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Theologe: Religionen schuld an Tiermissbrauch

Der Theologe Eugen Drewermann vertrat auf dem Kirchentag „Mensch und Tier“ die Position, dass Umweltzerstörung und die alltägliche Grausamkeit gegenüber Tieren auf die jüdisch-christlichen Religionen zurückzuführen sei. Drewermann ist zudem überzeugt, dass auch Bevölkerungsexplosionen und viele Kriege auf das Konto der biblischen Ideologie gehen. Er sagte, es gebe kein „fataleres Gebot“ in der Bibel als die Aufforderung, sich die Erde untertan zu machen. Rund 1000 Menschen besuchten am Sonntag den Kirchentag in Dortmund.

Eugen Drewermann forderte, die moderne Gesellschaft müsse sich unter anderem von der wissenschaftlich unhaltbaren Ansicht des Christentums lösen, dass Mensch und Tier prinzipiell unterschiedlich seien. Wer aber seine Ethik aus der Bibel bezieht, stellt Drewermann fest, findet in den religiös fundamentierten Appellen der Schriften wenig Raum für eine aufgeklärte Umweltethik und Mitgefühl gegenüber Tieren. Die Bibel fordert etwa im 1. Buch Mose, Vers 28: “Füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.” Später wird detailliert eine christliche Speisekarte beschrieben. Eugen Drewermann trat 2005 aus der katholischen Kirche aus.

Drewermann vertritt nun eine naturalistisch orientierte Position, die so überwiegend von zeitgenössischen Philosophen und Wissenschaftlern geteilt wird. Die meisten Forscher und säkulare Ethiker sind dabei der gemeinsamen Auffassung, dass Menschen und Tiere sich nicht prinzipiell unterscheiden, sondern nur graduell. Populäre und angesehene Biologen etwa stellten vielfach fest, dass der Mensch auch nicht die vermeintliche „Krone der Schöpfung“ ist. Richard Dawkins erläutert beispielsweise ausführlich, wie auch Menschen nur einen kleinen Ausschnitt der existenten Wirklichkeit wahrnehmen und mental bewältigen können. An zahllosen anderen Stellen sind jedoch andere Spezies in ihren Fähigkeiten den menschlichen Lebewesen überlegen.

Grundsätzlich, so der überwiegende Konsens von Forschern und Ethikern weiter, hat die Überzeugung quasi-göttlicher Vorrechte der menschlichen Spezies gegenüber den Interessen anderer Spezies heute keinerlei haltbares Fundament mehr. Im Vordergrund der Betrachtung stehen für die meisten Umweltethiker dabei die empfindungsfähigen Lebewesen, darunter sämtliche Säugetierarten. Wenn es um den Konflikt unterschiedlicher Interessen zwischen Menschen und Tieren geht, muss so schließlich immer ein schonender Ausgleich gefunden werden. Die gängige Massentierhaltung in industriellen Zuchtbetrieben wird deshalb seit langem entschieden abgelehnt. Stärker variieren hingegen die ethischen Positionen für den Umgang mit den Fischen, den Vögeln und auch den zahllosen Tierprodukten.

Dem Ruf der Zeit wollen im Ergebnis nun auch einige Christen folgen. Während des Gottesdienstes auf dem Kirchentag wurde eine Resolution von Menschen christlicher, jüdischer, muslimischer sowie buddhistischer Konfession verlesen, die gegen Massentierhaltung, Fleischprodukte aus industrieller Großproduktion sowie Pelztierzüchtung und Jagdsport als Hobby kritisch Stellung bezog. Das christliche Argument vom „Gebot zur Erhaltung der Schöpfung“ etwa dabei trägt allerdings weder wissenschaftlich noch philosophisch.

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Diskussion - Bisher 7 Kommentare - Kommentar schreiben
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    Entschuldigung für die Verstümmelung!!
    Schon blöd, wenn es keine Funktion gibt, Rechtschreibfehler zu korrigieren.
    Bei der Gelegenheit noch ein Hinweis an den Webmaster: Schade, dass bei den aktuellen Kommentaren auf der Startseite nicht mehr eingeblendet wird, zu welchem Thema sie gehören.

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    Eugen Drewermann denkt nach, ein guter Anfang. Aber ob er den Sprung in ein gänzlich selbstbestimmtes Leben ohne Religion schaffen wird? Ich wünsche es ihm von Herzen.

 
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