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Hawking: Das Universum hat keinen Schöpfer

Das Universum hat keinen Schöpfer, weil es keinen braucht. Der populäre Physiker Stephen Hawking stellt in seinem neuen Buch „The Grand Design“ ausdrücklich fest, dass die moderne Physik keinen Raum für die Annahme einer übernatürlichen Macht übrig lässt. Auszüge des Buches wurden gestern erstmals den Medien zugänglich gemacht. Stephen Hawking  erklärt darin, die Entstehung des Universums sei eine unausweichliche Konsequenz physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Die Existenz eines Gottes anzunehmen, ist für die Erklärung der Welt  “nicht erforderlich”.

Hawking setzt sich in dem Buch unter anderem mit Isaac Newtons Vorstellung auseinander, dass die Welt nicht lediglich ein Produkt des bloßen Waltens von Naturgesetzen sei, sondern von einem Gott erzeugt worden sein muss. Die Erkenntnisse der heutigen Wissenschaften – Newton starb vor fast 300 Jahren – benötigen keinerlei deistische oder religiöse Annahmen, um die Entstehung des Universums schlüssig erklären zu können. Das Sparsamkeitsprinzip der Wissenschaftstheorie verlangt stets, dass auf unnötige Annahmen in Erklärungsmodellen verzichtet werden muss. Religiöse Vorstellungen, so macht Hawking in seinem Buch deutlich, sind nach Lage der Fakten unnötige und unnütze zusätzliche Annahmen, um die existente Welt zu erklären.

Stephen Hawking. Foto: Picapp.com

Weil es Gesetze wie das der Schwerkraft gibt, wäre das Universum aus dem Nichts entstanden, so Stephen Hawking. Spontane Entstehungsprozesse seien auch der Grund dafür, dass es mehr als Nichts gibt und das Universum sowie etwa die Menschen existieren. Mit den Feststellungen in seinem neuen Buch wendet er sich von früheren eigenen Positionen ab. In seinem erfolgreichen Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“, das er 1988 veröffentlichte, hatte er sich religiösen Erklärungsmodellen gegenüber noch aufgeschlossener gezeigt. Aufgrund der Forschungsergebnisse der letzten zwanzig Jahre ist aber deutlich geworden, dass ein Schöpfer „nicht notwendig“ für die Erklärung der Welt ist, so Hawking.

Ein Hintergrund von Stephen Hawking entschiedenen Ausführungen sind wissenschaftliche Fortschritte bei der Arbeit an der sogenannten M-Theorie. Sie ist eine erweiterte und verallgemeinerte Hypothese in der Theoretischen Physik. Hawking ist zuversichtlich, dass mit ihr irgendwann alle bekannten Naturkräfte einheitlich beschrieben werden können. So wäre die „Weltformel“ gefunden, die bereits Albert Einstein intensiv gesucht hat.

Einen ersten Schlag gegen deistische Erklärungsmodelle habe es 1992 gegeben, schreibt er weiter. In dem Jahr wurde erstmals die Beobachtung eines Planeten bestätigt, der eine andere Sonne als die unsere umkreist. Das ließ das Zusammenfallen unsere planetaren Umstände – eine einzelne Sonne, die glückliche Kombination aus dem Abstand zwischen Erde und Sonne sowie der solaren Masse – um einiges weniger beachtlich und als Beweis zwingend erscheinen. Hawking: Auch das ist ein deutlicher Anlass zum Zweifel an der Überzeugung, dass die Erde sorgfältig gestaltet worden wäre, nur um einfach uns Menschen zu erfreuen.

Stephen Hawking erklärte außerdem: Die Tatsache, dass wir Menschen fähig gewesen sind, so nah an das Verständnis der uns und unser Universum beherrschenden Naturgesetze zu gelangen, sei ein großer Triumpf. Das Buch „The Grand Design“ soll am 9. September 2010 in Großbritannien erscheinen, eine Woche bevor das Oberhaupt der katholischen Kirche, Joseph Ratzinger, dem britischen Königreich einen Besuch abstatten wird.

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Diskussion - Bisher 37 Kommentare - Kommentar schreiben
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    Natürlich ist alles mehr oder weniger Zufall, eben relativ. Ob der Schöpfungsakt nach dem Urknall gewollt war oder sich alles zufällig entwickelte kann doch dem normal Sterblichen egal sein. Nur die christliche Kirche und ihre Amtsträger haben es über viele Jahrhunderte verstanden, den Menschen zu beschränken… Ein Schöpfer meint es doch trotzdem gut mit seiner Schöpfung, wenn diese nach einer gewissen Zeit wieder verschwindet… Für welche Zwecke braucht es eigentlich ein Leben nach dem Tod?…Das ist ängstlich und anmaßend.

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    Hallo Harald,
    den Glauben an ein Leben nach dem Tod brauchen alle die, die davon zugunsten anderer Leben. Angefangen bei einem Herrn Ratzinger, dem “Wissenschaftserklärer” Herrn Lesch bis hin zum zuständigen dörflichen Seelenhirten. Wenn die Nicht-Gläubigen Gottes Reich auf Erden errichtet haben, sind diese Jungs und Mädels a`la Frau Käßmann arbeitslos oder müssen wie viele ihrer Glaubensbrüder- und Schwestern in die Politik gehen (Herr Tierse-SPD, Frau Göring-Eckardt-Grüne,Frau Lieberknecht-CDU z.B. schon heute).
    MFG
    Fjodor Rakitski

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    Erfreulich, dass auch Hawking endlich die Notwendigkeit sieht, deutliche Worte zu finden, um dem Gotteswahn und seinen Quote-Minern Einhalt zu gebieten – Hawkings “brief history of time” endete ja noch mit einer unglücklichen und übel ausgeschlachteten “Gottes-Erwähnung”.

    Hawking fragte Richard Dawkins einmal, warum er so “besessen von Gott” sei. Die Frage scheint für Hawking zufriedenstellend beanwortet zu sein.

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    Alle atheistischen Humanisten leiden unter den gleichen Denkfehler gegenüber der Theologie. Der geht es nämlich zumindest seit der Reformation nicht darum Gottes Existenz aus der Schöpfung bzw.Natur zu folgern. Es geht ihr höchsten darum, auf die Hinweise für das Walten Gottes in der Schöpfung aufmerksam zu machen. Denn einen Gottesbeweis aus naturwissenschaftlichen Kathegorien darf es nach der Theologie garnicht geben. Denn von dieser Ebene kann ‘GOTT’ nur als wissenschaftliches Objekt angegangen werden. Das aber ist bereits nach den Kriterien des Glaubens eine Gotteslästerung. Auch Hawkins Träumerei nach einer ‘Weltformel’ läuft in ähnliche Richtung. Denn sie setzt zumindest voraus, dass der Mensch mit seiner Intelligenz imstande wäre, sich der Welt gegenüber setzen zu können, sich ihr also gegenüber transzendieren zu können. Das aber setzt bereits ein Gottesbewußtsein voraus. Solange der menschliche Verstand aber sich ehrlicherweise nur als ‘Produkt’ dieser Welt verstehen kann, kann er ihr nicht gegenübertreten, sondern kann gefangen in ihr immer nur mit seinen Erkenntnismöglichkeiuten ihr unterworfen bleiben.
    Alle diese ‘Atheisten’ machen den ständigen Denkfehler, dass sie von der Absolutheit der Immanenz träumen aber ihren Intellekt klammheimlich aus dieser Immanenz herausnehmen und quasi obwohl angeblich ‘Atheisten’ göttliche Positionen einnnehmen wollen.
    Für die Theologie geht es aber nicht darum, dass wir Menschen Gott beweisen können oder sollen, sondern dass sich GOTT uns, den Menschen erschließen will. Das allerdings nicht durch die Natur, sondern durchn seine Offenbarung in der Bibel und im Menschen Jesus von Nazareth. Damit will GOTT sich den Menschen nicht aufzwingen, sondern macht ihm ein Angebot auf sein auf ‘Glaube, Liebe und Hoffnung’ angelegtes Menschsein eine glaubwürdige Antwort und daraus ein sinnerfüllten Leben zu gewinnen. Allen, die Atheisten sein und bleiben wollen, ist es natürlich unbenommen dieses Angebot abzulehnen. Natürlich bleibt auch ihr atheistisch angelegtes Menschsein auf ‘Glaube, Liebe und Hoffnung’ angelegt. Aber ohne die Annahme dieser Offenbarung werden sie in Punkto Glaube, Liebe und Hoffnung immer nur scheitern können und damit ihr wahres Menschsein verfehlen. Sie haben natürlich dann die Freiheit, sich in der vorliegenden Welt nach Herzen mit ihrem Geist austoben zu können. Aber das alles hat dann vor der Ewigkeit nur den Wert eines Furzes.

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    da es das “nichts” nicht gibt, gibt es auch gott nicht. gott ist oft eine idealisierung des menschen. alles bewegt sich in größeren oder kleineren kreisen. “gott-denken” ist ein denken in grenzen. deshalb bin ich zur gleichen ansicht wie hawking gekommen: es gibt keinen gott (und auch keinen zufall).

 
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