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Alkohol und Rotlicht

Margot Käßmann, die am Wochenende wegen einer Trunkenheitsfahrt in Verbindung mit einem Rotlichtverstoß von der Polizei angehalten wurde, legt nach neuesten Medienberichten ihr Amt als Ratspräsidentin der Evangelischen Kirche Deutschlands nieder und will auch als Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Kirche zurücktreten.

Am vergangenen Samstag wurde sie von der Polizei in Hannover gestellt, als sie eine rote Ampel überfuhr. Als die Beamten Alkohol rochen, musste sie sich einer Blutalkoholkontrolle unterziehen. Das Ergebnis lautete 1,54 Promille. Die 51-Jährige Kirchenchefin war damit absolut fahruntauglich, ihr droht nun ein einjähriger Führerscheinentzug. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet. “Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe und bedauere das zutiefst. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist”, floskelte Käßmann gestern in einer Pressemitteilung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, deren Landesbischöf sie seit 1999 ist.

Noch heute erklärte die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) in einer Pressemitteilung, der Rat der EKD hätte Käßmann gestern Abend einmütig das Vertrauen bekundet. Der Rat wollte laut Presseerklärung in “ungeteiltem Vertrauen die Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden soll”, seiner Vorsitzenden Käßmann überlassen. Zuvor hatten aber Pastoren und Dekane den Rücktritt Käßmanns gefordert, der Hamburger Pfarrer Ulrich Müß sprach von einem “Super-GAU”. Am Abend jedoch ließ er verlautbaren, dass er seine Äußerungen insoweit zurücknähme. Nun meldete BILD online, dass Käßmann heute um 16 Uhr auf einer offiziellen Pressekonferenz zu ihren Konsequenzen Stellung beziehen wolle.

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Diskussion - Bisher 4 Kommentare - Kommentar schreiben
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    Bei allem Spott und aller Schadenfreude der letzten Tage sollten wir 2 Dinge nicht vergessen:
    1. Mit den Skandalen in der Katholischen Kirche ist diese Fahrt “unter Strom” absolut nicht zu vergleichen.
    2. Wer kommt jetzt? Wird es ein staatshöriger Reichsbischof/Reichsbischöfin, oder wird ein Nachfolger den Afghanistan-Krieg auch so offen verurteilen?

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    Also ich seh nicht, dass die Skandale in der katholischen Kirche hier irgendwo mit der Alkohol-Fahrt von Käsmann verglichen wurden. Außerdem darf man aber schon nachfragen denn eine Trunkenheitsfahrt kann ja leicht Tote nach sich ziehen…

    ich frag mich aber auch wer wohl Frau Käßmanns (…was für ein gemeiner Name) Nachfolge wird…wisst ihr da was?

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    @Walter Bornholdt, 2.: Ich traue der Frau keine besondere Gerissenheit zu. Trotzdem – die Kirchen fahren seit Jahren sehr gut damit, irgendwie gegen Krieg zu sein – natürlich möglichst in einer Form, die gläubische Soldaten nicht groß vergräzt – und entsprechend auf Jugendliche einzuwirken, andererseits aber konsequent Lobbyarbeit für lange Zwangsdienste zu betreiben.

    Ein Schelm, wer dabei das Abgreifen politischer, finanzieller und moralischer Mehrwerte als Motiv vermutet. Für solche Banalitäten, dass Afghanistan irgendwie doch nicht zum Paradies geworden ist und Soldaten zum Totmachen anderer Leute da sind (ich verweise auf Clausewitz), brauche ich keine oberste Reichsbetroffenguckerin.

    Coming to think about it, auch sonst für nichts.

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    Für die Entscheidung zurückzutreten hat diese Frau eindeutig Respekt verdient. Nicht, dass dadurch ihre Unverantwortlichkeit im Strassenverkehr ungeschehen gemacht würde, aber sie übernimmt wenigstens im Nachhinein die Verantwortung und zieht daraus Konsequenzen, die über ein paar reuige Floskeln hinausgehen. Das ist ein Verhalten, das man schon lange nicht mehr bei irgendeinem Würdenträger oder Politiker in der Form finden konnte und zeugt von einer Bereitschaft zu den eigenen Fehlern zu stehen, die weder unter religiösen noch unter atheistischen Menschen weit verbreitet ist.

 
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