Jesus Christus ist der Retter aller Menschen. Das erklärte Ulrich Parzany am Sonntag vor Hunderten junger Menschen. Parzany ist Pfarrer und Chef der evangelikalen Missionierungskampagne „ProChrist“. Er widersprach auch klar der Auffassung, dass alle Religionen letztlich denselben Gott hätten. Parzany täuscht damit viele junge Menschen bei ihrer philosophischen Suche nach dem Verständnis der Welt. Aber mit seinen irrationalen Ideen ist der Theologe nicht allein, denn auch Bundespräsident Christian Wulff und viele weitere Persönlichkeiten sympathisieren stark mit den fundamentalistischen Ideen von „ProChrist“. Sogar das ZDF spielt mit.
Ulrich Parzany kritisierte am Sonntag vor rund 780 Teilnehmern eines Jugend- und Gesellschaftstages im hessischen Alsfeld auch die populäre Überzeugung, dass die Lektüre des Neuen Testaments der Bibel ausreichend sei, um die Ideologie der christlichen Religion nachvollziehen zu können. „Wer das Alte Testament nicht lese, könne Jesus Christus nicht verstehen“, so kirchennahe Medien über seinen Vortrag. Die Forderung des Pfarrers: Christen müssten häufiger Bibel lesen. Mindestens 15 Minuten täglich sollte das Studium dauern, um für den Alltag gerüstet zu sein.
Wahr ist, dass die weit verbreitete und nur bruchstückhafte Kenntnis der Bibel ein Problem für das notwendige Verständnis der christlichen Religionen darstellt. Während konfessionsfreien Menschen verständlicherweise allenfalls einzelne Redewendungen im Sprachgebrauch bekannt sind, hapert es auch bei immer mehr Kirchenangehörigen an wichtigen Kenntnissen über die Bibel. Dabei ist sie ist die wichtigste Grundlage für das Ideengebäude der christlichen Kirchen und unerlässlich für das christliche Selbstverständnis. Der Politologe Andreas Püttmann bilanzierte allerdings kürzlich zur religiösen Bildung der deutschen Bevölkerung: „Unter den Kirchenmitgliedern sind jede Menge ‚getaufter Heiden‘, die ihren Glauben nicht mehr buchstabieren können.“
Die beste Antwort auf die Frage nach der Existenz Gottes ist zwar nicht nur zwischen religiösen Führern in den christlichen Kirchen oder den islamischen Imamen sondern auch unter bedeutenden Philosophen umstritten. Trotzdem sind Parzanys Positionen aus aktueller Perspektive vollkommen unhaltbar und erscheinen bei kritischer Betrachtung schließlich höchst zwielichtig. Denn die Bibel ist ein fragmentarisches Stückwerk, dem sogar immer mehr Theologen jeglichen Wirklichkeitsbezug absprechen. Und kein Philosoph oder Wissenschaftler teilt mehr etwa die Auffassung, dass die historische Figur Jesus Christus der Retter der Menschheit sein könne. Als unbelegbar wird so auch die irrationale Hypothese beurteilt, dass es einen Gott nach dem Bild der Bibel oder ein festgelegtes und nachvollziehbares Erlösungsszenario für die Menschheit oder eines Teils von ihr gibt.
Und trotzdem lehnen moderne Weltanschauungen gewisse Gottesbilder nicht vollkommen ab. „Wenn der Begriff ‚Gott‘ so definiert wird, dass er nicht im Widerspruch zu den Naturgesetzen steht, so kann eine solche Gottesvorstellung durchaus mit dem Naturalismus in Einklag gebracht werden“, führt etwa die Giordano Bruno Stiftung zu Modellen zeitgenössischer Gottesvorstellungen aus.















Der Naturalismus stützt sich aber unter anderem auf das “Ockhams Messer”-Prinzip der Minimierung logisch erforderlicher Grundannahmen. Gottesvorstellungen sind dabei nicht nur überflüssig, sondern schädlich, denn sie führen zu logischen Widersprüchen und können nicht intern konsistent aufrechterhalten werden.
Hier das Kuratorium dieser Kinderverblöder und Homohasser:
http://www.prochrist-chemnitz.de/start_kuratorium.php?lNav=start_kuratorium
Ganz unter steht immer noch “Christian Wulff”.
Weil Philosophen, Wissenschaftler und interessanterweise auch einige Theologen Gott nicht für real halten, existiert er also nicht. Weil er nicht in unser naturwissenschaftliches Bild von der Welt passt, kann und darf er nicht existieren, allenfalls als abstrakte Idee ohne Bezug zu unserem Alltag.
Wahrscheinlich schmunzelt Gott darüber, während wir versuchen, ihn in unser Weltbild hereinzupressen bzw. aus demselben herauszuhalten.
Dabei verpassen wir einiges – nicht Religion, Dogmen und Riten – sondern Jesus und was er für uns getan hat durch seinen Tod am Kreuz. Ist es möglich, dass auch Ulrich Parzany einfach nur Menschen diesen Jesus nahe bringen will und zeigen will, dass er relevant für uns heute ist?
Dieser Gedanke passt aber nicht in die Fundamentalisten-Schublade und würde ein Umdenken erfordern.