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Lesben-Alarm in US-Schulen?

In Boulder (Colorado, USA) ist vor einer Woche ein Kindergartenkind von einer katholischen Schule verwiesen worden, weil seine Eltern Lesben sind. Auch wurde erklärt, dass der Bruder sich erst gar nicht zu bewerben brauche. Die Erzdiezöse Denver begründete diesen Schritt mit in einer Presseerklärung damit, dass die Eltern “in offener Uneinigkeit mit der katholischen Lehre“ lebten. In der Erklärung steht weiterhin, dass von Eltern von Schülern in katholischen Schulen stets erwartet wird, dass sie sich den Grundsätzen der Schule und der Kirche verpflichten. Schüler mit homosexuellen Eltern würden ihre Klassenkameraden „verwirren“, sofern sie in den Schulen verblieben.

Der Erzbischof von Denver, Charles Chaput, lies verlauten, dass der oberste Erziehungsgrundsatz katholischer Schulen sei, den Kindern den Glauben zu lehren. Wenn nun Eltern in aller Öffentlichkeit ihr Abweichen von der katholischen Moral demonstrieten, seien sie als Partner in Erziehungsfragen für die Kirche nicht mehr zu tolerieren.  Dies sei nur gesunder Menschenverstand.  Katholische Eltern würden oft viel Geld für die Erziehung an den Schulen bezahlen und dürften dementsprechend auch erwarten, dass die Kinder keinen schändlichen Einflüssen ausgesetzt werden. Dabei stellt die Frage, ob nun eher das lesbische Elternpaar  (vielleicht durch Händchenhalten?) den öffentlichen Skandal provoziert hat oder doch eher die Schule durch den Schulverweis des unschuldigen Kindes. Auch bleibt offen, warum die Kirche nicht auch Kinder von Eltern ausschließt, die mit Abtreibung, Stammzellenforschung und Sterbehilfe ihr Geld verdienen.

Erzbischof Charles Chaput: Oberster Erziehungsgrundsatz ist die Lehre des Glaubens

Vor der Kirche von Boulder gab es Proteste von Aktivisten, die sich für gleiche Rechte für Homosexuelle einsetzen, welche insbesonder in den Südstaaten der USA noch lange nicht überall selbstverständlich sind. Eine Sprecherin von DignityUSA bezeichnete das Verhalten der Diozöse als „sehr undgerecht“ und als „Diskriminierung“. Das von der Schule verwiesene Kind hätte so schon früh gelernt, dass katholische Würdenträger ohne Vorbehalte bereit seien,  Kindern und Familien Leid zuzufügen. Jarrett Barrios von einer Bürgerrechtsorganisation gegen Diffamierung von Homosexuellen schlug in die gleiche Kerbe, indem sie das Verhalten, Eltern über ihre Kinder zu bestrafen als „tief verstörend“ bezeichnete.

Knutschende Studentinnen: Menschlich oder wider der Natur? Foto: privat

In Fulton (Mississippi, USA) wurde derweil ein High-School-Abschlussball komplett abgesagt, weil die lesbische 18-jährige Schülerin Constanze McMillen angekündigt hatte, mit ihrer Partnerin, einer  Schulfreundin, zu dort erscheinen. Außerdem wollte McMillen einen Smoking statt des üblichen Kleides dabei tragen. Die konservative  Schulbehörde entschied,  diese Demonstration der geschlechtlichen Orientierung einer Schülerin nicht dulden zu können, da es gegen ihre Richtlinien verstöße. Die Behörde nannte „Störungen“ als offiziellen Grund für die Absage der Veranstaltung. Auch der Bürgermeister der Stadt Fulton äußerte sich mit den Worten: “Ich denke, die Gemeinde als Ganzes unterstützt wahrscheindlich die Entscheidung des Schulamts.“

McMillan will für ihre Rechte kämpfen: “Ich weiß nicht wie die anderen erzogen worden sind”, sagte sie in einem Interview, “aber mir wurde beigebracht, dass ich immer ich selbst sein soll und darauf stolz sein kann. Es ist als ob sie mich für den Ball bitten würden: Du kannst homosexuell sein, sei es nur nicht offensichtlich, versteck’ es einfach für eine kleine Weile.”

Während viele Mitschüler McMillen nun Vorwürfe machen, hat die Amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU im Namen McMillens die Schule verklagt. Die Regeln der Schulbehörde verstoßen der Bürgerrechtsunion nach eindeutig gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten. Derweil hat die American Humanist Association (ein Pendant zum HVD)  für einen alternativen, privaten Abschlussball für Constance McMillian gesammelt. Dieser Ball wird dann endlich eine Lesben- und Schwulen-freundliche Veranstaltung, die ganz ohne Diskriminierung durch verklemmte Bürokraten auskommen wird.

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    Peinlich, die Sache mit dem Abschlussball.

    Weshalb die Lesben allerdings ihr Kind in einen katholischen Kindergarten schicken wollten, ist für mich schwer nachvollziehbar. Gab es etwa keinen anderen?

    Aber der katholischen Kirche in den USA scheint es ja überaus gut zu gehen, dass sie es sich noch leisten können, Kinder bzw. Eltern abzulehnen.

    Hier in Deutschland lässt zumindest die EKD ja schon recht unverblümt durchblicken, dass sie jeden, aber auch wirklich jeden nehmen. Solange die Chance besteht, dass daraus ein zahlendes Kirchenmitglied wird…

 
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