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Hilf, Leo Igwe zu verteidigen

Leo Igwe, Vertreter der IHEU und Streiter für Humanismus und Menschenrechte in Afrika, sieht sich massiven Verfolgungen ausgesetzt. Foto: Archiv

„Leo kämpft furcht- und selbstlos dafür, dass anderen Gerechtigkeit widerfährt. Er fürchtet nie, Machthabern die Wahrheit zu sagen, selbst wenn er die einzige Stimme ist und weiß, dass ihm von diesen Gefahr droht“, sagte gestern Sonja Eggerickx von der IHEU. Diese meldete, dass für den Rechtshilfefond Spenderinnen und Spender gesucht werden. Leo Igwe und seine Angehörigen sehen sich ständigen Verfolgungen und hohen Geldstrafen ausgesetzt.

Die Beiträge sollen helfen, für den Humanisten und Menschenrechtsaktivisten Leo Igwe juristische Unterstützung zu gewährleisten. Leo Igwe ist der Repräsentant eines Dachverbandes humanistischer Organisationen, der International Humanist and Ethical Union IHEU, in Westafrika. Zudem ist Leo Igwe in Nigeria Leiter der Skeptikerbewegung „Center of Inquiry“, die hierzulande etwa durch die bekannte Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, kurz GWUP, vertreten wird.

Leo Igwe ist seit Jahren aktiv, um sich gegen Menschenrechtsverletzungen und religiösen Aberglauben auf dem afrikanischen Kontinent einzusetzen. Norm R. Allen Jr. schrieb vor kurzem auf secularhumanism.org ein ausführliches Portrait mit dem Titel “Leiden eines afrikanischen Humanisten” über Igwe, in dem er feststellte: “Er stellte sich heldenhaft Homophobie, Sexismus, Theokratie, Frauenhass, Kindesmissbrauch, Wunderheilungen, Alternativmedizin, Pseudowissenschaften, der Genitalverstümmelung an Frauen und anderen schädlichen Ideen und Praktiken entgegen.” Im Mai 2009 initiierte er unter anderem eine Kampagne für das Center of Inquiry, um gegen den weitverbreitenen Aberglauben in afrikanischen Gesellschaften vorzugehen. Der Vorwurf der Hexerei kann dort beispielsweise zum Tod führen, auch Igwe selbst wurde schon häufig tätlich angegriffen. Viele Menschen etwa glauben, Sex mit jungfräulichen Mädchen könnte AIDS heilen.

Ausgangspunkt für die gegenwärtige Kampagne gegen Leo Igwe und seine Angehörigen war, dass er Edward Uwa, einen 55-jährigen Universitätsdozenten, als mutmaßlichen Vergewaltiger der zehnjährigen Daberechi Anongam vor Gericht zu bringen versuchte. Uwa sieht sich trotz aller Abwehrversuche nun vor einem Gerichtsverfahren, aber sein Einfluss in einem bekanntermaßen korrupten Justizsystem ist ungebrochen. So beschuldigte etwa ein Kollege Uwas, Ethelbert Ugwu, Leo Igwe und seine Familienmitglieder des Mordes an einem Mann, dessen Todesschein AIDS als Sterbeursache auswies. Ein haltloser Vorwurf, aber symptomatisch für ein System, in dem Polizisten auf die Zahlung von Kautionen angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die IHEU berichtete nun, dass sich Leo Igwe weiterhin massiven Verfolgungen ausgesetzt sieht, weshalb zum Beispiel Igwes Vater, ein 77-jähriger Diabetiker, aufgrund falscher Verdächtigungen seit 2007 sechsmal inhaftiert wurde. Auch zwei von seinen Brüdern wurden jeweils im Zusammenhang mit diesen Fällen inhaftiert. Oft kommen die so Beschuldigten erst frei, nachdem sie horrende Kautionen an die örtliche Polizei gezahlt haben, die freilich auch ohne den Nachweis einer Schuld nie zurückgezahlt werden.

Die Präsidentin der IHEU, Sonja Eggerickx, hatte sich bereits im Januar 2010 an den nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan und den Generalstaatsanwalt des Landes gewendet, um sich für ein Ende der unrechtmäßigen Verfolgungen einzusetzen. Im März 2010 brachte die IHEU den Fall auch vor den UN-Menschenrechtsrat. Aber um dem Treiben um Igwe und seine Angehörigen ein Ende zu setzen, war das nicht genug Druck, den die IHEU in den Wirren des afrikanischen Kontinents zu erzeugen im Stande war. Deshalb sieht Igwe weiterhin erheblichen Bußgeldern ausgesetzt, um sich und seine Familie vor diesen böswilligen Verfolgungen zu beschützen. Eggerickx meinte: „Es ist nun an der globalen Gemeinschaft, ihm zu zeigen dass er nicht alleine ist und dass wir gemeinsam daran arbeiten, dass auch ihm Gerechtigkeit widerfährt.“

Die IHEU bittet deshalb um Spenden, die mittels Kreditkarte oder Internetbezahldiensten auf der Internetseite iheu.org abgegeben werden können. Wenn Spenden, die Leo Igwes Arbeit und juristischer Selbstverteidigung zukommen sollen, abgegeben werden, bittet die IHEU-Leitung um eine Nachricht mit Hilfe des Kontaktformulars. Genaueres wird im Spendenaufruf erklärt. Sollte der Spendenbetrag höher ausfallen als für Leo Igwes Verteidigung nötig ist, fließt der Mehrbetrag in den IHEU Human Rights Defence Fund, um andere Humanisten zu unterstützen, die sich für ihre Überzeugungen einsetzen.

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Diskussion - Bisher 2 Kommentare - Kommentar schreiben
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    Ich kann mich diesem Aufruf für meinen alten Freund Leo nur von ganzem Herzen anschliessen. Wir haben ja bereits mehrfach über seine aufopferungsvolle Arbeit unter ständiger Gefahr berichtet (Festnahmen, Zusammengeschlagen werden, irre Kautionen zahlen müssen etc.).
    Ich glaube nicht, dass sich sehr viele unserer Leser wirklich vorstellen können, unter welch entsetzlichen Bedingungen sich in einem solchen intoleranten religiösen Umfeld ein Einsatz für ein wenig mehr Humanismus abspielt. Ich weiss als Bewohner eines islamischen Landes ein kleines Lied davon zu singen, wobei ich meinen Einsatz nicht im Entferntesten mit dem Leos vergleichen kann.
    Es ist Horror pur!
    Bitte helft. Jede noch so kleine Spende ist willkommen. Und Sie können versichert sein, dass jeder einzelne Euro dem genannten Zweck dient.

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    Danke, thank you all.

 
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