ARD: Priester und der Sex, reloaded

Können bei der ARD-Talkerin Sandra Maischberger die eingeladenen Gäste diesmal eine bessere Figur machen als bei Frank Plasbergs peinlichem "Hart aber Fair" am 23. Februar 2010? Foto: WDR / Volker Roloff
“Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr katholische Sexualmoral”, fordert Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg heute Abend um 22.45 Uhr beim ARD-Talk “Menschen bei Maischberger”. Das Thema der Sendung lautet: “Die Priester und der Sex: Verschweigen, verleugnen, vertuschen?” Wieder dabei: Heiner Geißler, Ex-Jesuit und ehemaliger CDU-Generalsekretär. Außer ihm sind noch fünf weitere Gäste von der vielfach honorierten Moderatorin Sandra Maischberger eingeladen.
Ein ARD-Talk zu “Die Priester und der Sex” lieferte bereits vor 14 Tagen bei Frank Plasbergs “Hart aber fair” erschreckende Einblicke in den Umgang der katholischen Kirche mit den Mißbrauchsfällen und offenbarte die verzerrte Wahrnehmung von Katholiken wie dem Erzbischof Hans-Jochen Jaschke und dem Vatikan-Reporter der “BILD”, Andreas Englisch. Anders als bei Plasbergs “Hart aber fair” hatte Maischberger kein religiöses Elternhaus und die 44-Jährige bezeichnet sich heute selber als Agnostikerin. Eine Sex-Sendung moderiert Maischberger aber nicht zum ersten Mal und Gelassenheit im kritischen Umgang mit der katholischen Kirche musste sie früher schon beweisen.
Außer dem Weihbischof Laun (68, katholisch) und Heiner Geißler (80, katholisch), melden sich heute noch weitere Gäste aus überwiegend der Generation “50 plus” zu Wort. Schriftstellerin Gabriele Kudy (56, katholisch) unterstützt Bischof Walter Mixa (69, katholisch) in seiner Auffassung, “an diesen abscheulichen Verbrechen sei die so genannte sexuelle Revolution sicher nicht unschuldig.” Bischof Walter Mixa meinte vor nur etwa auch einem Jahr bereits: “Wo Gott geleugnet oder bekämpft wird, da wird bald auch der Mensch und seine Würde geleugnet und missachtet. Eine Gesellschaft ohne Gott ist die Hölle auf Erden.” Ob sich die Gabriele Kudy auch diesen Worten Mixas anschließt, könnte sich heute Abend herausstellen.
“Und ich bin ganz sicher, dass dieser Papst Benedikt sich inzwischen schlau gemacht hat, dass er schlaflose Nächte hat und schwer an diesem Thema trägt”, erklärte Maria von Welser (64, katholisch) im Februar 2009 zur Rehabilitierung von Holocaust-Leugnern in der Pius-Bruderschaft durch den Papst. Die ehemals evangelische Fernsehmoderatorin und NDR-Direktorin war 2000 zum Katholizismus konvertiert. “Die katholische Kirche muss dringend handeln”, fordert sie heute und schlägt die Abschaffung des Zölibats vor. Einen Zusammenhang zwischen Zölibat und sexuellen Mißbrauchsfällen sieht sie nicht, dafür erklärte sie einst: “Natürlich schließe ich Seine Heiligkeit in mein Abendgebet ein.”
Ein “ausgeklügeltes System sadistischer Strafen verbunden mit sexueller Lust” hätte sich bei den Regensburger Domspatzen ausgebreitet, erklärt Franz Wittenbrink. Der 62-jährige Komponist und ehemalige Regensburger Domspatz besuchte neun Jahre lang das Internet der “Domspatzen”. Auch die Bruderschaft der Ratzingers steht mittlerweile im Zusammenhang mit Mißbrauchsvorwürfen in diesem Internat unter Erklärungsdruck. Papst Benedikt XVI., einst Josef Ratzinger genannt, und sein Bruder sehen sich mittlerweile ebenfalls Verdachtsmomenten aufgrund früherer Leitungstätigkeiten ausgesetzt. Georg Ratzinger verwehrte sich in diesem Zusammenhang vorerst gegen die “gewisse Feindseligkeit” gegenüber der katholischen Kirche.
Außerdem anwesend sind Benedikt und Johanna Treimer, ein Missbrauchsopfer und sein Mutter. Der Täter, ein Pfarrer, wurde zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und versetzt, worauf er sich wieder an Kindern und Jugendlichen verging. Die Mutter von Benedikt, Johanna Treimer, ist bis heute entsetzt über das Verhalten der Kirche.
Mehr zur Sendung DasErste.de – Menschen bei Maischberger





00:06
Hallo Markus,
nicht ich behaupte strafrechtlich Realavantes vielmehr unterstelle ich Dir strafrechtlich relevantes Verhalten. Im übrigen ist Deinem Kommentar nichts hinzuzufügen – er spricht für sich selbst und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Intentionen seines Verfassers. Vor diesem Hintergrund bitte ich um Verständnis dafür, dass ich besseres zu tun habe, als mich mit Dir in Gerolstein zu treffen.
Michael Wetzler
12:15
Mein lieber Michael Wetzler, dass solltest du mir mal persönlich sagen. Wie wäre es mit einem treffen in Gerolstein. Die Räumlichkeiten sind ja noch da. Und dann zeige ich dir die Räume wo alles passiert ist. Von alle dem willst du nichts mitbekommen haben und nun behauptest du noch Rufmord an Puhl und strafrechtliches relevantes ? Du hast wohl einen ganz eigenen Schaden aus Gerolstein davon getragen. Ich erinnere mich auch an dich. Du warst damls weder aufsässig und hast alles eben ertragen und ganz artig.Du warst ein kleiner dicklicher Tolpatsch. Wahrscheinlich gehst du auch heute noch schön artig in die Kirche. Auf ein treffen mit dir würde ich mich freuen. Viele Grüße Markus Born markus.born63@t-online.de.
23:20
Auch ich war von 1975 – 1980 im Internat Albertinum. Ich kann nicht behaupten, dass es mir dort gefallen hat, vielmehr war ich froh, nach der Untersekunda das Internat zu verlassen, schließlich handelte es sich nicht um ein Luxusinternat, sondern um ein Internat, für das ganze 350,00 DM im Monat zu zahlen waren und in dem es dementsprechend spartanisch zuging. Ob die Vorwürfe der Internatler, die vor 1975 in Gerolstein waren, begründet sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn jedoch behauptet wird, dass es in meiner Zeit “Isolierungshaft” , “Folter” oder gar von Direktor Puhl geduldete “sexuelle Spielchen in der Kapelle” gegeben hat, so ist dies schlicht gelogen. Gleiches gilt für die Behauptung, Direktor Puhl hätte dies oder ähnliches amüsant gefunden. Diese Behauptung stellt nicht nur einen Rufmord, sondern nach meiner Ansicht auch ein strafrechtlich relevantes Verhalten dar. Markus Born hätte wohl besser weiter hadern sollen und [Name entfernt] sollte sich mal ernsthaft überlegen, weshalb ihm niemand glaubt, wenn er von “totprügeln”, “Folter” und einem Direktor Puhl, der dies alles amüsant findet, spricht. Ich selbst habe Herrn Puhl stets als zwar strengen, aber intergren Direktor erlebt, der das Internat mit den geringen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, einigermaßen über Wasser gehalten und derartige Verunglimpfungen nicht verdient hat.
21:54
Ich war vom Sommer 67 bis Sommer 75 in Gerolstein im Internat Albertinum.
Ich habe heftigste Prügelstrafen über mich ergehen lassen müssen vom Direktor Jutz u dem Oberpräfekten Arendt, genannt Plato. Und ich war mehrfach Zeuge wie Plato Kinder sadistisch geprügelt und gedemütigt hat.Und wie er seine “Lieblinge” gezwungen hat, auf seinem Schoß zu sitzen.
Am 18.04. habe ich an Bischof Ackermann in seiner Funktion als Seelsorger einen Brief geschrieben und meine Erlebnisse und Traumatisierungen mitgeteil
Auf eine Antwort warte ich noch
18:35
@[Name entfernt]: Gehen Sie doch bitte auf die Seite http://hpd.de/node/9293 und sehen Sie, welche Aktion bereist unternommen wird, um Ihnen und anderen zu helfen. Wenden Sie sich dann an die Organisatoren (z.B. Dr. Carsten Frerk), die Ihnen sicher weiterhelfen werden mit dem angemessenen Rat, der Ihnen zusteht.
17:53
Ich wurde dort fast tot geprügelt. E. Puhl fand das amüsant. Bin bis heute nicht fertig mit dieser Folter, aber wer kann mir helfen? Meine Eltern glauben mir dieses einfach nicht.
13:00
Schon labge hadere ich mich dem ganzen zu stellen und an die Öffentlichkeit zu gehen. Oftmals habe ich geglaubt ich hätte das alles nur geträumt, und nur ich habe so empfunden. Die Prügel, die Isolierungshaft, die sexuellen Spielchen in der Kapelle oder im Sportraum darunter. Heute weiß ich dass vieles in meinem Leben was schief gelaufen ist, ich Puhl und Konsorten zu verdanken habe. Auch war damals ein ganz ekliger Kerl (hat gestunken wie die Pest) beim Silentium. Ich wurde grün und blau geprügelt, Nasenbluten war da noch harmlos. Und die vielen Strafarbeiten. Jetzt zumindest weiß ich dass ich nicht allein so empfunden habe.
00:08
Von 1953-1955 war ich im Internat Albertinum, Gerolstein. Der damalige Leiter, der Pastor
Karl P. hat mich sexuell missbraucht waehrend der Schwimmstunden in der Kyll bei Hohenfels.
Er machte es raffiniert, so dass es niemand bemerkte. Darueber habe ich in einem Brief an den
derzeitigen Bischof Dr. Stefan Ackermann, Bistum Trier ausfuehrlich geschrieben. Der Brief liegt
ebenfalls dem “Spiegel” vor.
Plato/Arendt, Oberpraefekt, die beiden Praefekte ,Fuss (Spitzname) und Batter (Schweinschen) waren Schlaeger, besonders Plato, ein hinterhaeltiger Kerl, ging mit dem Stock auf dem Ruecken im Studiersaal
herum und schlug wo er konnte aus nichtigem Anlass auf uns Schueler ein. Fuss war dafuer bekannt,
dass er an den Haaren zog und Batter war ein Faust-Schlaeger. Auch ueber diese Zustaende gibt es
beim Bischof Ackermann und “Spiegel” ein zweites ausfuehrliches Schreiben.
Und noch was: Der Matematiklehrer am Mathias-Gymnasium, Wacht war ein besonderer Sadist,
er zog mir an den Schlaefenhaaren und machte sich vor der Klasse lustig ueber mein vor Schmerzen
verzoegenes Gesicht mit der Bemerkung: “Guckt mal, er macht ein Gesicht wie Theo Lingen”.
Uebrigens schlug auch der Studienrat Novak.
01:46
Was würde es bringen, wenn ich mich jetzt an das Bistum Trier wendete? Jutz und Plato/Arendt sind tot, das Internat aufgelöst. Ich würde lediglich eine weitere Zahl in der Statistik. Mit dem, was war, muss ich alleine klar kommen.
01:27
Vieles ist durch die Kommentare wieder hochgekommen. Ich war selbst von 1966- 1973 im Albertinum Gerolstein. Manches ist klar im Gedächtnis geblieben (Prügel unter Jutz), einiges gnädig (?) verschwommen (Plato).
07:47
Die Ausführungen meiner Leidensgenosse im Albertinum kann ich in vollem
Umfang bestätigen. Auch an mir wurde der volle Katalog an Strafmaßnahmen
exerziert. Isolationshaft(im 0,5 X 0,5 dunklen schalldichten Raum) Prügel mit
der flachen Hand ins Gesicht, bis das Blut aus der Nase schoß, Faustschläge
auf Arme und Beine bis sie mit blauen Flecken übersät waren, Schläge mit einem
Hartholz (Zeitungsspanner) auf s Gesäß 20 X u.s.w. Zustände wie im Mittel-
alter und die “Folterknechte hatten ihren Spaß daran. Sowas gilt mit Recht
heutzutage als Straftat, gehört aufgedeckt, angeprangert und verurteilt.
07:29
Die Ausführungen meiner Leidensgenossen im Albertinum kann ich in vollem Umfang bestätigen .Auch an mir wurde die gesamte Palette des perfiden Strafkatalogs exerziert: Dunkelhaft, Isolationshaft (0,5 X 0,5 Meter Raum dunkel und schallisoliert), Prügel mit der flachen Hand ins Gesicht bis das Blut aus der Nase schoß, mit der Faust auf Arme und Beine bis die mit blauen Flecken übersät waren, mit einem Hartholz (Zeitungsspanner) auf s Gesäß 20 X u.s.w. Das war an der Tagesordnung und machte dem Priester (Wutz), dem Präfekten (Plato) und den dazu delegierten Schülern sichlich großen Spaß. Uns, die wir darunter zu leiden hatten, allerdings überhaupt nicht. Als einzige Ausrede der “Folterknechte” dient Ihnen der Hinweis auf die 60er Jahre. Da wurde auch in staatlichen Schulen geschlagen, (zumindest in Gerolstein) allerdings nicht mit der Brutalität wie im Albertinum. Außenstehenden, denen ich über die Zustände berichteten meinten, daß es sowas nur im Mittelalter gegeben hätte und in unserer moderne Zeit doch wohl nicht möglich sei. Nun gibt es sicher auch heute noch Menschen in unserem Land, die die Auffassung vertreten:” Eine Tracht Prügel hat noch niemandem geschadet.” Wir haben schließlich überlebt. Was wir duchgemacht haben gilt heutzutage mit Recht als physische und psychische Folter, ist abzulehnen, aufzuklären und zu verurteilen. Wie Hohn mögen da die Worte eines Mitschülers klingen, der bei einem Klassentreffen äußerte: ” Wenn es heute noch sowas wie das Albertinum gäbe, ich würde meine Kinder dorthin schicken, da
würde ihnen Zucht und Ordnung beigebracht.” Mag er doch seine Kinder nach Guantanamo schicken. Dort sind sie sicher
ähnlich gut aufgehoben wie wir im Albertinum.
16:29
Ich war ebenfalls 3 Jahre lang in diesem Albertinum Internat. Wird in der Zeit 1965-1968 gewesen sein. Der damalige Leiter, ein Priester, nahm es mit der körperlichen Züchtigung als Erziehungsmethode sehr ernst. Für selbst geringe Regelverstöße hat dieser Priester georfeigt, bei Massenbestrafungen wurden den Jungs mit einem Haselnusstock auf’s Gesäß gedroschen – an bis zu 20 Schlägen erinnere ich mich. Ansonsten verbrachte ich bei schulischem Leistungsversagen so manch einen Nachmittag allein in einem vergitterten Raum eingesperrt. Beim Verstoß gegen das Schweigegebot, welches wir nach Zimmerrückzug ein zu halten hatten, erlebten ich trakonische Schläge
auf meine verdrehten Arme durch den aufsichtshabenden Oberstufenschüler – dies sicherlich mit Genehmigung der Internatsleitung. Vor allem diese körperlichen Züchtigungen , den Freiheitsentzug, die damit einhergehende Scham meinen Kameraden gegenüber und zuletzt die immer bestehende Angst vor eben diesen Züchtigungen erlebte ich als unerträglich. Nach diesen 3 Jahren nahmen mich meine Eltern aus diesem Internat.
23:32
Überall ist die rede von missbrauch in internaten.
auch ich lebte einige jahre in einem katholischen internat,
dem albertinum in gerolstein, welches von einem priester
geführt wurde. ich kann vieles von dem, was auch der herr
wittenbrink erzählt, nur bestätigen. heute würde ich sagen,
der priester war nicht ganz sauber und der oberpräfekt war
hochgradig schwul. der pastor hatte auch den spitznamen “wutz” und
wohl nicht ohne grund.
das war etwa vor 45 jahren.