Vertrauen in ihre Regierung als die allgemeine Bevölkerung.

Wenn man Muslime und die allgemeine Bevölkerung fragt, wie stark sie sich mit ihrem Land identifizieren, dann fällt das Ergebnis allerdings für beide Gruppen sehr ähnlich aus.

Was denken Muslime über Gewalt? Wenn Muslime gefragt wurden, ob sie die Anwendung von Gewalt im Namen eines erhabenen Zieles moralisch akzeptieren und diese Zustimmung auf einer Fünf-Punkte-Skala bewerten, dann zeigen Muslime eine stärkere Ablehnung für diese Gewalt auf als die allgemeine Bevölkerung.

In London entschieden sich 81 Prozent der Muslime für ein bis zwei Punkte, im Vergleich zu 72 Prozent der allgemeinen Bevölkerung.

In Frankreich waren es 77 Prozent der Pariser Muslime im Vergleich mit 79 Prozent der allgemeinen Bevölkerung.

In Deutschland lehnen sogar 94 Prozent der Muslime Gewalt für einen höheren Zweck ab, im Vergleich zu 75 Prozent der Deutschen.

Angriffe auf Zivilisten sind für 88 Prozent der Muslime in England und für 92 Prozent der allgemeinen Bevölkerung dort nicht akzeptabel.

Muslime in Deutschland Die Studie mit dem Titel „Muslimisches Leben in Deutschland“, ein Ergebnis der Islamkonferenz, bietet detailliertere Erkenntnisse. Hier einige Zitate:

Unter Muslimen lautet die häufigste Selbsteinschätzung, „eher gläubig“ (50 Prozent) zu sein, gefolgt von der Einschätzung „sehr stark gläubig“ (36 Prozent) zu sein (mit Ausnahme der Muslime aus Südosteuropa).

Muslimische Frauen schätzen sich in fast allen Herkunftsgruppen tendenziell häufiger als sehr stark gläubig ein als muslimische Männer.

Während in der Gruppe der Muslime 15 Prozent insgesamt keinen Schulabschluss besitzen, sind es bei den Angehörigen anderer Religionen nur sieben Prozent

Muslime haben in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und im Freundeskreis seltener Kontakt zu Personen deutscher Herkunft als Angehörige anderer Religionen.

Untersucht man nun gesondert Unterschiede zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, zeigt sich, dass Muslime eine geringere Verbundenheit zu Deutschland verspüren (36 Prozent) als christliche, jüdische und andere nicht-muslimische Befragte (50 Prozent).

Hierbei zeigt sich aber auch, dass die in den Haushalten erfassten muslimischen Mädchen signifikant seltener als muslimische Jungen am Schwimmunterricht und an Klassenfahrten teilnehmen.

Die Anteilswerte der fernbleibenden muslimischen Schülerinnen, für die ein entsprechendes Angebot besteht, belaufen sich auf immerhin sieben Prozent bzw. zehn Prozent.

Daneben ist der Sexualkundeunterricht zu nennen, der insbesondere von den sonstigen Religionsangehörigen aus muslimisch geprägten Ländern gemieden wird, nämlich von sechs Prozent der männlichen und 15 Prozent der weiblichen Schüler dieser Gruppe.

Als Grund für das Tragen des Kopftuches wird von fast allen Frauen angegeben, dies aus religiöser Pflicht zu tun.

Der Befund spricht dafür, dass die Bevölkerungsgruppe derjenigen, die aus muslimisch geprägten Ländern stammen, sich aber keiner Religion zugehörig fühlen, zukünftig noch stärkere Beachtung finden sollte.

Muslime und kriminelles Verhalten in Deutschland Hier einige Erkenntnisse der polizeilichen Kriminalstatistik von 2009. Es gab insgesamt 2.187.217 Tatverdächtige. Davon stammten 102.520 Tatverdächtige  aus der Türkei, das nächstplatzierte Herkunftsland bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen war Polen mit rund 30.000.

Das Ausländerzentralregister besagt: „Die wichtigsten Herkunftsländer der in Deutschland lebenden Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind unverändert die Türkei mit einem Anteil von 25 Prozent, Italien mit acht Prozent, Polen mit sechs Prozent.“

Insofern ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass Türken die häufigsten Tatverdächtigen unter den Nichtdeutschen sind – es ist ja auch die größte Gruppe der Nichtdeutschen.

Allerdings heißt es in der Muslime in Deutschland-Studie auch: Sechs Prozent aller Befragten – hochgerechnet auf alle drei oder viel Millionen “Muslime” in Deutschland etwa 200.000 – sind der Studie zufolge „gewaltaffin“, sie sind also theoretisch mobilisierbar. Das bedeute, dass sie massive Formen politisch-religiös motivierter Gewalt akzeptierten.

Moderate Muslime im Westen Obwohl Muslime viel reaktionärer sind als die einheimische Bevölkerung im Westen, sollte das nicht von der Tatsache ablenken, dass es natürlich moderate Muslime gibt und sogar anti-islamistische Organisationen von Muslimen.

Das American Islamic Forum for Democracy kämpft aktiv gegen die Islamisten von CAIR (Council on American-Islamic Relations). Muslime gegen Islamofaschismus ist eine Verbindung von zahlreichen muslimischen Individuen und Organisationen, die den Islamofaschismus bekämpfen.

Es gibt auch ein paar Araber und Muslime, die Israel unterstützen. Demokratische Muslime in Dänemark wollen den Islam reformieren und die Free Muslims Coalition bekämpft islamistische Terroristen.

Ex-Muslime sind natürlich keine Muslime mehr, aber ihre Existenz widerlegt jene, die den orthodoxen Islam für ein irgendwie ethnisches „Araberproblem“ halten.

Der orthodoxe Islam ist eine Ideologie, ähnlich wie der Nationalsozialismus, aber auf Rassen oder Ethnien ist er nicht begrenzt. Die westlichen Konvertiten beweisen, dass auch die einst als „Arier“ bezeichneten Menschen in der Lage sind, sich dem Islam zu verschreiben.

Fazit Es gibt eine breite Unterstützung für Islamismus, Antisemitismus bzw. Antizionismus und Terrorismus in der muslimischen Welt. Muslime im Westen sind dagegen moderater als ihre Brüder und Schwestern in islamischen Ländern.

Nur eine Minderheit der Muslime im Westen ist gewaltbereit, allerdings teilt eine Mehrheit von ihnen eine erheblich reaktionärere Wertehaltung als die Durchschnittsbevölkerung.

Dies zeigt sich zum Beispiel in ihrer mehrheitlichen Ablehnung von Homosexualität, Schwangerschaftsabbruch und Sex außerhalb der Ehe. Mark Humphreys hat schließlich noch mehr Ergebnisse von Umfragen unter Muslimen gesammelt.

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Diskussion - Bisher 6 Kommentare - Kommentar schreiben
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    Danke Andreas!
    Ich dachte schon, dass Magazin hätte sich völlig in seiner obsessiven Christentumkritik verfangen. Immerhin gibt es noch Autoren hier, die die Gefährdungen, die von beiden Religionen ausgehen, unterscheiden können. Lob auch für die Mühe, die du dir beim Statistikensammeln gemacht hast.

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    Ein kurzer Kommentar zum
    Fazit Es gibt eine breite Unterstützung für Islamismus, Antisemitismus bzw. Antizionismus und Terrorismus in der muslimischen Welt. Muslime im Westen sind dagegen moderater als ihre Brüder und Schwestern in islamischen Ländern.

    Nur eine Minderheit der Muslime im Westen ist gewaltbereit, …

    Ich würde da sagen: “… Muslime im Westen äußern sich dagegen moderater …” Es gibt das Konzept der Taqqiya: Muslime dürfen und sollen sogar lügen, wo sie (noch) nicht die Oberhand gewinnen können. Wir sollten nicht zu vertrauensselig sein. Ich habe es schon erlebt, dass ein anscheindend vernünftiger Türke die Mohammed-Karikaturen für Volksverhetzung hielt, aber die Morddrohungen in muslimischen Ländern für legitime Einschüchterung. Wir müssen auf ein tückisches Potenzial und eine weit verbreitete Bereitschaft zu Lüge gefasst sein.
    Bitter ist es, dass man wohl auch ehrlichen Leuten damit gelegentlich ungerechterweise falsche Unterstellungen macht. Aber für das Misstrauen sind nicht wir verantwortlich. Wir sind für möglichst vorsichtige Einschätzungen und kluge Urteilsenthaltung verantwortlich – und im Ernstfall für die Bereitschaft, uns nicht unsere Rechte aus der Hand nehmen zu lassen.

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    Es ist die Frage, wie relevant die Kriminalstatistik wirklich ist. Mir scheint, das sie Aussagen eher verfälscht, als diese zu erhellen.
    Durch das Optionsmodell bei der Staatsbürgerschaft kommt es zu Verzerrungen, weil grade Angehörige einer größeren “Risikogruppe” (< 23 Jahre) als Deutsche gezählt werden, auch wenn sie sich noch nicht für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden haben.
    Zudem sagt die Staatsangehörigkeit natürlich nichts über die Sozialisierung statt. Das Problem ist ja grade, das bei den Problemgruppen diese grade eben in recht abgeschotteten Milieus stattfindet.

    Eine Statistik, die nur die Staatsangehörigkeit, nicht aber die Sozialisierung der Täter in Betracht zieht, ist eher wertlos.

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    In einem philosophischen Forum kann man sich trefflich über den Unsinn religiöser Anschauungen austauschen. Man kann David Hume oder Hans Albert feiern und sich gegenseitig der gelungenen persönlichen Aufklärung versichern.

    Man muss aber hinnehmen, dass die Mehrheit der Menschen Religion als Geborgenheit verstehen will. Da ist der Appell an die Vernunft eher zwecklos.

    Wir dürfen aber nie hinnehmen, wenn eine Religion sich Macht anmaßt und Gewalt über Menschen ausübt. Dies gilt heute für die Religion, die das Religiöse und das Politische nur als Einheit sieht und sich bis jetzt jeder kritisch-historischen Analyse ihrer heiligen Schriften verweigert.

    Und wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen von jenen gutmenschlichen Werterelativisten, die Deschner´s Kritik am Christentum zustimmen und die eine gleiche Kritik am Islam als Rassismus denunzieren.

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    …”mehrheitliche Ablehnung von Homosexualität” in muslimischen Ländern.
    Und so sieht Allahs Liebe zu Lesben und Schwulen aus:
    Abhängig von Regierung und Rechtsprechung geht die Bandbreite der Strafen von einer Auspeitschung bis hin durch Steinigung.
    Lt. amnesty international zur Lage von Lesben, Schwulen und Transgender weltweit, gehören auch 22 muslimische Länder die gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellen. In Tschetschenien z.B. werden nach erstmaligem homosexuellen Kontakt Peitschenhiebe fällig – beim dritten Verstoss droht die Todesstrafe. Zu den besagten 22 Länder gehören sowohl “liberale muslimische Staaten wie Tunesien als auch Diktaturen wie im Sudan.Mit der Todesstrafe müssen Schwule in Afghanistan,Saudi Arabien, Iran, Mauretanien, Sudan, Tschetschenien und im Jemen rechnen.
    Obwohl Homosexualität in der Republik Türkei nie verboten war, geht ein grosser Teil von Gewalttaten gegen Schwule von der Polizei aus. In solchen Fällen ist es für die Opfer nahezu unmöglich Gerechtigkeit einzufordern, Verfahren werden oft verschleppt oder ganz eingestellt.Betroffene, die gegen Polizisten Klage erheben, müssen zudem mit Einschüchterung und Racheakten rechnen.
    Zudem ist die Türkei das einzige Nato-Mitgliedsland, in der das Militär Homosexualität als Perversion und fortgeschrittene psychosexuelle Störung ansieht. Schwule werden in der Türkei weiterhin als dienstuntauglich ausgemustert, sie erhalten den Status des “cürük raporu”, der sie vom Wehrdienst ausschliesst. “Cürük” heisst soviel wie “verdorben,schlecht,vergammelt”
    Der Ajatollah Musava-Ardebili beschreibt die Bestrafung von Schwulen so: “Für männliche und weibliche Homosexuelle hat der Islam die strengsten Strafen vorgeschrieben. Nachdem auf der Basis der Shari’a der Beweis erbracht wurde, sollen sie ihn (oder sie) ergreifen, sie sollen sie enthaupten(…)
    (aus Eva Gundermann über die Verfolgung von Schwulen und Lesben im Namen des Islam – Gundermann ist Mitherausgeberin des Buchs “Das Schweigen brechen”

 
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