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“ProChrist” täuscht junge Menschen

Die Stiftung sieht sich der Förderung einer zeitgemäßen Weltanschauung verpflichtet, die ihre Ideen evolutionär fortbildet. Dogmatische und wissenschaftliche unhaltbare Positionen werden, anders als von „ProChrist“ und anderen religiösen Organisationen wie etwa der katholischen Kirche oder auch muslimischen Gruppen, klar abgelehnt.

Göttliche Erlösungsszenarien oder Handlungsvorgaben religiöser Herkunft werden dabei von allen wirklichkeitsorientierten Philosophien in Zweifel gezogen. Denn sie entbehren wissenschaftlich und rational nachvollziehbarer Belege. Die Vernunft mit Bezug auf die Wirklichkeit, die natürliche Empathiefähigkeit und das menschliche Selbstbestimmungsrecht im Bewusstsein gegenseitiger Verantwortung hingegen werden von zeitgemäßen Weltanschauungen als Basis gemeinsamer Überzeugungen betont. So wird deshalb auch die von Parzany vertretene Meinung, Jesus Christus sei der Sohn eines Gottes und Erlöser der Menschheit, durchweg als wissenschaftlich unhaltbar und intellektuell unredlich beurteilt.

„ProChrist“ unter Leitung der Pfarrers Ulrich Parzany aber hält dagegen, täuscht und verleugnet in erschreckender Weise. Jesus Christus sei der Retter aller Menschen, betonte er. Abweichende Überzeugungen seien nicht wahr, machte er so unmissverständlich klar. Und forderte die Jugendlichen auf, in diesem Sinne stärker missionarisch tätig zu sein. Das Ziel der Mission ist, mehr Menschen von den religiösen und irrationalen Positionen zu überzeugen. Sie stehen aber im klaren Widerspruch zu belegbaren Erkenntnissen und grundlegenden philosophischen Forderungen. Parzany handelt deshalb höchst verantwortungslos, indem er solche Positionen vertritt. Und kompromittiert die Jugendlichen, in dem er der Forschung unzugängliche oder widersprechende Überzeugungen öffentlichkeitswirksam vertritt. Während Muslime derzeit einer weiteren Integrationsdebatte ausgesetzt sind, arbeitet “ProChrist” unter massivem gesellschaftlichen Rückhalt der Integration junger Menschen in eine aufgeklärte Gesellschaft entgegen.

Wie populär diese zwielichtigen Vorgänge jedoch sind, zeigt sich bei einem Blick in die Liste der Unterstützer von „ProChrist“. Nicht nur Christian Wulff, der seine aktive Unterstützung der Missionierungskampagne erst nach seiner Wahl in das Amt des Bundespräsidenten aufgrund harscher Kritik von säkularen Organisationen einstellte, sondern auch viele weitere bekannte Persönlichkeiten unterstützen die Überzeugungen von Ulrich Parzany: Unter anderem der Politiker Günter Beckstein, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht oder der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, fördern die Arbeit der Organisation „ProChrist“ und die Positionen Parzanys.

Die Gegenaufklärung findet sogar schließlich Unterstützung bei vermeintlichen Aufklärern: Denn auch Peter Hahne, Mitglied der ZDF-Programmdirektion, hat sich dem evangelikalen Eifer von „ProChrist“ verschrieben. Hahne ist ein weiteres prominentes Kuratoriumsmitglied. Er selber hat seit kurzem eine eigene Talkshow, seine erste Talkpartnerin war der protestantische Popstar Margot Käßmann. Und der ZDF-Kinderkanal „Ki.Ka“ strahlt nun ab 4. September 2010 unter lautem Jubel der Kirchen die Reihe „Alltägliches zur Bibel“ aus, um auch die Jüngsten für das Christentum zur begeistern. Der 69 Jahre alte Ulrich Parzany kann also bald in den Ruhestand gehen. Genug andere werden für ihn predigen und täuschen, vor mehr als 780 Zuhörern.

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Diskussion - Bisher 3 Kommentare - Kommentar schreiben
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    Der Naturalismus stützt sich aber unter anderem auf das “Ockhams Messer”-Prinzip der Minimierung logisch erforderlicher Grundannahmen. Gottesvorstellungen sind dabei nicht nur überflüssig, sondern schädlich, denn sie führen zu logischen Widersprüchen und können nicht intern konsistent aufrechterhalten werden.

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    Hier das Kuratorium dieser Kinderverblöder und Homohasser:
    http://www.prochrist-chemnitz.de/start_kuratorium.php?lNav=start_kuratorium

    Ganz unter steht immer noch “Christian Wulff”.

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    Weil Philosophen, Wissenschaftler und interessanterweise auch einige Theologen Gott nicht für real halten, existiert er also nicht. Weil er nicht in unser naturwissenschaftliches Bild von der Welt passt, kann und darf er nicht existieren, allenfalls als abstrakte Idee ohne Bezug zu unserem Alltag.

    Wahrscheinlich schmunzelt Gott darüber, während wir versuchen, ihn in unser Weltbild hereinzupressen bzw. aus demselben herauszuhalten.

    Dabei verpassen wir einiges – nicht Religion, Dogmen und Riten – sondern Jesus und was er für uns getan hat durch seinen Tod am Kreuz. Ist es möglich, dass auch Ulrich Parzany einfach nur Menschen diesen Jesus nahe bringen will und zeigen will, dass er relevant für uns heute ist?

    Dieser Gedanke passt aber nicht in die Fundamentalisten-Schublade und würde ein Umdenken erfordern.

 
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