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Kunstpreis für Religionskritik

Zeichnung von Jaques Tilly, Illustrator und Mitglied im Beirat und Kuratorium der Bruno Stiftung.

(bfg München/wissenrockt.de) Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) München lobt in diesem Jahr erneut den “Blasphemie”-Kunstpreis “Der freche Mario” aus. Michael Schmidt-Salomon erklärte in seiner Laudatio zur Preisverleihung 2008: “Kritik ist also gerade bei religiös untermauerten Aussagen von allergrößter Bedeutung. Nun ist es jedoch tragischerweise so, dass ausgerechnet diejenigen, die Kritik am dringendsten benötigten, am wenigsten in der Lage sind, Kritik zu ertragen. Dies hat etwa der Karikaturenstreit sehr deutlich werden lassen: Männer, die es mit einem milden Lächeln quittieren, wenn direkt vor ihren Augen eine Frau in den Boden eingegraben und gesteinigt wird, brechen vor Schmerz in sich zusammen, wenn sie eine harmlose Zeichnung sehen, auf der ihr ach so geliebter Prophet karikiert wird.” Der Blasphemie-Kunstpreis wird 2010 zum zweiten Mal verliehen.

Die bfg-Vorsitzende und politische Aktivistin Assunta Tammelleo betont, die Bewahrung von “Religons-, Presse-, Kunst- und  Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, für das sich alle demokratischen Menschen stark machen und für ihren  Erhalt und Ausbau aktiv einsetzen sollten. Gerade die Anhänger religiöser Überzeugungen sprechen ihrem eigenen Glauben häufig absolute Gültigkeit und Richtigkeit zu  und können daher andere Glaubensbekenntnisse bzw. Un-Glaubensbekenntnisse schlecht bis gar nicht tolerieren. Was zu Zensur, Unterdrückung und – in schlimmsten Fällen – physischer Vernichtung der Nicht- bzw. Andersgläubigen führen kann.” Die Auseinandersetzung um die zwölf Mohammed-Karrikaturen einer dänischen Tageszeitung 2005 führte im darauffolgenden Jahr zu Protesten vor allem in der islamisch dominierten Welt, die bisher rund 140 Todesopfer forderten. Der „Karikaturenstreit“ führte auch zu einer weltweiten Diskussion um Religions-, Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit, die bis heute anhält. Die erklärte Atheistin Tammelleo meinte im Dezember 2009: “Ich bin überzeugt, dass Religion etwas Schlechtes für die Menschen ist, unabhängig davon, ob sie das selber so sehen oder nicht.” Stifter des Preises ist ein Mitglied des bfg München, Wolf Steinberger.

Der bfg München beabsichtigt mit der Preisverleihung, demokratische Positionen zu erhalten, zu pflegen und auszubauen. Der Preis ist auf mindestens 3000 Euro dotiert, die auf die drei bestplatzierten Beweberinnen und Bewerber verteilt werden. Um sich für den Preis zu qualifizieren, werden Kunstwerke gesucht, die “humorvoll und intelligent übernatürliche – meist religiöse – Vorstellungen auf die Schippe nehmen und so geeignet sind, deren Alleinvertretungsanspruch wie beispielsweise dem des ersten biblisch-christlichen Gebots zu unterminieren und somit die Freiheit von Gesellschaft und Kunst zu fördern.” Bei den Formaten gibt es keine Beschränkungen, jede Form künstlerischer Darstellung ist möglich: Aktionen, Text, Musikstücke, Zeichnungen, Skulpturen, Theaterstück, Kurzfilme und viele mehr. Der letztjährige Gewinner war Salvatore Pertutti, der die Jury-Mitglieder mit einer Reihe von Kurzfilmen begeisterte.

Die Bewerbungsfrist begann heute und endet am 15. August 2010. Die öffentliche Ehrung und Preisverleihung findet am 1. November 2010 in München statt. Einsendungen werden an blasphemie@frechermario.org oder auf dem Postweg an bfg München, Valleystraße 27 in 81371 München, erbeten. Für den Erhalt des Preises werden außerdem weiterhin Spender gesucht. Mehr Informationen zum Wettbewerb finden sich in der Ausschreibung.

Mehr Informationen:
1. Offizielle Ausschreibung des Blasphemie-Kunstpreises “Der freche Mario”: Adobe pdf-Dokument
2. Die Homepage des Kunstpreises: www.frechermario.org

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    Hallo! Lese mit großem Interesse diese Ausschreibung. Meine Frage: Wenn ich ein dreidimensionales Kunstwerk zu diesem Thema herstelle, reicht Ihnen dann eine professionelle Fotografie des Gegenstandes, oder benötigen Sie das Original? Und falls ich das Original schicke: Bleibt das dann in Ihrem Besitz, oder erhalte ich es irgendwann zurück?
    Mit freundlichen Grüßen
    Ulrike Löw

 
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