
Die islamischen Regeln sagen, dass kein Stein allein groß genug sein darf, um zu töten: Das System macht damit alle zu Komplizen. Foto: IGMF
Internationales Aufsehen erregt das Schicksal von Sakineh Mohammadi Ashtiani. Die 43-jährige Mutter ist von einem grausamen Urteil bedroht: Tod durch Steinigung. Der offizielle Grund lautet Ehebruch – nach dem Verständnis des Islam. Für ihr Leben soll nun weltweit demonstriert werden, um ein Zeichen gegen das menschenverachtende Regime im Iran und für die Solidarität mit Ashtiani zu setzen. Denn die Strafe ist extrem grausam und ungerecht.
Schon bis heute hat Ashtiani grausam gelitten: 99 Peitschenhiebe erhielt die Iranerin und Mutter zweier Kinder für ein erstes Urteil über ihr „Verbrechen“ im Jahr 2006. Des „verbotenen Umgangs“ mit zwei Männern hatte sie sich nach damaliger Meinung der Richter schuldig gemacht. Ein Ende fanden ihre Qualen damit aber nicht, denn im September 2006 wurde ihr Schicksal von einem anderen Gericht neu aufgerollt. Diesmal wurde sie wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt.
Wahr ist, dass Ashtiani während ihrer Ehe den Kontakt zu einem anderen Mann suchte. Ihr Motiv war Zuflucht und Trost, wie fast alle Menschen verlangte sie nach Mitgefühl, Unterstützung und Liebe. Aber was sie in ihrer Ehe erlebt hat, wurde von ihrem Anwalt Mohammed Mostafai ein „stilles Martyrium“ genannt. Wie eine Sklavin habe der Ehemann Sakineh Ashtiani behandelt, so Mostafai weiter. Kein Einzelfall. Und das iranische Recht macht es Frauen kaum möglich, sich von ihrem Ehemann zu lösen. Gegenüber dem “SPIEGEL” stellte Mostafai fest: „In Iran gibt es viele Frauen wie Sakine, die ihrem Mann ausgeliefert sind.“ Eine Scheidung ist undenkbar gewesen, denn das Recht des Gottesstaates ist vor allem mit dem Koran fundiert. Die Rechte der Frauen rangieren immer weit hinter den Bedürfnissen und Ansprüchen der männlichen Bevölkerung: „Dabei spielt der Glaube der Bevölkerung eine wichtige Rolle: Der Rückgriff auf religiöse Gebote erleichtert es ungemein, einzelne Gruppen zu entrechten – im Islam zum Beispiel Frauen“, sagte etwa Mina Ahadi im Interview mit der “WELT”. Ahadi ist Vorsitzende des Rats der Ex-Muslime in Deutschland und Stipendiatin der Giordano Bruno Stiftung. Sie kämpft für Ashtianis Leben, wie zahllose andere Menschen auch.
Und Ashtianis drakonischer Ehemann war es, der die staatlichen Sittenwächter auf Ashtiani angesetzt hatte. Es folgte die Verhaftung und das erste Urteil. Nasser, so der Name eines der beiden Männer, mit dem man sie antraf, kam schließlich glimpflicher davon: nach 40 Peitschenhieben war er von seiner Schuld befreit. Den zweiten, einen Begleiter, trafen 20. Aber alle drei mussten unsägliche Schmerzen leiden, weil die religiösen Ideen der Machthaber unerlaubte Kontakte verheirateter Frauen mit anderen Männern rigoros ablehnen und menschenunwürdige Sanktionen nach Verstößen gegen ihre Regeln vorsehen.

















@ Leser von wissenrockt,
hier muss man ganz, ganz vorsichtig sein und sehr viel relativieren!! Wer hier nämlich Kritik übt, wird für die Gutmenschen, die die Gleich-Gültigkeit aller Werte propagieren, sehr schnell zum rassistischen Hetzer.
Während weltweit um das Leben von der Steinigung bedrohte Frau -Sakineh Ashtiani- gekämpft wird und für den 28 August noch eine Protestaktion in mehreren Großstädten geplant wurde,gehen die Hinrichtungswellen im Iran ruhig weiter. Letzte Monat wurden 19 Todesurteil vorgestreckt und damit wurden in vergangenen 5 Monaten insgesamt 124 Todesurteil vorgestreckt.
Die Friedensnobelpreisträgern- Shirin Ebadi – im Gespräch mit den Presse gesagt,dass sie natürlich gegen die Steinigung sei und die Frau Ashtiani müsse endlich frei kommen. Zugleich beklagt sie sich aber darüber, dass der Fall dieser Frau viele andere Fälle überschattet hat .
„Seit ende Juli haben 17 politischen Gefangenen,die unschuldig verhaftet worden waren, in Hungerstreik getreten und sind sie im Lebensgefahr. Die Frau shiva Nazarahari ist nur eine Menschenrechtlerin und wurde wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte verhaftet und da die Islamische Republik Iran nicht will,dass Irgendjemand die Nachrichten über die Menschenrechtsverletzungen im Iran an die Welt vermittelt , hat man sie mit dem Vorwurf der „Feindseligkeit gegen Gott“ zu Tode verurteilt. Diese Anschuldigung ist völlig abwegig und die Weltgemeinschaft muss auf diese Fälle genauso empfindlich reagieren wie der Fall von Frau Ashtiani.“ sagte Shirin Ebadi.
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