Es wird gern auf Hartz-IV-Empfängern rumgehackt in diesen Tagen. Sie tun nichts, lungern herum, wollen in Wahrheit gar nicht arbeiten, liegen uns allen auf der Tasche: So die gängigen Vorurteile. Eine ganz andere Spezies, auf die diese Vorwürfe uneingeschränkt zutreffen würden, bleibt von solcherlei Vorwürfen derzeit seltsamerweise noch verschont: Es sind die Müßiggänger in den Talaren, unter Kardinälshüten und Bischofsmützen samt ihrer hohen und niederen Bruderschaft, die auf unser aller Kosten leben. Die sich wenig anstrengen und sich doch vieles leisten. Hemmungslose Müßiggänger?
Schon in der Antike war die Knabenliebe ein Ressort der Klasse der Müßiggänger. Nur die “Freien” konnten sich den Zeitaufwand leisten, um einen Knaben zu werben und ihn sich gefügig zu machen. Dabei kam ihnen der Zeitgeist durchaus entgegen: In der griechischen und römischen Antike war Homosexualität unter Männern unterschiedlichen Alters durchaus nicht verpönt. Man glaubte an einen “pädagogischen Eros”, der beiden Seiten – dem älteren Mann wie dem Knaben oder Epheben – zugute käme. Das Objekt der Begierde wurde mit Geschenken umworben; meist waren es Tiergeschenke. War die Beziehung hergestellt, so ging man nicht von einem Lustgewinn des Jüngeren aus. Der Jüngere konnte auf andere Weise von der Verbindung profitieren. Im Sexuellen blieb er passiv, war lediglich in der Rolle des Dulders.
Müßiggang ist aller Laster Anfang, so sagt es der Voksmund. Im Fall der Kirchenlichter aller Zeiten und Epochen stimmt das auffallend. Keine Organisation wird so vom gemeinen Volk ausgehalten wie die Mutter Kirche. Sie lebt auf unser aller Kosten.
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“Knabenliebe” war eben auch ein Ausdruck spätrömischer Dekadenz. Die Dame des Hause bediente sich, wie der Herr desselben, kleiner Jungs. Ein Schelm der Böses dabei denkt!