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Aberglaube in Europa

Freitag der 13. soll Unglück bringen. Jeder kennt abergläubische Vorstellungen und Rituale. Aber wie viele Menschen in der modernen Gesellschaft fürchten sich vor einer schwarzen Katze oder einem zerbrochenen Spiegel?

Auch 300 Jahre nach dem Zeitalter der Aufklärung halten sich unvernünftige Vorstellungen und Rituale hartnäckig: Freitag der 13. soll Unglück bringen, man soll nicht unter einer Leiter durchlaufen und wer eine Sternschnuppe sieht, soll sich etwas wünschen.

“Technologisch stehen wir im 21. Jahrhundert, aber unsere Weltanschauungen werden zum großen Teil noch von Jahrtausendealten Mythen und Legenden geprägt”, so der Philosoph Michael Schmidt-Salomon. “Im Grunde verhalten wir uns wie Fünfjährige, denen die Verantwortung über einen Jumbojet übertragen wurde.”

Ein lukratives Geschäft

Schmidt-Salomon arbeitet für die Giordano Bruno Stiftung, die sich einem wissenschaftlich-humanistischen Weltbild verschrieben hat. Er betont, dass einerseits zwar die Aufklärung den Menschen Meinungs- und Glaubensfreiheit gebracht hat, andererseits diese Freiheit auch Raum für Beliebigkeit lasse: In der Postmoderne floriere das Geschäft mit Esoterik, Horoskopen und Wahrsagerei, denn zur Freiheit gehöre “eben auch das Recht zur Unvernunft”.

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