“Die Zeit ist gekommen, dass die Leute der Vernunft sagen: Genug ist genug. Religiöser Glaube schreckt von unabhängigem Denken ab. Er ist spaltend und gefährlich.” Soweit Richard Dawkins und sein eindeutiges Fazit gegenüber den Religionen der menschlichen Spezies und ihrem gefährlichem Aberglauben.
Dawkins ist der wohl bekannteste Religionskritiker und laut Medienurteil “einflussreichste Biologe” unserer Zeit. Bereits in frühen Werken verteidigte er die ernsthafte Evolutionsforschung gegen wissenschaftsfeindliche Konzepte wie den Kreationismus und andere religiöse Lehren. Eine Dokumentation verrät nun mehr über seine Positionen und Ansichten.
Bisher war dieser sehenswerte Film jedoch ausschließlich in englischer Sprache verfügbar. Deshalb präsentieren wir jetzt die erste Episode der Dokumentation mit deutschen Untertiteln.
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In dieser Dokumentation geht es um einige der zahllosen unbelegten Glaubenssätze, die von vielen Religionen als Fakten gehandelt werden. Außerdem nimmt sie die extremen Taten, zu denen manche Menschen durch ihren Glauben motiviert werden, in den Blickpunkt. Dawkins eröffnet die ausführliche Stellungnahme, indem er die „potenziellen Mörder, die Sie, mich und sich selbst umbringen wollen, weil sie durch – wie sie glauben – das höchste Gut motiviert sind“, vorstellt.
Im „Prozess des Nicht-Denkens, genannt religiöser Glaube“ sieht Dawkins keinen tauglichen Weg, die Welt zu verstehen. Vielmehr sei er ein fundamentaler Widerspruch zur modernen Wissenschaft und wissenschaftlichen Methoden. Die Religionen werden damit als spalterische und gefährliche Phänomene bloßgestellt.
Nach dem Anschlag auf das World Trade Center begann Richard Dawkins damit, seine religionskritische Position in der Öffentlichkeit noch nachdrücklicher zu vertreten. Vor allem durch sein Buch „Der Gotteswahn”, welches zum Bestseller avancierte. Dawkins erläutert darin detailliert, wie irrational und destruktiv insbesondere die monotheistischen Religionen sind.
Er teilt mit anderen Autoren wie Christopher Hitchens, Sam Harris und Michael Schmidt-Salomon die Position, dass nicht nur der Gottesglaube, sondern auch der „Glaube an den Glauben“ schädlich ist. Gemeint ist damit die Überzeugung, dass Religion sich positiv auf die Normen und Werte einer Gesellschaft auswirkt – auch, wenn ihre religiösen Ideen nicht vom Einzelnen geteilt werden.
Im Zuge der Recherche für das Buch “Der Gotteswahn“ entstand die Fernsehdokumentation “The root of all evil?”, zu deutsch: „Die Wurzel allen Übels?“ Dort argumentiert Dawkins, dass es der Menschheit ohne Religionen, religiöse Ideen und den Glauben an Götter insgesamt besser ginge.
In Großbritannien wurde die Dokumentation bereits im Januar 2006 in zwei 45-minütigen Episoden ausgestrahlt. Dawkins war mit dem vom Sender vorgegebenen Titel der Dokusendung allerdings sehr unzufrieden. Die Idee, dass irgendetwas die Wurzel allen Übels sein könnte, beurteilte er als absurd. Daher wurde die Doku bei der zweiten Ausstrahlung in „The God Delusion“ umbenannt und teilte somit den Titel seines gleichnamigen Buches.















Sehr cool. Der Titel ist ja nicht von Dawkins, und nach der Lektüre des “Gotteswahn” finde ich es furchtbar, wie oft der als Polemiker und rhetorischer Brandstifter bezeichnet wird, wenn er doch wirklich sachlich argumentiert. Auch hier in den Gesprächen sieht man ja, dass er ruhig zuhört. Vergleiche das mal mit z.B. Michel Friedmans Gesprächsstil, da sieht man, was Polemik oder Angriffslust sein kann. Dawkins ist ein Teddybär, nur sagt er halt Dinge oder zeigt Dinge, die Leuten nicht gefallen.
Danke für die Doku. :)
Der Herr Dawkin hängt dem größten und gefährlichten Irrglauben der Welt an: Wissenschaft kann die gesamte Welt erklären. Schade, dass diese Irrlehre in unserer heute angeblich so aufgeklärten Zeit immer noch verbreitet wird.
Wissenschaftliche Theorien müssen falsifizierbar sein, d.h. sie müssen widerlegbar sein. Wenn Experimente oder Beobachtungen eine Vorhersage widerlegen, ist die Theorie falsch. Wird die Vorhersage bestätigt, ist die Theorie im Gegenzug NICHT (!) wahr, sondern in gewissem Umfang nicht “nicht falsch”. D.h. die Wissenschaft kann nur gesetzmäßige Phänomene beschreiben. Phänomene, die unter den selben Voraussetzungen immer die selben Ergebnisse bringen. Damit wird ein Teil der Weltbeschreibung ausgeschlossen!!!
Ein ganz einfaches Beispiel aus der Schule: man interpretiere einen Text auf Basis einer Fragestellung. Dort versagt die Wissenschaft! Die Interpretationen gehen auseinander, da das Thema eben nicht gesetzmäßig ist. Ebenso ist es mit allen Dingen im Kosmos, die rein der Interpretation unterliegen, z.B. die Frage nach dem Sinn und der Einordnung im Kosmos. Wer glaubt, dass alleine Wissenschaften hier die Antworten liefert ist genauso dumm wie die Kreationisten. Wissenschaftsfanatiker und Kreationisten laufen hier im Prozess des “Nicht-Denkens” Irrlehren hinterher.
Alle Fragen der Interpretation des Kosmos werden von der Philosophie abgedeckt und halt auch von den Relegionen.
Fazit 1 : Das unkritische Hinterherlaufen hinter einer Irrlehre ist ein menschliches Phänomen, kein rein religiöses. Dies kann man an Dawkin sehr schön verfolgen.
Fazit 2: Nicht alle, die an ein göttliches Wesen glauben, tun dies blind ohne Nachdenken. Man muss nur die Augen aufmachen und z.B. entsprechende Literatur lesen.
Lieber Herr Waldner,
bei 12 Minuten 44 Sekunden sagt Dawkins in dem Video:
“Woher wissen Wissenschaftler die Dinge, die sie wissen
über die Welt und das Universum? Woher wissen wir zum Beispiel, dass die Welt 4,5 Milliarden Jahre alt ist
und dass sie die Sonne umkreist, die sie nährt?
Woher wissen wir, dass diese Dinosaurier hunderte Millionen Jahre alt sind?
Die Antwort lautet Belege. Tonnen und Abertonnen sich gegenseitig stützende Belege. Wissenschaft handelt davon, diese Masse an Belegen zu prüfen, zu vergleichen und zu bestätigen, um auf diese Weise alte Theorien über die Funktionsweise der Dinge zu aktualisieren.
Ich erinnere mich an einen prägenden Einfluss in meinem Studentenleben. Es gab einen älteren Professor
in meinem Institut, der über viele Jahre besonders begeistert von einer bestimmten Theorie war.
Und eines Tages kam ein amerikanischer Forscher zu Besuch, der die Hypothese unseres alten Mannes ganz und gar widerlegte. Der alte Mann schritt nach vorne, schüttelte seine Hand und sagte: >>Mein lieber Kollege!
Ich möchte Ihnen danken. Ich habe diese 15 Jahre lang falsch gelegen.<<
Wir klatschten uns alle die Hände wund.
Dies war das wissenschaftliche Ideal von jemandem, der eine Menge investiert hatte, beinahe ein Lebensalter, investiert in eine Theorie und er war glücklich, dass
ihm sein Fehler gezeigt worden war und dass die wissenschaftliche Wahrheit sich weiterentwickelt hatte."
Wenn Sie sich diese Passage aufmerksam durchlesen, werden Sie feststellen, dass Dawkins den Fehler, Wissenschaft fanatisch zur unfehlbaren Heilslehre zu verklären, gar nicht begeht. Dass die Wissenschaft subjektive Sinnfragen nicht interpretieren oder gar beantworten kann, hat Dawkins auch bereits zu vielen Anlässen bestätigt. Deshalb ist es aber nicht falsch, bei Sinnfragen wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rate zu ziehen!
Waldner hat anscheinend weder Dawkins Film gesehen, noch sich mit neueren Werken zur Philosophie, Logik und Wissenschaftsmethodik auseinandergesetzt…
…aber es gibt offensichtlich einfach Menschen, die um jeden Preis glauben wollen.