
Jeder Mensch wird als Atheist geboren - Säkulare Verbände betonen: Religionsfreiheit steht auch immer für die Freiheit von Religion. Foto: sxc.hu
Drei große humanistisch-freigeistige Verbände der Metropolregion Erlangen-Nürnberg-Fürth haben sich in einem offenen Brief an den Erlanger Professor Heiner Bielefeldt gewandt und das Menschenrecht auf “Freiheit von Religion” angemahnt. Hintergrund des Appells der drei Verbände ist, dass der Abfall vom Islam in vielen muslimischen Ländern ein todeswürdiges Verbrechen darstellt. Die Flucht aus der Heimat ist für Ex-Muslime oft die letzte Chance, grausamen Strafen zu entgehen.
(gbs/hvd/bfg) Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte schreibt: “Die Apostasie gilt nach dem islamischen Recht als das schlimmste Verbrechen, welches ein Mensch überhaupt begehen kann, sie ist noch schändlicher als der eigentliche Unglaube und wird deshalb mit dem Tode bestraft.” Die Unterzeichner des Appells, die Giordano-Bruno-Stiftung, der Bund für Geistesfreiheit Erlangen und der Humanistische Verband Deutschlands setzen sich in Deutschland für die Anerkennung der Apostasie als Asylgrund ein und hoffen seitens Prof. Bielefeldt auf Unterstützung. Menschen, die wegen ihrer Religion, wegen eines Religionswechsels oder ihrer humanistisch-freigeistigen Weltanschauung in ihren Heimatländern verfolgt werden und dort um Leib, Leben und Freiheit fürchten müssen, sollten in Deutschland Asyl erhalten, so die Forderung der Verbände.
Seit dem 18. Juni 2010 ist der 52-jährige Heiner Bielefeldt als Nachfolger der pakistanischen Rechtsanwältin Asma Jahangir als neuer UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit tätig, zuvor war er Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin. Der gebürtige Rheinländer ist katholischer Theologe, Philosoph und Historiker. In seiner Funktion wird er ab voraussichtlich August als unabhängiger Experte in diesem Ehrenamt alle Aufgaben übernehmen, dessen Ergebnisse jährlich in öffentlich zugänglichen Jahresberichten dokumentiert werden.
Die von der „Kritischen Islamkonferenz“ initiierte Kampagne „Asyl für Ex-Muslime“ kann derweil einen ersten Erfolg verbuchen: Siamak Zare muss nicht mehr befürchten, in den Iran abgeschoben werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hob in seinem Bescheid die „Abschiebungsandrohung“ gegen Zare auf und erkannte ihm die „Flüchtlingseigenschaft“ zu. „Damit ist unseres Wissens das erste Mal anerkannt worden, dass auch religionsfreie Menschen religiös verfolgt werden!“ erklärte der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, der die Kampagne geleitet hatte. „Wir hoffen, dass diese Entscheidung nun in anderen Asylverfahren berücksichtigt wird!“
Heiner Bielefeldt sagte kürzlich, er beobachte die Tendenz zum vermehrten Schutz der kollektiven religiösen Identität als solche mit Sorge. In erster Linie aber, so Bielefeldt, ginge es nicht um die Freiheit der Religionen sondern die Freiheit der Menschen. Religionsfreiheit gelte auch für Menschen, die aus einer Staatsreligion oder einem Milieu austeigen wollen und stellt fest: “Religionszwang ist eine Vergewaltigung der Seele.”

















Die Aussage von Heiner Bielefeldt möchte ich als Lippenbekenntnis bewerten. Die Freiheit des Individuums ist nicht das Anliegen dieses Theologen. Sein Thema ist die Verständigung und der Schulterschluß der monotheistischen Religionen.
Für viele sich als fortschrittlich empfindende Zeitgenossen sind individuelle Menschenrechte und damit auch die Religionsfreiheit nichts anderes als Ausdruck einer eurozentristischen oder westlichen Anmaßung. Der vorbehaltlose Respekt gegenüber Kulturen der dritten Welt ist ihnen wichtiger als Freiheit, Aufklärung und Demokratie. Oft schrecken sie nicht vor der absurden Behauptung zurück, berechtigte Kritik an Demokratiedefiziten fremder Kulturen in Deutschland sei nichts anderes als fremdenfeindlicher Rassismus.
Der Hauptgegner der religionskritischen Institutionen werden in Zukunft nicht die christlichen Kirchenmänner sein, sondern vielmehr die xenophilen Gutmenschen.
Diese Institutionen muss man als Atheist kennen.
http://www.interkultureller-rat.de oder http://www.medienverantwortung.de
Wer sich für eine Gesellschaft ohne Gott einsetzt, kann von diesen Organisationen in die Nähe des Rassismus gerückt werden.