Als der Ehemann bald darauf getötet wurde, wurde auch Ashtianis Fall neu aufgerollt. Denn ihre eigenen Kinder beschuldigten Nasser, er wäre der Mörder ihres Vaters gewesen. Zu diesem Schluss kamen auch die Ermittlungen, er muss deshalb für zehn Jahre ins Gefängnis. Fatal für Ashtiani: Sie soll Beihilfe zur Tat geleistet haben. Der “SPIEGEL” berichtete, laut ihrem Anwalt hätte sie ihrem Mann einen Schlaftrunk verabreicht um Nasser den Mord zu ermöglichen. Ashtiani selbst hat die Tat nicht gestanden, was so auch in einigen iranischen Medien als glaubwürdig erachtet wird. Zwar haben die Kinder sowohl Ashtiani und Nasser längst vergeben, aber die Richter wollten das erste Urteil über die Mutter unbedingt erneut bewerten. Am Ende hieß das: Tod durch Steinigung, wegen Ehebruchs. Kein Wort von der angeblichen Beihilfe zum Mord.
Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen protestierten schon lange gegen das harte und ungerechte Urteil über Ashtianis Leben, dass bereits 2007 gefällt wurde. Seit drei Jahren befindet sie sich nun schon in Gefangenschaft, ebenfalls unter menschenunwürdigen Bedingungen.
Aber auch viele bedeutende Politiker aus Europa und Amerika setzten sich in den vergangenen Monaten dafür ein, dass ihr Leben verschont wird. Genutzt hat es bisher wenig. Die Justiz des Iran lasse sich von internationaler Kritik nicht beeindrucken, wurde noch im Juli offiziell verlautbart. Trotzdem lenkte man im Iran ein. Das Todesurteil könne auch anders vollstreckt werden, Ashtiani steht jetzt eventuell der Tod am Strang in Aussicht. Inzwischen wurde aber ihr Anwalt Mohammed Mostafai zur Flucht gezwungen und nun wird sogar seine Familie bedroht. Aber vor allem Ashtianis Leben ist weiterhin in höchster Gefahr. Alles, weil sie sich einem Leben in harter Unterdrückung nicht fügen konnte. Auch, weil unmenschliche Justizsysteme wie das der Islamischen Republik Iran für sogenannten Ehebruch den Tod von Menschen vorsehen.
Nun soll weltweiter Protest den Druck auf die Regierung der religiösen Fanatiker erhöhen. Mina Ahadi, welche unter anderem die globalen Protestaktionen koordiniert, hat als Sprecherin der “Internationalen Kampagne gegen Steinigung” für den 28. August zum Aktionstag “100 Städte gegen Steinigung” aufgerufen. Auch die Giordano Bruno Stiftung unterstützt die Kampagne, welche Ashtianis Leben retten soll. In Deutschland sind Aktionen in Berlin, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Köln, Giessen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mainz, Mönchengladbach, München, Paderborn, Ulm und Zwickau geplant. Und wer sich online weiter über das Schicksal und die Hintergründe zu Ashtianis Fall informieren will, findet auf Facebook eine Gruppe mit schon über 60.000 Unterstützern.















@ Leser von wissenrockt,
hier muss man ganz, ganz vorsichtig sein und sehr viel relativieren!! Wer hier nämlich Kritik übt, wird für die Gutmenschen, die die Gleich-Gültigkeit aller Werte propagieren, sehr schnell zum rassistischen Hetzer.
Während weltweit um das Leben von der Steinigung bedrohte Frau -Sakineh Ashtiani- gekämpft wird und für den 28 August noch eine Protestaktion in mehreren Großstädten geplant wurde,gehen die Hinrichtungswellen im Iran ruhig weiter. Letzte Monat wurden 19 Todesurteil vorgestreckt und damit wurden in vergangenen 5 Monaten insgesamt 124 Todesurteil vorgestreckt.
Die Friedensnobelpreisträgern- Shirin Ebadi – im Gespräch mit den Presse gesagt,dass sie natürlich gegen die Steinigung sei und die Frau Ashtiani müsse endlich frei kommen. Zugleich beklagt sie sich aber darüber, dass der Fall dieser Frau viele andere Fälle überschattet hat .
„Seit ende Juli haben 17 politischen Gefangenen,die unschuldig verhaftet worden waren, in Hungerstreik getreten und sind sie im Lebensgefahr. Die Frau shiva Nazarahari ist nur eine Menschenrechtlerin und wurde wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte verhaftet und da die Islamische Republik Iran nicht will,dass Irgendjemand die Nachrichten über die Menschenrechtsverletzungen im Iran an die Welt vermittelt , hat man sie mit dem Vorwurf der „Feindseligkeit gegen Gott“ zu Tode verurteilt. Diese Anschuldigung ist völlig abwegig und die Weltgemeinschaft muss auf diese Fälle genauso empfindlich reagieren wie der Fall von Frau Ashtiani.“ sagte Shirin Ebadi.
Nicht kommentieren, sondern mailen:
Protestmails an iran.botschaft@t-online.de; politic2@iranBotschaft.de; politic@iranbotschaft.de (weitere potentielle Empfänger unter http://www.iranembassy.de/ger/contact.htm)