
Christian Wulff unterstützt offen religiöse Fundamentalisten. In CDU/CSU fand er dabei viel Zuspruch. Foto: wissenrockt.de
Deutschland hat gewählt: Christian Wulff ist neuer deutscher Bundespräsident. Der höchste Repräsentant Deutschlands ist nicht nur erneut ein überzeugter Christ, er ist auch ganz klar der Auffassung: die Welt soll an seiner Religion genesen. Nur während christliche Fundamentalisten, die von Wulff offen unterstützt werden, über diese Wahl jetzt schon jubeln, besteht für konfessionsfreie Menschen wenig Grund zur Hoffnung auf einen säkularen Staat und echte Religionsfreiheit.
„Mit Gottes Hilfe“ titelten evangelikale Medien nur wenige Minuten nachdem heute Christian Wulff zum neuen Bundespräsidenten gewählt worden war. Wulffs Wahl verspricht, den fundamentalistischen Christen in Deutschland weiteren Auftrieb zu verleihen. Zwar sind etwa 30 Millionen Menschen in Deutschland der festen Überzeugung, dass die Kirchen ihre Interessen nicht vertreten, ein glückliches Leben auch ohne Bibel möglich ist oder dass es einfach keinen Gott gibt, der die Geschicke dieser Welt lenkt. Christian Wulff, frisch gewählter Bundespräsident Deutschlands, gehört jedoch nicht zu den heute schon rund 36 Prozent der Bevölkerung, in deren Lebensmittelpunkt ein selbstbestimmtes Dasein, Solidarität mit den Mitmenschen und das Streben nach vernünftiger Aufklärung ohne religiöse Dogmen stehen.
Wulff wird verfassungswidrige Alimentierung der Kirchen weiter stützen
Wulff zählt sich stattdessen zu den immer noch gut 48 Millionen Kirchenmitgliedern im Land, die ihr Leben dem Willen eines Gottes unterworfen sehen, wie er von kirchlichen Bischöfen und Predigern nach den Worten der Bibel als höchste und ewige Wahrheit verehrt werden soll. Aber nicht nur das: Wulff fördert, anders als der wesentlich zurückhaltendere Kandidat Joachim Gauck, auch fundamentalistische Gruppierungen. Zu erwarten, dass er die überfällige Trennung von Staat und Kirchen befürworten würde, ist bei Wulff zuviel verlangt. Gegen die massive und verfassungswidrige Alimentierung religiöser Organisationen durch allgemeine Steuermittel wird er deshalb mit Sicherheit nicht eintreten, christliche Kruzifixe in öffentlichen Klassenzimmern hat er bereits entschieden verteidigt. Bereits im Vorfeld der Wahl wurde Wulff deshalb von säkularen Organisationen wie dem Humanistischen Verband Deutschland und der Giordano Bruno Stiftung kritisiert, auch der eher kleine Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten meldete sich zu Wort.
625 von 1242 Delegierten haben heute trotzdem den kirchentreuen Politik-Profi Christian Wulff während der über neunstündigen Bundesversammlung auserkoren, die größte Republik der europäischen Union zu repräsentieren, ihre Bundesgesetze auszufertigen und für den Zusammenhalt der deutschen Bevölkerung zu wirken. Der biedere, aber politisch solide wirkende Jurist folgt damit nun dem Christdemokraten Horst Köhler im Amt – und wahrscheinlich auch im Geiste. Köhler hatte bereits durch die offene Parteinahme sein Amt missbraucht, um die Kirchenflucht in einer immer aufgeklärteren Bevölkerung Deutschlands umzukehren. Noch kurz vor seinem Rücktritt bat Köhler die Kirchen öffentlich, sich stärker um die Evangelisation kirchenferner Menschen zu bemühen und forderte: „Kämpfen Sie um jeden Einzelnen!“ Kein Einzelfall in seiner Amtszeit. Köhler entgegnete deshalb zwar scharfe Kritik von säkularen Organisationen, die jedoch noch weitgehend ungehört verhallte. Von Wulff, nun als CDU/CSU-Wunschkandidat im Amt des Bundespräsidenten, dürfte solche plakative Werbung aber kaum erwarten zu sein.
Wulff ist ein Netzwerker in christlicher Mission
Denn Wulff ist ein Profi-Netzwerker, der sich nur ungern eindeutig positioniert. „Blass“ wurde er deshalb bereits genannt, als schlichter Parteisoldat wurde er kritisiert. Doch hinter seiner Unauffälligkeit versteckt sich ein Mensch mit klaren Interessen. Ein Interesse ist, kirchenferne Menschen wieder zu evangelisieren und sie dem Schoß der Kirche zuzuführen. Deshalb wirkt er seit langem im Kuratorium von „ProChrist“ mit, einer Evangelisationskampagne. „ProChrist“ ist indes nur ein Beispiel für andere Netzwerke, zu denen Wulff schon früh in seiner politischen Karriere eine besondere Affinität hatte.
Und Wulff wird auch zum sogenannten „Andenpakt“ christlicher Politiker gezählt, der seit 1979 unter dem Nimbus eines frauenfeindlichen, konservativen Geheimpaktes die Geschicke der CDU mitbestimmte und um den sich bis heute Mythen ranken. Die neuere, evangelikale Organisation „ProChrist“ nun vereint die Elite missionsorientierter Christen in Deutschland und propagiert dazu eine besonders rückständige Weltanschauung im evangelischen Spektrum: Die Wahrheit der biblischen Schöpfungsgeschichte, die Ablehnung von Homosexualität, starke Kritik an der Politik zu Schwangerschaftsabbrüchen und die feste Überzeugung vom biblischen Auftrag christlicher Mission eint die Sympathisanten. Dabei treten sie zwar hin und wieder auf Großveranstaltungen wie dem „Christival“ offen auf, betreiben aber vorrangig Lobbyismus hinter den Kulissen der politischen Bühne. Vor kurzem noch referierte Wulff vor dem unbekannten aber fundamentalistischen Arbeitskreis Christlicher Publizisten, dessen Positionen sogar von der evangelischen Kirche abgelehnt werden.
Weiterhin klare Ablehnung durch säkulare Organisationen
Wulffs evangelikales Selbstverständnis wirkt dabei auf den ersten Blick vielleicht widersprüchlich: Im Frühjahr erst ernannte er die erste muslimische Ministerin Aygül Özkan in der Geschichte Deutschlands. Für den Evangelikalismus typisch ist jedoch eine besondere Flexibilität, sich den aktuellen Umständen anzupassen und sich im Alltag nicht in den Vordergrund zu stellen. Sie suchen auch die Nähe zu verwandten Religionsgemeinschaften, weshalb Evangelikale besonderen Anteil an der protektionistischen Israelpolitik der USA haben. Und erst als die frischgebackene Ministerin Özkan für mehr Säkularität in deutschen Schulen eintrat, in dem sie versehentlich die Entfernung von Kruzifixen aus Klassenzimmern befürwortete, riss Wulff die Reißleine und schickte seine frisch ernannte Ministerin zurück in die Spur: Sie distanzierte sich nach einer Standpauke von ihren eigentlich berechtigten Forderungen. Eine extreme Demütigung, auf die Wulff aber keine Rücksicht nahm.
Die säkularen Organisationen sind mit Wulffs Wahl schließlich nicht zufrieden. Philipp Möller, Sprecher der Giordano Bruno Stiftung, kommentierte das Ergebnis so: „Als Befürworter einer säkularen Politik bleibt jetzt nur zu hoffen, dass Christian Wulff seine privaten religiösen Vorlieben nicht in sein Amt einfließen lässt. Das Wahlprozedere zeigt deutlich, dass die aktuelle Regierung keine deutliche Zustimmung mehr erfährt. Aus Perspektive der Giordano Bruno Stiftung muss die Lehre aus dieser Wahl sein, die aktuelle christliche Regierung so schnell wie möglich abzuwählen, um Platz für eine sozial verträgliche Politik zu machen.“ Auch Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes stellte zur Wahl Wulffs fest, dass er diese Präsidentschaft äußerst skeptisch sieht, denn Wulff sei in seinen Augen „ein Mann dessen einziges deutlich erkennbares Profil in seinen evangelikalen Verbindungen besteht.“
Soziale Probleme fordern schnelle und pragmatische Lösungen
Frieder Otto Wolf, früher selbst Mitglied des Europaparlamentes, erhofft sich für zukünftige Wahlen deshalb „eine Bundespräsidentin, die den gesellschaftlichen Diskurs aufgreifen und fördern könnte, statt von oben schönzureden oder auch ‘Ruck-Reden’ zu halten.“ Er vertraut dabei auf einen tiefgreifenden „Aufbruch von unten“, damit sich für tiefgreifend verändernde Bundesrepublik in Zukunft zeitgemäßere Repräsentanten als den überzeugten Christdemokraten und Evangelikalen Christian Wulff finden. Auch Philipp Möller verlangte sichtbare Veränderungen, denn „die akuten sozialen Probleme in der BRD erfordern schnelle und pragmatische Lösungen, die nicht mit dem Bezug auf eine Mythologie gelöst werden können.“ Klarer kann die Absage an einen evangelikalen Bundespräsident wie Christian Wulff kaum lauten, im Namen von mehr als einem Drittel der aufgeklärten und kirchenfernen Bevölkerung.















Das fängt schon gut an:
http://www.pro-medienmagazin.de/politik.html?&newsaction=detail&newsid=3058
Armes “Deutsch”land!
Ich dachte wir wären alle frei hier in diesem freien, liberalen und schönen Deutschland?
Ich dachte jeder dürfte Aussehen, Herkommen UND GLAUBEN was ER will?
ICH DACHTE HIER IM HERZEN DES ACH SO FREIDENKENDEM EUROPAS DARF EIN MENSCH GLAUBEN AN DAS WAS ER WILL UND DAS WAS ER AUS EIGENER ÜBERZEUGUNG FÜR RICHTIG HÄLT?!
NEIN! ES IST NICHT SO!!!
Du sollst nicht an die Auferstehung eines Menschen glauben, der für DICH am Kreuz von Golgatha gestorben ist! Ein Mensch von Gott gesandt, damit wir -die wir alle Sünder sind- IHN als Erretter akzeptieren.
Du sollst an dein Geld, deinen Erfolg, die Medien, deinen Sex, deinen Ruhm, deiner Ehre, etc. glauben!!!
Jaja…armes Deutschland.
Trotzdem bete ich für den neuen Präsidenten, dass er zu Jesus hält und Gott ihm hilft.
Die Kirche hier, die Kirche da, die Kirche bla blabla. Habt ihr Schwätzer und Spötter JEMALS das Wort Gottes gelesen? Wenn JA wüsstet ihr was Gott von den ganzen “Kirchen” hält!!!
Zu Israel:
«Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen
gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden» (1.Mo 12,3). Die USA haben vor kurzem auch aufgehört Israel zu helfen -kurz danach kam die Wirtschaftskrise und allgemein sind die USA am zusammen brechen mit der neuen Regierung. Aber dessen sind sich viele nicht bewusst!
Die Bibel ist kein Märchenbuch! Sogar die Ölkatastrophe wird in der ach “so alten” Prophezeiung des Johannes verohergesagt: Lest Mal Offenbarung 8, 8!
Info zu Gott:
Gott ist aus der weltlichen Kirche ausgetreten (355 n. Chr.: Der römische Bischof beansprucht: Er sei der Papst, der direkte Nachfolger des Apostelfürsten Petrus.)
Trotzdem gibt es noch wahre Christen, die die Wahrheit auf der Straße verkünden:
JESUS ist für DICH am Kreuz gestorben! DU musst es nicht glauben! Aber es ist so!
Wulff diskriminiert Nicht-Gottesgläubige.
Der neue Bundespräsident Wulff sagt sehr erfreulicherweise, dass er das Gemeinschaftsgefühl stärken und Brücken bauen wolle zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Seine erste Rede nach der Wahl hatte er jedoch mit den Worten beendet: “Gott schütze unser Land!”
Indem der selbst ernannte Brückenbauer sich offen zu dem Lager der Gottesgläubigen bekannte, hat er dessen Position kraft seines Amtes massiv gestärkt und somit die Brücke zwischen Gottes- und Nicht-Gottesgläubigen noch mehr zerstört!
Diesen Fehler hätte die vorherige Kandidatin für das Bundespräsidentenamt und Katholikin, Frau Prof. Schwan, wohl kaum gemacht. Denn beim Streit um einen Gottesbezug in einer Europäischen Verfassung hatte sie sehr richtig gesagt:
“Glaube ist eine Ermutigung zur verantworteten Freiheit, aber jeder spürt eine andere Verantwortung. Heute in der säkularen Welt gilt, dass der Glaube nicht mehr alle verbindet. Der Gottesbezug bildet keinen Grundkonsens. Deshalb kann er nicht als gemeinsame Grundlage in der Präambel genannt werden.”
Außerdem: Wulff bezeichnet sich als Christen. Wäre er es wirklich, dann hätte er jedoch jenen Satz nicht gesagt, welcher nach dem Regelwerk der Europäischen Union eine indirekte Diskriminierung darstellt.
Denn ein wahrer Christ befolgt die christliche Nächstenliebe, welche lautet:
“Liebe deinen Nächsten; denn was dir unlieb ist, tue ihm nicht!” (Lev. 19,18).
Sicher wäre es ihm sogar höchst “unlieb” gewesen, wenn der vorherige Präsident z.B. gesagt hätte: “Buddha schütze unser Land!”
Wenn er wirklich das Zusammengehörigkeitsgefühl auch zwischen Gottes- und Nicht-Gottesgläubigen fördern will, muss er sich exakt weltanschauungsneutral verhalten und dabei auf die Menschenrechte verweisen, welche jegliche Bevorzugung einer religiösen oder nichtreligiösen Weltanschauung verbieten.
Das sind wichtige Information, die zunehmend öffentlich verhandelt werden wird. Vielen Dank, und liebe Grüße von artykuły biurowe.